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Waldlabor: Führung durch den Wald der Zukunft

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Im Klimawald zeigte Markus Bouwmann Bäume, die besonders resistent gegen Temperaturschwankungen und Trockenheit sind. Foto: Esch
Kennen Sie das Kölner Waldlabor an der Bachemer Landstraße/Ecke Stüttgenhof? Auf einem Rundgang durch das 25 Hektar große Freiluftlabor, können Besucher hautnah erfahren, wie der Wald der Zukunft beschaffen sein muss.  Von
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Liebevoll fasst Markus Bouwmann, Leiter der Kölner Forstverwaltung, den kleinen Baum an seinem Wipfel. Der Waidmann zieht das Gewächs ein wenig in Richtung der Menschen, die ihn begleiten, und zeigt ihnen die zackigen Blätter: "Na, kann mir jemand sagen, was das ist?", fragt er. "Ein Ahorn!?", antwortet Hartmut Heiber, einer der Teilnehmer der seltenen Führung. Zweifel klingen mit. "Es ist nicht schlimm, dass sie diesen Baum nicht kennen. Das ist eine Elsbeere und sie ist sehr selten", tröstet ihn Bouwmann.

Im 25 Hektar großen Kölner Waldlabor an der Bachemer Landstraße/Ecke Stüttgenhof ist der "Baum des Jahres 2011" vor allem deshalb zu finden, weil er sehr genügsam ist. Er braucht wenig Wasser und gedeiht an sehr kalten, aber auch an heißen, trockenen Standorten. Er ist ein perfekter Baum für den "Wald der Zukunft", wenn es auf der Erde zwei, drei Grad wärmer geworden ist und es immer wieder späte Frostperioden im Frühling und Unwetter geben wird. Die Elsbeere ist einer der Bäume, die im sogenannten Klimawald - einem Teil des Waldlabores - getestet werden. Vor drei Jahren wurde das Labor gepflanzt. Neben dem Klimawald ist dort auch ein Energiewald zu finden, ein Areal, auf dem Bäume gepflanzt sind, die besonders schnell wachsen und viel Holz zur Energiegewinnung liefern können. Auch ein Wandelwald, der sich mit den Jahreszeiten besonders eindrucksvoll verändert, gehört zum Freiluft-Labor. Dort stehen Bäume, die blühen oder farbenprächtiges Herbstlaub bekommen.

Vorschau auf den Wald der Zukunft

Die Bäume im Waldlabor werden dort durch weiße Tafel genauer erklärt.
Die Bäume im Waldlabor werden dort durch weiße Tafel genauer erklärt.
Foto: Esch

Das Waldlabor ist ein Gemeinschaftsprojekt: Die Stadt hat die Flächen zur Verfügung gestellt, das Unternehmen Toyota hat den Klimawald und die Rhein-Energie den Energiewald gesponsert. Es ist ein Experimentierfeld, das neue Erkenntnisse darüber bringen soll, welche Bäume in unseren Wäldern künftig wachsen werden, wie sie zu bewirtschaften sind und wie die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland reduziert werden können. Der Wandelwald entstand zuletzt im Rahmen der Aktion "Ein Wald für die Stadt" mit Hilfe von Spenden. Dort stehen die jüngsten Bäumchen, kleine Küstentannen, Vogelkirschen, Esskastanien und auch einige kleine Elsbeeren, weil der seltene Wildobstbaum auch sehr hübsch blüht. Im Klimawald fällt eine Baumart durch die fast weiße Unterseite ihrer ovalen Blätter auf. "Die Mehlbeere heißt so, weil die Blätter aussehen wie von Mehl bestäubt. Sie ist unser Cosmopolit. Sie wächst am Nordkap wie auch in Marokko", erklärt Markus Bouwmann.

Hartmut Heibers Ehefrau Lydie bleibt fasziniert vor einem fast kahlen dickästigem Baumgerippe stehen, an dessen Seite drei kleine dunkelgrüne Blätter keimen. "Das ist ein Blauglockenbaum. Er kommt aus Japan und China. Er hat ganz tiefe Wurzeln und schlägt deswegen gewaltig aus, friert aber auch schnell ab", berichtet Markus Boumann. Deswegen ist das Experiment Blauglockenbaum im Waldlabor nahezu gescheitert. In der Testreihe haben nur wenige den harten Winter überstanden.

Viele Tiere angesiedelt

Über den laubarmen Bäumchen hält ein Turmfalke nach Mäusen Ausschau. Viele Tiere haben sich in dem neuen Waldstück angesiedelt. Für die Vögel haben die Forstamtsmitarbeiter dort eine Jule, eine hölzerne Aussichtsstange, aufgestellt. Inzwischen ist sie von einer Pappel namens Max verschluckt. Der Pappelart im Energiewald geht es blendend. Die Bäume sind mehrere Meter in die Höhe geschossen. Da konnte die Jule nicht mithalten und ist im dichten Geäst verschwunden. "Diese Pappelart wird regelrecht geklont, man schneidet von ihr einfach Äste ab pflanzt sie als Stecklinge in die Erde", erklärt Bouwmann.

Als die Führung schließlich das Waldlabor verlässt, lernt auch der Förster noch etwas dazu. "Wissen sie eigentlich wie dieser Weg hier heißt, auf dem wir uns befinden?", fragt Hartmut Heiber. Bouwmann muss passen. "Das ist der Erfter Pfad. Hier stehen tolle Mirabellenbäume. Wir kommen immer im Sommer, um sie zu ernten, dann kochen wir daraus Marmelade"

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