lit.Cologne
Alle Informationen zum Literaturfestival, Rezensionen und zu den Autoren der 14. lit.Cologne vom 12. bis 22. März 2014.

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Amos Oz: Geschichten zum Beeindrucken

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Amos Oz im WDR-Sendesaal. Foto: stefan worring
Der israelische Schriftsteller Amos Oz hat im Zuge der lit.Cologne am Freitagabend im WDR-Sendesaal gelesen. Bei der Veranstaltung, die vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ präsentiert wurde, stellte Oz „Unter Freunden“ vor, seine Erzählungen aus dem Kibbuz.
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Köln

Amos Oz zögerte nicht eine Sekunde. Ein Geschichtenerzähler sei er schon immer gewesen, sagte Israels berühmtester Schriftsteller im Sendesaal des WDR. Er sei kein guter Sportler gewesen, kein guter Schüler und gut ausgesehen habe er auch nicht: "Ich konnte nur mit meinen Geschichten die Mädchen beeindrucken". So sei es im Grunde noch heute, meinte der Mann, der seit 50 Jahren verheiratet ist. Man darf hinzufügen: Glücklich verheiratet. Ehefrau Nily jedenfalls eröffnete den Abend mit einem kurzen Blockflöten-Konzert. Das gefiel dem Publikum im ausverkauften Saal, das gefiel aber sichtlich und vor allem dem Autor selbst.

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Bei der lit.Cologne-Veranstaltung, die vom "Kölner Stadt-Anzeiger" unterstützt wurde, präsentierte der vielfach ausgezeichnete Autor seine neuen Erzählungen aus dem Kibbuz:  "Unter Freunden". Oz selbst lebte rund 30 Jahre lang in einem Kibbuz und weiß: "Für einen Schriftsteller ist eine solche Gemeinschaft eine Goldgrube." Er hätte in derselben Zeit zehn Mal um die Welt reisen können und nicht ein Prozent von dem erfahren, was er im Kibbuz Hulda erfahren habe." So sei das gewesen: "Man wusste immer, wer mit wem hinter wessen Rücken was mache!" Allerdings habe es auch umgekehrt gegolten: Alle hätten gewusst, wie es um ihn stehe. "Aber das war nur fair!" meinte Oz.

Schon zu Beginn seiner Karriere hatte er sich dem Kibbuz-Leben in Erzählungen gewidmet. Doch mag auch der Hintergrund der Geschichten ein bekannter sein, so ist es die Tönung keineswegs. Denn diesmal stellt Oz lauter Einsame im Kollektiv vor. Es seien Menschen, so sagte er es, die sich  gleichsam mit den Fingerspitzen sehr nahe kämen, beinahe berührten  - aber eben nur beinahe. Letztlich könnten sie nicht zueinander finden und blieben allein.

Moderiert wurde der Abend von Susanne Weingarten. Die eröffnete mit einer schönen Anekdote. Etgar Keret, der neue Star am israelischen Literaturhimmel, der zuvor auf dem Festival gelesen hatte, bekannte ihr, dass Amos Oz ihn sehr zum Schreiben ermutigt habe. Auf einen Brief, der nur adressiert gewesen sei mit "Amos Oz, Arad", habe er eine prompte Antwort erhalten. Keret habe nun in Köln zu ihr in einer englisch-jiddischen Melange gesagt: "Amos Oz is a Mensch!"

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Die 14. lit.Cologne lockt zahlreiche Autoren nach Köln. Das Veranstaltungsspektrum ist breit gefächert.

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