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Hochspannungsleitung: Elektrosmog befürchtet

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Schon heute gehen Hochspannungsleitungen in Weiden direkt durchs Wohngebiet. Foto: Martina Goyert
Die Anwohner von Lövenich und Weiden protestieren gegen die geplante 380 Kilovolt-Stromttrasse, die auch durch den Kölner Westen verlaufen soll. Es werden gesundheitliche Folgen durch den Elektrosmog befürchtet.  Von
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Lövenich/Weiden

Mehr als 1600 Bürger sind dem Aufruf von Lövenich im Brennpunkt (LiB) gefolgt und haben gegen den Bau einer Höchstspannungs-Stromtrasse der Firma Amprion durch Teile Lövenichs und Weidens unterschrieben. Die Unterzeichner fürchten negative Auswirkungen der 380 Kilovolt (380 000 Volt) führenden Leitungen auf ihre Gesundheit und die ihrer Kinder.

Deshalb fordern sie von den Verantwortlichen, die Trasse überall dort unter der Erde zu verlegen, wo sie nahe an der Wohnbebauung entlang geführt werden muss. Das ist in beiden Stadtteilen der Fall. Die Vorsitzende der Bürgerinteressengemeinschaft LiB, Martina Kanis, und die Unterstützerinnen Anke Robnik und Heidi Mausolf überreichten die Unterschriften jetzt dem Baudezernenten der Stadt, Franz-Josef Höing.

Weniger als 100 Meter bis zur Wohnbebauung

Weniger als 100 Meter Abstand bleiben bis zur Wohnbebauung
Weniger als 100 Meter Abstand bleiben bis zur Wohnbebauung
Foto: Martina Goyert

Die Höchstspannungs-Stromtrasse soll Windkraftstrom, der an der Nordseeküste erzeugt wird, nach Süddeutschland durchleiten. Die Strommasten werden bis zu 80 Meter hoch und 40 Meter breit sein. Sie verlaufen in Lövenich und Weiden in weniger als 100 Metern Entfernung zur Wohnbebauung. Auch der Stadtteil Meschenich im Süden Kölns ist betroffen. Dort rückt die Höchstspannungstrasse sogar noch deutlich näher an die Wohngebiete heran. Sie wird weniger als 40 Meter von den Häusern entfernt verlaufen.

Martina Kanis meint: „Wir sind nicht gegen den Bau der Trasse. Aber wir haben Angst um unser aller Gesundheit sowie um die Wohn- und Naherholungsqualität in unserer unmittelbaren Umgebung, deshalb wollen wir Erdkabel.“ Die Initiative fürchtet den Elektrosmog – dass die 380 000 Volt, die durch die Kabel jagen, zu Blutkrebserkrankungen vor allem bei Kindern führen könnten.

Auch die Stadt würde der Erdkabel-Verlegung den Vorzug zu geben, doch ist die Bezirksregierung Köln ist Herrin des Verfahrens. Die Stadt hat lediglich ein Anhörungsrecht, das sie bereits wahrgenommen hat. Baudezernent Höing und die Leiterin des Bauverwaltungsamtes, Angela Thiemann, versprachen, die Unterschriften rasch weiterzuleiten. Denn die Anhörung der Kölner und aller betroffenen Gemeinden aus dem Rhein-Erft-Kreis durch die Bezirksregierung ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt also noch Hoffnung, die Entscheidung zugunsten von Erdkabeln beeinflussen zu können.

Verlegung von Erdkabeln zu teuer

Die Verlegung von Erdkabeln ist laut Hersteller Amprion nicht sinnvoll
Die Verlegung von Erdkabeln ist laut Hersteller Amprion nicht sinnvoll
Foto: Martina Goyert

Bereits im Jahr 2050 sollen ungefähr 80 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus regenerativen Quellen stammen. Die Windparks an der deutschen Küste gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Um die Energie aber in der erforderlichen Menge dorthin zu transportieren, wo sie benötigt wird, müssen die vorhandenen Stromleitungsnetze ausgebaut werden.

Viele der bestehenden 220  000-Volt-Überlandleitungen werden in den kommenden Jahren entlang einer Trasse von rund 800 Kilometern durch 380 000 Volt-Höchstspannungsleitungen ersetzt. Diese Trasse führt im Westen und Süden auch durch das Kölner Stadtgebiet.

Der Netzdurchleitungsbetreiber Amprion ist der Ansicht, dass die Verlegung von Erdkabeln zu teuer ist. Zudem sei ihre Sicherheit und ein Nutzen für die Gesundheit nicht nachgewiesen, vor allem nicht bei der Verlegung über sehr lange Strecken, wie es hier notwendig wäre.

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