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Fachmesse: Pfeife rauchen nicht nur Männersache

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Vom konservativen Klassiker bis zur durchgedrehten Skurrilität gibt es alles. Denn neben der Krawatte ist die Pfeife das klassische Accessoire, bei dem auch der Mann Mut zu Form und Farbe zeigen darf.  Foto: Ingrid Bäumer
Auf der „8. Pfeifenausstellung“ in der Villa Friedlinde in Lohmar konnte ein umfangreiches Angebot von Einzelstücken besichtigt werden, die bis zu tausend Euro kosten. Angefangen hatte die Messe im beschaulichen Maße.  Von
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Aromatisierte Tabakschwaden wabern durch den Saal von Villa Friedlinde. Ebenso wie flache Witze über den Zusammenhang zwischen der Pfeife und einem anderen Accessoire des Mannes – besonders, was die Länge betrifft. Kann es da verwundern, dass der Genuss von Tabak mit Hilfe der Pfeife nach wie vor als männliche Domäne gilt?

Doch Maike Paeßens ficht das nicht an. „Ich rauche Pfeife, seit ich 17 bin“, erzählt die erste und bislang einzige Pfeifenmacherin unter den 36 Ausstellern der „8. Pfeifenausstellung“. „Ich komme aus Schleswig-Holstein, kurz unter der dänischen Grenze. Da ist die Pfeife für Frauen genauso selbstverständlich wie für Männer.“ Als die junge Frau nach Berlin zog, vermisste sie diese Rauchkultur. Jemand schenkte ihr einen Workshop für Pfeifenbauer, „das machte mir so viel Spaß, dass ich weitermachen wollte.“ Der Erfolg gibt ihr Recht. Zwar könne sie von ihrem Hobby nicht leben, doch das, meint Paeßens, könnten sowieso nur drei oder vier Personen in ganz Deutschland. Immerhin: Auf der Messe ist ihr Verkaufstisch schon um 15 Uhr leer – ausverkauft! „Vielleicht bin ich als einzige Frau hier so was wie ein kleiner Star“, räumt sie ein.

Volker Bier kann das nur recht sein – der Veranstalter wünscht sich, dass mehr Frauen die Szene beleben. Dem Geschäft würde es nicht schaden – aber offensichtlich ist Pfeife rauchen auch so schon im Trend.

400 Besucher

„Vor acht Jahren haben wir in einem Lohmarer Kneipenkeller angefangen mit drei Machern und sieben Gästen“, erinnert er sich. Am vergangenen Samstag, so schätzt er, waren 300 bis 400 Besucher da. Einige Aussteller und „User“ kamen sogar aus Frankreich und Italien. „Mehr dürfen es nicht werden, sonst wird die Villa Friedlinde für uns zu eng.“ Volker Bier, selbst enthusiastischer Hobby-Pfeifenbauer, führt den neuen Trend auch auf die steigenden Zigarettenpreise zurück. „Deshalb greifen auch junge Leute wieder mehr zur Pfeife.“ Aber was ihm wichtig ist: Alle Exponate sind handgemachte Einzelstücke. „Jede nur denkbare Formen ist möglich. Meiner Meinung nach ist das schon Kunst.“

Die Modelle kosten zwischen 90 und 1000 Euro. Beim Preis schlage weniger der Mehraufwand zu Buche als der Name, den sich ein Hersteller gemacht habe. Individualität ist Trumpf. Ein Mann im Schottenrock führt eine „Steampunk“-Pfeife spazieren: ein langes, verwinkeltes Modell, selbst gebaut mit einem Meerschaum-Kopf aus alten DDR-Beständen und Kupferrohren vom Baumarkt.

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Zärtlich hält Aussteller Hans-Joachim Ziglowski seine kleine, sanft geschwungene „Cat’s Paw“ in den Händen. „Mein Verkaufsknüller des letzten Jahres“, verrät er. „Sie hat die Form einer Katzenpfote, wenn eine Katze auf dich zukommt und spielen will“, erläutert er. Auf die Idee sei er gekommen, als die alte, treue Katze eines Freundes starb. Zurzeit arbeitet er an einer größeren Ausführung des Modells – eine Sonderanfertigung für einen Mann mit sehr starken, schweren Händen. „Der Kunde war heute schon hier und hat sie in die Hand genommen“, erklärt Ziglowski. „Das ist sehr wichtig, schließlich muss die Größe ja passen.“
Welchen Namen die große Schwester der Katzenpfote bekommen wird, weiß er jetzt schon: „Pantherpfote!“

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