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Haus am See: Staatsanwältin hebt Mordvorwurf auf

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Der Gastwirt des „Haus am See“ am Decksteiner Weiher wurde von Einbrechern niedergestochen. Foto: Arton Krasniqi
Im Prozess um den Überfall auf den Gastwirt des „Haus am See“ hält die Staatsanwaltschaft ihren Vorwurf des versuchten Mordes nicht mehr aufrecht. Für den Hauptangeklagten fordert sie stattdessen dreieinhalb Jahre Haft.  Von
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Im Prozess um den versuchten Mord und den Einbruch im „Haus am See“ wurden am Montag vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts die Plädoyers gehalten.

Die Staatsanwaltschaft hielt den Vorwurf des Mordes nicht aufrecht und forderte für den Hauptangeklagten, den 19-jährigen Oliver M. (Namen geändert), wegen gefährlicher Körperverletzung und Einbruchsdiebstahls dreieinhalb Jahre Haft. „Einen Tötungsvorsatz konnten wir nicht feststellen“, sagte die Staatsanwältin.

„Er hat sein Leben neu sortiert“

Für den Mittäter, Timo O. (18), forderte sie eine Bewährungsstrafe  von einem Jahr und drei Monaten. Dessen Verteidiger  sagte,  sein Mandant habe sein Leben neu sortiert.  „ Er ist drogenfrei, hat eine eigene Wohnung und einen Job.“

Der Verteidiger von Oliver M. führte an, dass  der Wirt des „Haus am See“ sich  fahrlässig verhalten habe, als er nach einem Einbruchsalarm nach dem Rechten sehen wollte, ohne  die Polizei zu informieren. „Er musste davon ausgehen, dass jemand im Gebäude ist.“ Oliver M. sei nicht von sich aus auf den Wirt losgegangen, es sei vielmehr im Gerangel zu der Stichverletzung gekommen.

Eine Gefängnisstrafe könne keine Lösung für seinen Mandanten sein, der nie gelernt habe, tiefere Bindungen zu Menschen einzugehen. „Er sollte die Chance erhalten, an seinen Defiziten zu arbeiten.“ Er forderte eine Strafe von nicht mehr als zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden solle. Der Anwalt teilte der Kammer außerdem mit, dass er Oliver M. ein Praktikum und eine Ausbildungsstelle in seiner Kanzlei angeboten habe.

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Die Vorsitzende Richterin registrierte diese Information mit einem erstaunten Lächeln und erteilte den Angeklagten das Wort. Timo O. sagte  mit gesenktem Kopf: „Das wäre sicher nicht passiert, wenn ich damals schon so gewesen wäre, wie ich heute bin.“ Oliver M. sagte: „Es tut mir furchtbar leid, was dem Gastwirt passiert ist.“

Die Angeklagten sind in der Nacht auf den 3. Juni 2012 in das Restaurant eingebrochen und wurden vom Wirt (55) überrascht. Oliver M. soll ein Messer hoch gehalten und „Ich stech’ dich ab!“ gerufen haben. Der Wirt ging trotzdem auf ihn zu – in der Annahme, dass er den kleinen und schmächtigen Einbrecher überwältigen könne. Nach einem  Gerangel konnte Oliver M. sich losreißen. Der Wirt bemerkte erst später, dass er blutete. Er hatte eine 27 Zentimeter lange Wunde am Oberkörper.

Das Urteil wird am Donnerstag verkündet.

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