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Wohnpark Weiden: Kinder-Paradies bleibt geschlossen

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Foto: dpa
Stadt und Eigentümergemeinschaft streiten darüber, wer für die Sanierung einer Kita zahlen muss. Diese bleibt laut derzeitigen Aussagen deshalb vorzeitig geschlossen.  Von
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Weiden. "Die Stadt hat Mühe, ihr selbst gesetztes Ziel einer Versorgung mit Kitaplätzen für 40 Prozent aller Kinder unter drei Jahren bis zum Sommer sicher zu stellen. Aber hier lassen sie eine Kita seit mehr als drei Jahren leer stehen. Wer soll das verstehen", sagt Jürgen Meurer. Er vertritt die Eigentümergemeinschaft im Wohnpark Weiden II. Die Kindertagesstätte könnte wieder genutzt werden, wenn vor Gericht eine Einigung erzielt wird. Doch eine der streitenden Parteien, die Stadt, zeigt dazu bislang keine Bereitschaft.

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Inmitten der Wohnanlage liegt die Kindertagesstätte An der Alten Post: Platz für 75 Kinder, drei Gruppenräume, 2500 Quadratmeter Außengelände, alter Baumbestand, kein Autoverkehr in der Nähe. Klingt wie ein Paradies für Kinder. Und nach wie vor fehlen in Weiden Kita-Plätze; zurzeit liegt die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren bei nur 24 Prozent, für Kinder über drei Jahren bei 90 Prozent. Doch die Einrichtung An der alten Post steht seit 2009 leer. Damals waren Feuchtigkeitsschäden festgestellt worden, 75 Kinder und ihre Betreuerinnen mussten ausziehen.

Ein undichtes Dach

"Wie ein von Stadt und Eigentümergemeinschaft beauftragter Sachverständiger festgestellt hatte, drang Wasser durch ein undichtes Dach ein. Das war gefährlich, die Elektrik hatte Schaden genommen", sagt Jürgen Gladbach von der Foncia Immonova GmbH, die den Wohnpark verwaltet. Doch statt kurzfristig den Schaden zu beheben, begannen die Stadt und die Eigentümergemeinschaft darüber zu streiten, wer die Kosten für die Arbeiten zu übernehmen habe. Die Kita-Immobilie ist zwar im Besitz der Eigentümergemeinschaft.

Diese hat sie der Stadt aber kostenlos für den Betrieb als Kita überlassen. Seitdem ist die Gebäudewirtschaft für den Betrieb und die Instandhaltung verantwortlich. Deren Leiter Engelbert Rummel jedoch vertrat bereits 2009 die Ansicht, der Feuchtigkeitseintrag käme aus der darunter liegenden Tiefgarage. Also sei die Eigentümergemeinschaft verantwortlich. Der Streit eskalierte. 2010 klagte die Stadt gegen die Eigentümergemeinschaft auf Instandsetzung der Kita. Das Verfahren kam bislang nicht zu einem Ende.

In dieser verzwickten Lage meldet sich nun die Bezirksvertretung Lindenthal zu Wort. Einhellig ist das Stadtteilparlament der Meinung, den glücklichen Umstand, dass die Nachbarschaft sich ausdrücklich eine Kita an dieser Stelle wünscht, müsse man nutzen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Horst Nettesheim, gab zu bedenken: "Das ist längst nicht überall der Fall. Und hier sind wir in der komfortablen Situation, dass die Kita über ein großes, ruhiges, vom Autoverkehr unbehelligtes Außengelände verfügt." Einstimmig fordern die Politiker von der Verwaltung, die Kita wieder in Betrieb zu nehmen und auf den vom Gericht angebotenen Vergleich einzugehen. Derweil haben die Bürger vor Ort Sorge, dass die Kita ganz geschlossen werden soll.

Weiden fehlen 40 Plätze

In der Zwischenzeit hat Jugenddezernentin Agnes Klein sich zu der Kita bekannt. Auf Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger" meint sie: "Auch wenn wir eine weitere Kita in der Kronstädter Straße neu bauen, fehlen noch 40 Plätze in Weiden. Auf die Wiederinbetriebnahme der Kita An der Alten Post kann nicht verzichtet werden."

Für heute steht eine Entscheidung des Landgerichts Köln in der Sache auf der Tagesordnung. Bereits im Verlauf des Verfahrens hatte das Gericht im Herbst 2012 einen Vergleich vorgeschlagen. Demnach hätte die Stadt zwei, die Eigentümergemeinschaft ein Drittel der Sanierungskosten tragen sollen. Das aber hatte die Stadt abgelehnt. Klein dazu: "Zum laufenden Verfahren äußern wir uns nicht." Dafür forderten die Bezirksvertreter ihrerseits die Stadt auf, sich doch noch kompromissbereit zu zeigen und einem Vergleich zuzustimmen. Einstimmig sprach sich das Stadtteilparlament dafür aus, die Kita inmitten des Wohngebiets so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen.

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