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Sidol-Gelände: Bürger sorgen sich um Denkmalschutz

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Die Torhäuser der ehemaligen Sidol-Fabrik werden das markante Entree des neuen Wohnquartiers. Foto: Eickler
Aufmerksame Bürger sind sorgen sich darum, ob der Denkmalschutz beim Bau der neuen Wohnsiedlung auf dem Sidol-Gelände eingehalten wird. Das alte Torhaus soll wieder Pförtnerloge werden und ist dafür bereits massiv verändert worden.  Von
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Das neue Wohnviertel auf dem Gelände der ehemaligen Sidol-Fabrik wächst. Dies geht allerdings nicht ohne bauliche Veränderungen an den Resten der denkmalgeschützten ehemaligen Fabrik, die ins neue Quartier integriert werden sollen. Das sind das Hauptgebäude und die Torhäuser an der Eupener Straße. Nachdem Ende vergangenen Jahres große, bis zum Boden ragende Fensterflächen in das südliche Torhaus eingebaut worden waren, machen sich nun einige Bürger Sorgen, dass das Denkmal scheibchenweise demontiert wird. Im nördlichen Torhaus gibt es bereits ein Café. Im südlichen Torhaus wird künftig ein Concierge-Service für die Bewohner und die Besucher der Wohnanlage untergebracht sein. Und das Haupthaus der ehemaligen Fabrik soll in Gewerbeeinheiten, beispielsweise Büros und Praxen, verwandelt werden.

Arbeiten gehen voran

Am südlichen Torhaus wurde die Fassade massiv verändert.
Am südlichen Torhaus wurde die Fassade massiv verändert.
Foto: Eickler

Der Fortgang der Arbeiten scheint die Sorge der Bürger zu bestätigen. Im vergangenen Jahr erwirkte der Investor, die Dornieden Generalbau GmbH, eine Abbruchgenehmigung für den westlichen Anbau des denkmalgeschützten Hauptgebäudes mitsamt des Schornsteins. Den Umbau des Torhauses sieht auch Ulrich Turck vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz kritisch. Er hatte in den 1980er Jahren das Gutachten zur Unterschutzstellung der Sidolwerke erarbeitet. Turck meint: „Ich finde es nicht gut, dass man die kleinen Fenster durch diese große Fensteranlage ersetzt hat. Die kleinen Fenster waren typisch für die 1950er Jahre. Und in dieser Zeit waren die Torhäuser schließlich neu aufgebaut worden, nachdem sie im Krieg stark beschädigt worden waren.“ Marion Grams-Thieme von der Unteren Denkmalbehörde hingegen legt Wert auf die Feststellung, dass eben dies bereits Veränderungen gewesen wären, die nicht dem Original der Torhäuser entsprochen hätten.

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Überhaupt sind sie und der Investor der Ansicht, dass dem Schutz des Denkmals Genüge getan werde. Grams-Thieme sagt: „Die vorgenommenen Veränderungen sind mit uns abgesprochen und genehmigt. Sie beeinträchtigen die Struktur der Gebäude nicht in ihrer Bedeutung als Denkmal.“

Erst Eingang, dann Frittenbude, jetzt Entree

Und was die Veränderung der Torhaus-Fassade angeht, führt die amtliche Denkmalschützerin aus: „Die vermutlich ohnehin erst in den 1980er Jahren in die Außenwand eingebrachte dünne Wand mit Kunststofffenstern wurde durch eine qualitätvolle Gestaltung ersetzt.“ Zwar gebe es kein Fotomaterial, das die Rückseite des Torhauses in seiner ursprünglichen Gestalt zeige, doch schon die vorgefundenen Materialien machten deutlich, dass das Torhaus in der Vergangenheit an dieser Stelle mehrfach verändert worden sei. Auch Richard Zangs von der Dornieden Generalbau beteuert: „Wir sind uns der Bedeutung der Sidolwerke als Denkmal durchaus bewusst. Und wir machen da nichts ohne enge Absprache mit der städtischen Denkmalbehörde.“ Der Einbau der großen Fenster mitsamt einer Glastür entspreche außerdem der ursprünglichen Funktion des Torhauses. „Das war ursprünglich ein Eingangspavillon zur Fabrik, ein Durchgang also. Zuletzt aber war darin eine Frittenbude. Formal also haben wir den alten Zustand wieder hergestellt, denn nun wird es wieder ein Entree.“

Ilsetraut Popke von der Interessengemeinschaft Braunsfelder Bürger (IGBB) ist froh, dass Dornieden und der Denkmalschutz Hand in Hand arbeiten. Was den Umbau des südlichen Torhauses angeht, bleibt sie aber noch skeptisch. „Niemand scheint zu wissen, wie die Rückseite der Torhäuser ursprünglich aussah. Wie kann man also sagen, dass der aktuelle Umbau unproblematisch sei?“ Die IGBB ist daher auf der Suche nach historischen Fotografien, die Aufschluss geben könnten über die Torhäuser. „Auf jeden Fall darf dies nicht der Anfang einer unkontrollierten Entwicklung werden. Wir werden genau beobachten, wie mit dem Hauptgebäude verfahren wird, um es für die Zukunft nutzbar zu machen“, sagt Ilsetraut Popke.

Wer historische Fotos besitzt, die die Rückseite der Torhäuser zeigen, kann sich unter Telefon 54 28 31 bei Ilsetraut Popke melden.

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