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Rautenstrauch: Der Kanal ist schon wieder undicht

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Der Durchlass wird repariert. Ein neues Rohr muss eingebaut werden.  Foto: Eickler
Ein Leck im Rautenstrauchkanal stellt für das Grünflächenamt ein Problem dar, schließlich leben Fische in dem Kanal. Doch sind diese erst vergangenes Jahr dort ausgesetzt worden, um dort eine Aufgabe zu erledigen.  Von
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Der Rautenstrauchkanal leckt schon wieder. Doch anders als im vergangenen Jahr liegt es nicht an mangelhaft ausgeführten Uferarbeiten bei der aufwändigen Sanierung. Diesmal entstand der Schaden bei der Verlegung einer Fernwärmeleitung nach Ehrenfeld in Höhe der Brücke Klosterstraße. Dabei wurde ein Rohr beschädigt. Es verbindet die Kanalbecken beiderseits der Klosterstraße unter der Brücke hindurch. Das Wasser, das eigentlich vom westlichen ins östliche Becken fließen soll, ergoss sich über die Baustelle. Mit Sandsäcken gelang es schließlich, die Baugrube weitgehend gegen das eindringende Wasser zu sichern. Nun sind die Rhein-Energie und die Stadt bemüht, das Kanal-Rohr zu reparieren.

Der stellvertretende Leiter des Grünflächenamtes, Joachim Bauer, beschreibt den Schaden als "ein großes Problem". Der alte Durchlass sei undicht geworden, weil er bei den Arbeiten der Rhein-Energie freigelegt wurde. "Dadurch fehlte der Gegendruck des umgebenden Erdreichs, das alte und anfällige Rohr barst und muss nun komplett erneuert werden", schilderte Bauer.

Der drastisch gesunkene Wasserspiegel im unteren Becken ist vor allem ein Problem für die Fische. Deshalb wird das Wasser zurzeit mit provisorisch installierten Pumpen von dem höher liegende Becken in das untere geleitet. Rund 600 Schleien waren erst Ende vergangenen Jahres neu in das Kanalsystem eingesetzt worden. Vor der Sanierung 2011 waren der Rautenstrauch- und der daran anschließende Clarenbachkanal komplett leer gefischt worden.

Die Arbeiten zur Reparatur der Rohr-Verbindung seien schon weit fortgeschritten. Bauer geht davon aus, dass sie in Kürze abgeschlossen werden können. Das bestätigt auch die Sprecherin der Rhein-Energie, Jennifer Vietor.

Wie beim  Hochwasserschutz wurde die Baugrube mit Sandsäcken gegen eindringendes Wasser gesichert.
Wie beim Hochwasserschutz wurde die Baugrube mit Sandsäcken gegen eindringendes Wasser gesichert.
Foto: Eickler

Die Fernwärme-Baustelle der Rheinenergie an der Klosterstraße wird noch eine Weile bestehen bleiben. Die Leitung ist zwar bald fertig. "Doch auch danach sind noch kleinere Arbeiten nötig, weil einzelne Hausanschlüsse gelegt werden", informierte Vietor.

Die Instandsetzung der Kanäle im Jahr 2011 kostete rund eine Million Euro. Verbunden damit war der Einbau eines Gefälle-Systems. Die Becken des Rautenstrauch- und des Clarenbachkanals haben von West nach Ost ein Gefälle. So kann das Wasser, das nahe des Stadtwaldgürtels aus einer unterirdischen Leitung in den Rautenstrauchkanal läuft, gleichmäßig fließen. Es kommt genügend Sauerstoff hinein, was für eine hohe Wasserqualität sorgt.

Die Kö als Vorbild

Als Verbindungspromenade zwischen Stadt und Stadtwald wurden dien Kanäle 1925 geschaffen. Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer griff eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Idee wieder auf. Vorbild für die Gestaltung war der Wassergraben der Königsallee in Düsseldorf. (eic)

Sein biologisches Gleichgewicht hat der Kanal seit der Sanierung aber noch nicht gefunden, wie die neuerliche Algenblüte zeigt. Deshalb werden nach Abbau der Rheinenergie-Baustelle noch Karpfen eingesetzt. Sie sollen helfen, die Algenblüte in Grenzen zu halten. Bauer sagt dazu: "Die Algen entwickeln sich so gut, weil das Wasser so klar ist." Der oben schwimmende Algenteppich stelle zwar kein Problem für die Qualität des Gewässers dar, "er ist aber unschön anzusehen." Wiederholt waren Arbeiter des Grünflächenamtes vor Ort, um die Algen von Hand abzufischen. "Das ist auf Dauer zu teuer", sagt der stellvertretende Amtsleiter. Jetzt sollen es die Karpfen sozusagen ehrenamtlich richten. "Die gründeln und wühlen dabei Schwebstoffe auf, die das Wasser eintrüben", erläutert Bauer. Trübes Wasser bedeutet weniger Licht am Grund des 80 Zentimeter tiefen Gewässers. Und bei Lichtmangel entwickeln sich die Algen schlechter.

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