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Erzbischöfliches Berufskolleg: Ein leeres Blatt ist der größte Horror

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Den Traum von ganz viel Schokolade verwirklicht – eine Szene aus „Irrenhaus“. Foto: Esch
Unter dem Motto „Lebe deine Träume“ hat die Oberstufe der Fachschule für Sozialpädagogik des Erzbischöflichen Berufskolleg am Krieler Dom eine Kunst- und Kulturwoche veranstaltet. Viele der jungen Leute träumen von der Arbeit mit Kindern.  Von
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Eine Schülerin mit klebrig-braun verschmiertem Mund schleckt an einem Löffel. „Hmm, Schokolade“, murmelt sie. Eine andere steht im Hochzeitskleid am Bügelbrett. „Bügeln ist das Größte“, findet die Schülerin Das verrät die Aufschrift auf einer weißen Pappwolke, die über ihr schwebt. Neben ihr sitzt eine Mitschülerin in einer langen Abendrobe und versucht, mit einer Säge einen Gipsverband von ihrem Bein zu entfernen. Ihr Wunsch ist auf der Wolke darüber zu lesen: „Einmal Ballkönigin sein.“

Jeder der Menschen im „Irrenhaus“, wie der Titel der Theater-Performance lautete, zeigte mit einem witzigen oder ironischen Beitrag, wovon er träumt: Die Performance war ein Ergebnis der Kunst- und Kulturwoche, die von der Oberstufe der Fachschule für Sozialpädagogik des Erzbischöflichen Berufskolleg am Krieler Dom veranstaltet worden war.

Für viele ein Traumberuf

Unter dem Motto „Lebe deine Träume“ hatten sich die Schüler in verschiedenen Gruppen eine Menge einfallen lassen und auf unterschiedliche künstlerische Art und Weise zum Ausdruck gebracht. In einem Raum im Obergeschoss zeigte eine Schülergruppe einen selbstgedrehten Horrorfilm: Darin hängt eine Schülerin im Unterricht ihren Träumen nach und sieht plötzlich ihre Lehrerin als böse Schwiegermutter aus Schneewittchen, eine Mitschülerin als Hexe, eine andere als Zombie. Am Ende wacht sie auf einem leeren Blatt auf, das ihre Lehrerin gerade einsammelt. Darauf hätte sie eigentlich die Klausur der Abschlussprüfung über Märchen schreiben sollen – das ist der eigentliche Horror in dem originellen Kurzfilm.

Eine Schülergruppe hatte Menschen in der Innenstadt und aus ihrem Bekanntenkreis nach ihren Träumen gefragt und die Antworten in großen Sprechblasen aus weißer Pappe aufgeschrieben, die sie nun in einem Klassenraum an Fäden aufgehängt ausstellten. „Einmal frei lebende Pinguine und Wale in der Arktis sehen“, lautete der Wunsch in der Sprechblase. „Ich wünsche mir meinen Freund zurück“, stand in einer anderen.

„Einen U3-Kindergarten zu gründen“ wünschte sich seine Mitschülerin. Ob es denn immer noch für so viele jungen Menschen ein Traum ist, Erzieher oder Erzieherin zu werden, obwohl mittlerweile bekannt ist, unter welch harten Bedingungen sie teilweise arbeiten? „Ja, klar. Die Arbeit mit den Kindern ist für viele immer noch ein Traumberuf“, so die Schülersprecherin der Schule, Mareike Kretzer, „allerdings sehen viele die Tätigkeit als Erzieher mittlerweile als eine Zwischenstation, um später vielleicht doch noch zu studieren oder sich weiterbilden zu können.“ Dabei sind die Anforderungen, um die Fachschule für Sozialpädagogik zu besuchen, schon recht hoch. Ein Haupt- oder Realschulabschluss reicht nicht aus. Wer kein Abitur oder Fachabitur hat, muss vorher zwei Jahre eine Ausbildung zum Kinderpfleger oder zur Kinderpflegerin machen.

„Allerdings werden wir auf dieser Schule sehr stark unterstützt und gefördert“, meint Mareike Kretzer, „beispielsweise durch Veranstaltungen wie die Kunst- und Kulturwoche. Da stehen viele Schüler das erste Mal auf der Bühne und profitieren unheimlich davon, beispielsweise im Hinblick auf die Elterngespräche, die sie später führen werden.“

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