Lindenthal
Braunsfeld, Junkersdorf, Klettenberg, Lindenthal, Lövenich, Müngersdorf, Sülz, Weiden, Widdersdorf

Vorlesen
0 Kommentare

Georg Büchner Gymnasium: Spielend drei Kontinente verbunden

Erstellt
Diese beiden Peruanerinnen finden schnell den Rhythmus. Foto: Esch
Während eines zweiwöchigen Austauschprogramms haben Kinder aus Kenia, Peru und Köln in einem Bewegungstheaterstück zusammengefunden. Das Stück kommt ganz ohne Worte aus und vereint Elemente aus allen drei Kulturen.  Von
Drucken per Mail
Weiden

In einer Ecke der Turnhalle fallen mehrere junge Menschen von ihren Stühlen. „And now we just get up again“, „jetzt stehen wir einfach wieder auf“, schlägt sofort ein Mädchen mit blonden Zopf einer jungen Schwarzen vor. Die Schüler im Alter zwischen zehn und 17 Jahren proben im Georg Büchner Gymnasium Szenen eines Theaterstücks und sprechen miteinander Englisch sowie einige Brocken Spanisch.

Jeweils acht Kinder aus Kenia und Peru sind mit dabei. Sie sind im Rahmen eines zweiwöchigen Austauschprogrammes in Familien von Schülern des Georg Büchner Gymnasiums zu Gast. Während dieser Zeit erarbeiten sie mit ihren deutschen Gastgebern in fünf Gruppen Szenen, die zu einem Bewegungstheaterstück zusammengesetzt werden, das ganz ohne Worte auskommt.

Körpersprache und Pantomime

Denn die Verständigung zwischen den Kindern von drei verschiedenen Kontinenten ist nicht ganz einfach. Die Peruaner sprechen nur Spanisch. Das beherrschen aber die meisten der deutschen und kenianischen Kinder nicht. Die Schüler behelfen sich mit Gebärden. Mit Körpersprache und Pantomime soll deshalb auch im Theaterstück eine Geschichte erzählt werden, der Alltag eines Schülers.
So ein Schulalltag scheint lustig zu sein. Aus allen Ecken der Turnhalle hört man Lachen. Die Jungen und Mädchen haben inzwischen zueinander gefunden. Ein paar Stunden vorher war das noch anders. Da wurde gemeinsam ein Trommelstück für die Inszenierung erarbeitet. Doch die Mädchen aus Afrika und aus Peru saßen mit den deutschen Mädchen und Jungen noch etwas ratlos zusammen vor den Trommeln, den großen afrikanischen Djembes und lateinamerikanischen Tumbas. Sie trommelten zaghaft, schweigend und staunend, waren einander noch fremd.

„Diese Kinder sind das erste Mal aus ihrem Dorf herausgekommen“, schildert Stephan Hierholzer, Lehrer am Gymnasium und Organisator des Austausches die Situation. Drei Vollwaisenkinder und ein Mädchen, das von ihrer Familie verkauft wurde, gehören zur achtköpfigen afrikanischen Austauschgruppe. Für sie ist ihre Schule, die Vanessa Grant Girls School, ein Zufluchtsort. Über eine ehemalige Schülerin, die ein Freiwilligenjahr in Naruku verbracht hat, kam das Georg Büchner Gymnasium in Kontakt mit der Schule.

Die peruanische Kinderkulturkarawane

Die Gäste aus Kenia beginnen mit den Trommel-Übungen.
Die Gäste aus Kenia beginnen mit den Trommel-Übungen.
Foto: Esch

Auch für die lateinamerikanischen Gäste, die in dem ärmlichen Viertel Villa El Salvador am Rande der Hauptstadt Lima leben, ist die Reise nach Europa ein großer Luxus. Sie besuchen in Peru eine Mischung aus Jugendzentrum und Zirkusschule namens Arena y Esteras. Stephan Hierholzer lernte einen der Gründer der Zirkusschule kennen, als die mit der Kinderkulturkarawane, einem internationalen Kulturaustauschprojekt, durch Deutschland zog.

„Die Bekanntschaft hat mich sehr bewegt. Wohltätigkeit kennen zu lernen, ist wichtig für unsere Schüler“, betont der Lehrer. Ein Sponsorenlauf im September des vorigen Jahres hatte es dem Georg Büchner Gymnasium ermöglicht, die Kinder aus Peru und Kenia einzuladen.

Kenianer haben jeden Tag Schule

Für ihre Gastgeber haben die Besucher vor allem kulturelle Kostbarkeiten im Gepäck. Die Kenianerinnen bereichern den Trommelworkshop mit einem Rhythmus namens Kpan Logo, die Peruaner mit Cumbia-Rhythmen. Noch wichtiger als das Trommeln und Theaterspielen ist jedoch die Gelegenheit, mit Klischees aufzuräumen: „Unsere Schüler glaubten, in Kenia hat jedes Kind Elefanten im Garten, so wie wir vielleicht Kaninchen“, berichtet Stephan Hierholzer lächelnd.

Die Kenianerinnen, die in ihrer Heimat jeden Tag zu Schule gehen – auch samstags und sonntags – dachten zunächst, der Schulalltag sei in Deutschland besonders stressig. Sie erlebten eine Überraschung: „Am meisten gefällt mir hier der Stundenplan. Der ist so entspannt“, fand die 17 Jahre alte Kenianerin Susan.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!