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SC Blau-Weiss 1906: Dem Verein laufen die Fußballer weg

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Die Duschen im Vereinsheim. 
Während es sportlich rund läuft für den Sportclub Blau-Weiß 1906, sind die Fußballer außerhalb des Platzes wenig glücklich über die Zustände im Verein. Vor allem der Ascheplatz und die Duschen sind in einem katastrophalen Zustand.  Von
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Spitzenreiter – das ist der Sportclub Blau-Weiß 1906 ziemlich oft. Glücklich sind die Fußballer aus Lindenthal darüber aber keineswegs. Seine beiden Ascheplätze am Fort VI im Grüngürtel werden als erste in Köln gesperrt, wenn es regnet. Diesen Eindruck hat zumindest Klubgeschäftsführer Daniel Buss.

Ein Traum wäre ein Kunstrasenplatz. 21 Ascheplätze will die Stadt bis 2017 zu Kunstrasenplätzen umbauen – Blau-Weiß ist nicht darunter. Weil das jedoch nicht die einzige Sorge des Klubs ist, wollen Lindenthals Bezirksvertreter dem Traditionsverein helfen.

Daniel Buss führt eine lange Mängelliste über die Sportanlage. Die Ascheplätze und die maroden Duschen stehen ganz oben. So etwas fördert nicht gerade den Neuaufbau des Vereins, der schwere Zeiten hinter sich hat. Der Vorstand leistet geradezu Sisyphos-Arbeit. Buss sagt: „Neue Mitglieder laufen uns zwar zu. Doch wenn die sehen, in welchem Zustand unsere Infrastruktur ist, wechseln sie schnell zu einem der benachbarten Vereine.“

Jetzt machten sich Vertreter der Bezirksvertretung Lindenthal und des Sportamtes ein Bild von der Misere. Besonders schockierte sie der Zustand des Sanitärbereichs. Schimmel in den Duschen, unaufhörlich läuft das Wasser aus einem undichten Hahn. Darunter leidet vor allem die Jugendarbeit. „Viele Eltern, die das sehen, nehmen ihre Kinder wieder aus dem Verein“, sagt Vereinsvorsitzender Arthur Rätsch. „Dabei haben wir das schon vor zwei Jahren der Stadt gemeldet“, so Buss.

Politiker für Renovierung

In einer Sondersitzung am Donnerstag, 6. Juni, ab 17 Uhr im Bezirksrathaus, Aachener Straße 220, befasst sich die Bezirksvertretung Lindenthal mit der Vorlage zur „Modernisierung und Sanierung von Sportfreianlagen“.

Alle Fraktionen fordern, die Anlage des SC Blau-Weiß dabei zu berücksichtigen. (eic/Rös)

Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker fragte entsetzt, wie die Stadt ihr Eigentum so vernachlässigen könne. Dieter Sanden, der Leiter des Sportamtes, sagte finanzielle Unterstützung bei der Renovierung von Dusche und Spielerkabinen zu. Zugleich räumte er Versäumnisse der Verwaltung ein: „Mir war das alles nicht bekannt, aber es gibt Aktenvermerke und Aufträge an die Gebäudewirtschaft. In Zukunft müssen wir da besser nachhaken.“ Verwundert fragte die Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung, Sabine Pakulat: „Warum steht ein Verein wie Blau-Weiß nicht auf der Prioritätenliste zur Modernisierung und Sanierung Kölner Sportfreianlagen?“ Die Liste liegt derzeit allen Bezirksvertretungen zur Entscheidung vor. Lindenthal soll leer ausgehen. Deswegen wollen sich die Bezirksvertreter in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen. „Blau-Weiß hätte sicherlich auf die Liste gehört“, fand auch Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker.

Doch Dieter Sanden erklärte, dass man beim Zusammenstellen das Hauptaugenmerk auf die Versorgung mit Kunstrasenplätzen gelegt habe. „Und da verfügt der Stadtbezirk Lindenthal mit neun Plätzen über weit mehr als Bezirke wie Chorweiler, Kalk und Ehrenfeld, die allesamt nur einen städtischen Kunstrasenplatz haben.“ Vor diesem Hintergrund und angesichts der Kosten von 1,1 Millionen Euro für einen Kunstrasenplatz rückt der Traum des SC Blau-Weiß damit wohl in weite Ferne.

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Geholfen wäre dem Verein schon, wenn es wenigstens den – echten – Rasenplatz auf der idyllisch gelegenen Anlage nutzen könnte. Der befindet sich neben den beiden Ascheplätzen. „Auf den Rasenplatz können wir nicht mehr, seit die Stadt ihn der Frauenabteilung des FC zur Nutzung überlassen hat“, sagt Arthur Rätsch.

Sanden reagierte verwundert: „Wir haben den Platz dem FC mit der Maßgabe überlassen, ihn für Spiele von Blau-Weiß zur Verfügung zu stellen.“ Sowohl Sanden als auch der Leiter der Bürgeramts Lindenthal, Walter Stocker, wollen das mit dem 1. FC Köln klären.

Derweil kämpfen Daniel Buss und Arthus Rätsch darum, ihren Verein weiter nach vorne zu bringen. Immerhin stand er 1959 mal auf Platz vier der Landesliga. 2008 drohte ihm gar das Aus mit gerade mal 72 Mitgliedern, Inzwischen sind es wieder 354. „Die haben bessere Trainingsbedingungen verdient“, so das Resümee der Bezirksbürgermeisterin und ihrer Kollegen aus der Bezirksvertretung.

Vielleicht gelingt es ja mit dieser Unterstützung, auch einmal in der Liga Spitzenreiter zu werden – nicht nur bei den Platzsperren bei Regenwetter.

www.sc-blau-weiss-koeln.de

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