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Holzbau: Für Wildtiere Brücken schlagen

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Fast wie im Tunnel: Die Grünbrücke im brandenburgischen Luckenwalde ist knapp 40 Meter breit. Foto: Privat
Der Lohmarer Ingenieur Frank Miebach baut in Brandenburg eine Grünbrücke aus Holz. Noch sind diese Bauwerke ein Novum, doch nach dem Willen des Bundes sollen in den kommenden Jahren zahlreiche Querungen für Wildtiere entstehen  Von
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Riesige Bögen spannen sich über die Fahrbahn; der Mensch darunter wirkt wie ein Winzling. Mit seiner enormen Breite von nahezu 40 Metern mutet das Bauwerk fast an wie ein Tunnel, findet Frank Miebach. Dabei ist es in Wahrheit eine Brücke. Sie ermöglicht es künftig Wildtieren, gefahrlos die Bundesstraße 101 in einer waldreichen Region im brandenburgischen Luckenwalde zu überqueren. So soll gewährleistet werden, dass keine isolierten Lebensräume entstehen, deren tierische Bewohner keine neuen Partner mehr zur Fortpflanzung finden.

Die Lohmarer Firma „Schaffitzel und Miebach, Faszination Brücken“ zeichnet verantwortlich für das neue Bauwerk, das derzeit bei Berlin errichtet wird. Das Besondere: Es ist die zweite Grünbrücke in Deutschland, die überwiegend in Holzbauweise konzipiert ist. Die Spezialisten für Holzbrücken konnten nach eigenen Angaben unter anderem durch kurze Montagezeiten und geringere Kosten die Bauherren überzeugen, dass Holz eine Alternative zur Betonvariante darstellt. Das Projekt könnte damit ein Vorbild werden für die rund 90 weiteren bundesweit beschlossenen Querungsbauten zur Wiedervernetzung von Naturräumen, hofft Geschäftsführer und Projektleiter Frank Miebach, der mit seinem Unternehmen an Haus Sülz residiert.
Neben der Vernetzung von Lebensräumen sollen Grünbrücken vor allem Wildunfälle verhindern. Der Bundestag hat deshalb Ende Februar ein Programm für 93 neue Querungsbauwerke bundesweit beschlossen. Miebach ist optimistisch, dass sein Büro – anders als bislang – bei der Vergabe kräftig mitmischen wird. Denn, so berichtet der Ingenieur, in der Vergangenheit habe es sogar Bauherren gegeben, die ihm noch während der laufenden Ausschreibungen signalisiert hätten, dass eine Bewerbung der Lohmarer keine Chance haben würde – Beton war gefragt. Doch die Trendwende sei bereits in Sicht, so Miebach: „Nach den positiven Erfahrungen mit der Pilot-Holzbrücke, die bereits 2004 bei Rügen errichtet wurde, hat sich der Bund nach gründlicher Prüfung dazu entschlossen, die landschaftsverträgliche Holzbauweise auch bei weiteren Projekten dieser Art fortzuführen.“

Die neue Grünbrücke

Die neue Brücke der Firma Miebach ist 32 Meter lang und 38,90 Meter breit. Sie ist ein erdüberschüttetes so genanntes Bogentragwerk aus verschiedenen Spezialhölzern. Das Fundament besteht aus Beton, damit das Holz nicht unmittelbar mit dem Boden in Berührung kommen kann. Gegen Pilzbefall oder Rissbildung ist das Material widerstandsfähig, erklärt Frank Miebach. Gegen Feuchtigkeit helfe nur: „Fernhalten.“

Zwischen der oben aufgeschütteten Erde und dem Holz wird deshalb eine 18 Zentimeter dicke Abdichtung aus einem speziellen Foliensystem eingezogen. Dieses soll Pflanzenwurzeln und sogar grabenden Tieren widerstehen. (jkh)
www.schaffitzel-miebach.com

In Luckenwalde habe der Holzaufbau rund 2,5 Millionen Euro gekostet, inklusive Lärmschutzwand. Jede einzelne der 93 geplanten Brücke verfüge über ein Projektvolumen von drei bis vier Millionen Euro. „Da wird einiges ausgeschrieben in nächster Zeit.“
In der Region um Lohmar befindet sich bereits eine Grünbrücke über die Autobahn 3 am Königsforst – aus Beton. Unternehmer Miebach bricht jedoch eine Lanze für Holz: „Wo eignet sich der Naturwerkstoff Holz besser als Baumaterial für eine Brücke als bei der Vernetzung von Naturräumen?“

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