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Wendelinstrasse: Ringen um jeden Meter Grün

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Auf dieser zum Schulgrundstück gehörenden Wiese will die Stadt die neue Kita bauen. Foto: Eickler
In Müngersdorf protestieren Bezirksvertreter gegen die Pläne, auf dem Gelände der Grundschule Wendelinstraße eine Kita zu errichten. Im Gespräch mit einem Gebäudewirtschaftler eröffneten sich plötzlich neue Optionen.  Von
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Müngersdorf

Die Müngersdorfer begrüßen den Neubau einer Kindertagesstätte. Dass sie dafür aber den letzten Flecken Grün auf dem 11 000 Quadratmeter großen Gelände ihrer Grundschule an der Wendelinstraße hergeben sollen, gefällt vielen gar nicht. Bei einem Ortstermin, zu dem die Bezirksvertretung Lindenthal eingeladen hatte, machten sie ihrem Unmut Luft. Am Ende gelang es den Bürgern, den Abgesandten der Gebäudewirtschaft, Siegfried Moreyko, für das Problem zu sensibilisieren.

Dennoch – die anwesenden Politiker blieben zunächst unzufrieden, weil die Bezirksvertretung nicht früher wenigstens beratend an der Planung beteiligt worden war. Was auf der Wiese passieren soll, hatten sie erst jüngst erfahren. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Roland Schüler fragte Moreyko: „2010 hat der Rat den Beschluss zum Bau der Kita gefasst. Warum kommen sie erst auf unsere dringliche Bitte hierher, um uns zu informieren? Warum haben Sie die Bezirksvertretung nicht frühzeitig in die Planung mit einbezogen?“ „Weil sie für den Neubau von Kindertagesstätten nicht zuständig ist“, entgegnete Moreyko. Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker konnte es nicht fassen: „Sie planen einfach über die Köpfe der Betroffenen hinweg, ohne deren Vorstellungen zu berücksichtigen. Dabei hätten wir viele gute Ideen für die Kita.“

Politiker bleiben hartnäckig

Kita-Plätze werden im Stadtteil dringend gebraucht. Zum einen wird ein Ersatz für die drei Gruppen große Kita im Petershof benötigt. Denn die Stadt will das denkmalgeschützte Anwesen verkaufen, das den Anforderungen an eine moderne Kita außerdem nicht mehr entspricht. Zudem will das Jugendamt in Müngersdorf weitere Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stellen. Deshalb soll auf dem Hof der Schule Wendelinstraße – zur Straße Am Kirchhof hin – eine Kita für vier Gruppen gebaut werden. Die Pläne sind fertig. In Kürze soll der Bauantrag gestellt werden. „Wir bauen die neue Kita eingeschossig auf die Wiese“, erklärte Siegfried Moreyko von der Gebäudewirtschaft.

Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker (r.), die kommissarische Schulleiterin, Doris Krieger (Mitte.) und Siegfried Moreyko (l.) von der Gebäudewirtschaft diskutieren.  Foto: Eickler

Kopfschüttelnd meinte dazu Doris Krieger, die kommissarische Leiterin der Grundschule: „Wir haben die Umweltbildung der Kinder im Schulprofil, und sie nehmen uns die letzte verblieben Grünfläche. Warum bauen Sie nicht auf kleinerem Raum, dafür aber zweigeschossig? Dann bliebe wenigstens ein Teil der Fläche unversiegelt.“ Moreyko aber erwiderte, dass es keine Verhandlungsmasse mehr gebe: „Wir haben bereits 150 000 Euro für die Planung ausgegeben.“ Die nun in Frage zu stellen, sei Verschwendung von Steuergeldern und brächte großen Zeitverlust. Moreyko erklärte, dass die eingeschossige Bauweise am besten geeignet ist für Kinder unter drei Jahren. Würde man sie in einem oberen Geschoss unterbringen, wäre mehr Personal vonnöten, weil die Kinder dann herauf- und heruntergetragen werden müssten. Zudem sind dann zusätzliche Rettungswege gefordert.

Doch so leicht wollten sich die Politiker nicht abspeisen lassen. Blömer-Ferker kündigte an, die zuständige Dezernentin, Agnes Klein, in die Bezirksvertretung einzuladen. Die Bezirksbürgermeisterin meinte: „Da muss doch noch was zu machen sein.“ Die Vorsitzende des Bürgervereins Hildegard Jahn-Schnelle ist der selben Ansicht. Sie gab beim Ortstermin sogar zu bedenken, dass das Schulgrundstück in seiner Gesamtheit gesehen werden müsse. „Die Turnhalle ist marode. Auf dem Schulhof stehen noch 50 Jahre alte Baracken, die man ohne Frage abbrechen könnte. Dann wäre Platz für den Bau der Kita auf heute schon versiegelter Fläche geschaffen. Die Wiese bliebe erhalten“, schlug sie vor. Die Baracken aber hat die Stadt langfristig an das Kölner Therapiezentrum vermietet. „Die bleiben schon deshalb stehen“, entgegnete Moreyko. Als er aber hörte, dass eine von ihnen nur zu Lagerzwecken benutzt würde, meinte er: „Wenn das stimmt, könnten wir darüber nachdenken, diese abzubrechen und die verbleibende Fläche zu entsiegeln. Das wäre zu bezahlen, und sie erhielten eine Ersatzgrundfläche, wenn auch eine kleinere.“

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