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Festtagsspost: Ein Kiosk voller Weihnachtspakete

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Auch Ottilie Breidenassel nutzt den Service von Theo und Timo Moutevelidis und holt im Kiosk ihre Pakete ab.  Foto: Michael Bause
Immer mehr Kölner bestellen ihre Geschenke im Internet. Was der Paketbote nicht zustellen kann, landet meist bei einem Servicepartner der Post. Auch Kioskbesitzer Theo Moutevelidis wird derzeit förmlich mit Sendungen bombardiert.  Von
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Junkersdorf

„Selbst die Älteren wissen mittlerweile ganz genau, wie und wo sie etwas im Internet bestellen können“, erklärt Theo Moutevelidis, während er sich auf der Suche nach Ottilie Breidenassels Post durch einen hochaufragenden Stapel bräunlicher Pakete wühlt.

„Zum Glück haben wir uns ein System einfallen lassen“, ergänzt sein jüngerer Bruder Timo – um die Sendungen schneller an ihre Besitzer herausgeben zu können, erhält jedes Paket bei seinem Eingang eine gut leserliche Filzstiftbeschriftung mit fortlaufender Nummer und Empfänger.

Stress pur in der heißen Phase

Knapp eine Woche haben die Kölner noch Zeit, um ihre Wunschzettel abzuarbeiten – für die beiden Kiosk-Besitzer am Wiener Weg in Junkersdorf bedeutet diese heiße Phase momentan Stress pur: Ein Großteil der Paketzustellungen, die die Postboten auf ihrer Tour durch die Hochhaussiedlung nicht direkt an den Mann oder die Frau bringen können, landet im Anschluss bei ihnen.

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Was vor einigen Jahren als Nachbarschaftshilfe begann, hat mittlerweile das Umschlagsvolumen einer regulären Packstation der Deutschen Post erreicht.
„Zwischen 100 und 150 Sendungen landen täglich bei uns“, schätzt Timo Moutevelidis. Weil der eigentliche Lagerraum kaum noch Platz bietet, stapeln sich die Lieferungen seit ein paar Tagen auch auf den Einkaufsregalen, der Veranda und dem sowieso schon sehr schmalen Gang des Geschäftes. „Dieses Jahr toppt wirklich alles bisher Dagewesene“, sagt Theo. Noch nimmt der 47-jährige Grieche das Chaos mit einer gewissen südländischen Gelassenheit.

„Das ist noch echte Hilfe unter Nachbarn“

Kaum hat er den letzten Satz beendet, öffnet sich die Ladentür abermals und ein weiterer Bote bittet um die Verwahrung seiner Päckchen. Zum Glück hat sich auch neue Kundschaft bis zum Tresen des provisorischen Postamtes durchgekämpft. Fünf Pakete sind es, auf die Marion Klinghoff wartet. „Alles Weihnachtsgeschenke für die Familie“, sagt sie. „Heute war aber leider nur eine Büchersendung dabei.“

Weihnachtspost

Die Post bittet ihre Kunden, nationale Briefsendungen nicht erst am 22. Dezember abzuschicken. Die Postboten haben am 24. Dezember erst dann Feierabend, wenn auch der letzte Brief zugestellt ist.

Der Versand eines Paketes bis 10 Kilogramm durch die Deutsche Post kostet 6,90 Euro. Eine Expresslieferung mit Geldzurückgarantie bei Fehlleitung kostet montags bis freitags 23,50 Euro. (mbo)

Den Service, den die beiden Kioskbesitzer bieten, findet sie super: „Das ist noch echte Hilfe unter Nachbarn“, findet Klinghoff. Ging es nach ihr, müssten alle Versandunternehmen den beiden Extra-Lohn für ihre Hilfe zahlen. „Die Zusteller machen es sich ja recht einfach, wenn sie die Pakete hier im Kiosk abgeben.“

Dass der Versand von Paketen und Päckchen in diesem Dezember auf ein neues „Allzeithoch“ zusteuert, kann auch Dieter Pietruck, Pressesprecher der Deutschen Post bestätigen: „Wir rechnen in der Woche vor Weihnachten deutschlandweit mit sechs Millionen aufgegebenen Paketen. Das ist Rekord.“

Um der Lage Herr zu werden, hat das Briefzentrum Köln Ost kurzfristig 40 zusätzliche Mitarbeiter für die Bearbeitung der Weihnachtspost eingestellt. „An den Spitzentagen vor dem Fest erwarten wir eine erhebliche Steigerung der üblichen Sendungsmenge“, sagt Niederlassungsleiter Jakob Houben.

„Wir sind bestens gerüstet“

Insgesamt 2,8 Millionen ein- und abgehende Postsendungen können mit Hilfe der modernen Sortieranlagen täglich bearbeitet werden.
Dass es bei der Auslieferung wegen des Rekordaufkommens zu Verzögerungen kommt, damit rechnet Pietruck nicht: „Wir sind bestens gerüstet. Einzig ein wetterbedingtes Verkehrschaos könnte uns bremsen – danach sieht es aber nicht aus.“ Für alle Pakete, die bis zum 22. Dezember um zwölf Uhr aufgegeben werden, gibt er eine Garantie, dass sie ihren Adressaten pünktlich zur Bescherung an Heiligabend erreichen werden. „Wir liefern auch am Sonntag aus – wer absolut sicher gehen will, kann auf unseren Expressservice zurückgreifen.“

Wer sein Päckchen bei Theo und Timo Moutevelidis am Wiener Weg vermutet, sollte an Heiligabend spätestens bis zwölf Uhr vorbeischauen. Denn auch die beiden wollen ja schließlich irgendwann Feierabend haben und Weihnachten feiern.

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