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Radverkehr: Grübeln über neues Radkonzept

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Nur wenige Radler trauen sich auf die Luxemburger Straße Foto: Marion Eickler
Bei der dritten Veranstaltung zur Entwicklung der Radwege diskutierten Bürger mit dem städtischen Fahrradbeauftragten Jürgen Möllers. Dass etwas passieren muss, ist allen klar - nur was genau, darauf muss man sich noch einigen.  Von
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Blickt man die Luxemburger Straße zwischen der Geisbergstraße und der Universitätsstraße entlang, könnte man meinen, in Köln ist es mit dem Fahrradfahren nicht weit her. Nur die wirklich Hartgesottenen trauen sich dort auf die Fahrbahn, und versuchen zwischen all den Pkw und Lkw hindurch, sicher an den rechts haltenden Lieferfahrzeugen vorbei zu strampeln. "Eigentlich müssten wir die Luxemburger auf diesem Stück analog zur Aachener Straße und zum Militärring mit einem Radweg ausstatten. Aber das ist angesichts der fehlenden Flächen nicht zu realisieren. Die Menge an Verkehr dort erlaubt nicht einmal Radschutzstreifen", meinte der städtische Fahrradbeauftragte Jürgen Möllers.

Dringender Handlungsbedarf

Er stand Rede und Antwort bei der dritten Veranstaltung zur Entwicklung eines zukunftsweisenden Radverkehrskonzepts für die Stadtteile Lindenthal, Sülz und Klettenberg. Im Bezirksrathaus Lindenthal diskutierte er mit Bürgern über Knotenpunkte, an denen vordringlich Handlungsbedarf besteht.

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Bei den vorausgegangenen Sitzungen im Sommer und Herbst 2012 waren zunächst die Wünsche der Bürger gesammelt worden, um einvernehmlich ein Wegenetz festzulegen. Einigen geht das aber zu langsam voran. Denn zwei weitere Veranstaltungen stehen noch aus. Anderen gehen die geplanten Veränderungen zugunsten der Radler einfach nicht weit genug. So sieht das Konzept für die Luxemburger Straße zurzeit lediglich vorgezogene Aufstellflächen für die Radler an den Ampeln entlang dieser Hauptverkehrsader vor, an den Knotenpunkten Weißhausstraße/Luxemburger Straße und Sülzburgstraße/Luxemburger Straße.

Ein Besucher fragte: "Soll das Radverkehrskonzept nun dazu anregen, aus dem Auto aufs Rad umzusteigen oder müssen sich die Radfahrer nach wie vor mit dem Status quo auf verstopften Straßen arrangieren?" Seine Forderung: Eine Fahrspur der Luxemburger Straße je Fahrtrichtung komplett für Autos sperren und stattdessen für die Radfahrer reservieren.

Der Weg ist zu schmal

Die Frage, wie weitreichend das Konzept sein wird, blieb im Raum stehen. Ebenso der Hinweis eines anderen Bürgers, dass es schade wäre, wenn einzelne vorgeschlagene Änderungen wie die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht an der Mommsenstraße nur nachvollzögen, was der Gesetzgeber ohnehin seit langem vorschreibt: Räder auf die Straße, damit sie im Verkehrsfluss besser beobachtet werden. Der Radweg dort entspricht nicht mehr den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung und muss deshalb auch nicht benutzt werden. Er ist zu schmal.

Auch die Öffnung der Gustavstraße und der Lotharstraße gegen die Einbahnstraße für Radfahrer sind Punkte des Konzeptes. Das hätte längst bei der Einrichtung der dortigen Tempo-30-Zonen erledigt werden können, meinte ein Gast. Dazu erklärte Möllers: "Oft reicht es nicht, eine Einbahnstraße einfach freizugeben, es bedarf dann auch baulicher Veränderungen, beispielsweise um die Radfahrer über sich anschließende Kreuzungen weiter zu führen." Als Beispiel nannte er den nördlichsten Abschnitt der Klosterstraße. Seit kurzer Zeit ist sie Tempo-30-Zone und Radler könnten dort gut gegen die Einbahnstraße bis zur Aachener Straße fahren. Dann aber fehlt eine sichere Führung über die Kreuzung in die Oskar-Jäger-Straße hinein. "Die müssen wir erst schaffen", so Möllers. Ein weiterer von insgesamt 25 Knotenpunkten, die an diesem Abend diskutiert wurden.

Radschutzstreifen und Aufstellflächen geplant

Möllers selbst legt großen Wert auf die Knotenpunkte entlang der Bachemer Straße. Dringend notwendig seien dort ein Radschutzstreifen auf beiden Fahrbahnseiten sowie eine Aufstellfläche für die Radler an der Kreuzung stadteinwärts zur Universitätsstraße.

Bei aller Kritik: Alles in allem zogen die Teilnehmer mit Möllers und den Mitarbeitern des ausführenden Planungsbüros "AB Stadtverkehr" an einem Strang. Abschließend schrieb jeder Teilnehmer die seiner Meinung nach fünf wichtigsten Punkte in eine Liste. Diese wird nun Anfang März ausgewertet und ist danach Diskussionsgegenstand der kommenden Veranstaltung.

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