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Karriereende: Denkewitz will Wesseling treu bleiben

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Bald nur noch Erinnerung: Michael Denkewitz musste aufgrund anhaltender gesundheitlicher Probleme seine Fußballkarriere beenden.  Foto: maGro/Weingarten
Zwischen Abschied und Aufbruch: Michael Denkewitz will nach seinem unfreiwilligen Karriereende aufgrund einer schweren Knieverletzung dem Fußball-Mittelrheinligisten SpVg Wesseling-Urfeld treu bleiben.  Von
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Wesseling

Das Ende seiner aktiven Laufbahn hat Michael Denkewitz noch gar nicht richtig realisiert. Und das, obwohl seit seinem letzten Spiel mit dem Fußball-Mittelrheinligisten SpVg Wesseling-Urfeld gegen den TSV Alemannia Aachen II (1:3) inzwischen rund zwei Wochen vergangen sind und er auf der anschließenden Weihnachtsfeier des Vereins bereits offiziell verabschiedet wurde. „Dieser Moment während der Klubfeier war sehr emotional. Aber für mich fühlt es sich gerade so an, als wäre ich nur in die Winterpause gegangen“, erklärt der 26-Jährige. „Wahrscheinlich verstehe ich es erst, wenn die Teamkollegen demnächst wieder anfangen zu trainieren und ich nicht mehr dabei bin.“

Dabei kam das Karriereende alles andere als unerwartet: Es war vielmehr das bittere Ende einer langen Leidensgeschichte. Sechs Jahre ist es her – damals spielte Denkewitz noch für die zweite Mannschaft von Alemannia Aachen – da verletzte er sich am Knie. Die Diagnose war niederschmetternd: Die Ärzte attestierten einen Knorpelschaden vierten Grades.

Bis zu jenem Tag hatte Denkewitz noch die Hoffnung gehabt, mit etwas Glück in den Aachener Profikader zu rutschen und vielleicht einmal in der Bundesliga zu spielen. Doch dieser Traum war nun Geschichte. „Dass ich nicht bis zum 35. Lebensjahr Fußball spielen würde, war damit ebenfalls klar – auf dem Belastungsniveau eines Profis schon mal gar nicht“, sagt er.

Die Befürchtung, dass es für den Sprung in den bezahlten Fußball nicht reichen würde, hatte Denkewitz schon einige Zeit zuvor beschlichen – und das trotz einer vielversprechenden Zeit im Juniorenbereich. Der gebürtige Bremer spielte einst für die Jugend des SV Werder und schaffte es als A-Jugendlicher mit Union Bremen bis in die Bundesliga. Als Kapitän führte er sechs Jahre lang die Bremer Landesauswahl aufs Feld. Dem Wechsel nach Aachen folgten die Zweifel. „Es gab talentiertere Spieler als mich. Aber meine Schwächen im technischen Bereich habe ich mit Einsatzwillen und einer starken Physis wettgemacht“, sagt er. „Was Talent ist, habe ich bei Marco Höger und Lewis Holtby, die heute für den FC Schalke 04 spielen, gesehen. Beide haben damals gelegentlich in der Aachener Reserve mittrainiert.“

Denkewitz zog seine Schlüsse und konzentrierte sich fortan auf sein Sportstudium in Köln, das er mittlerweile begonnen hatte. Er verließ Aachen und wechselte zunächst zu Viktoria Köln, ehe es zum FC Junkersdorf ging. Die Probleme mit dem Knie wurden derweil größer. Eine weitere Operation wurde unausweichlich, bei der schließlich eine beginnende Arthrose festgestellt wurde. Dennoch spielte er weiter und nahm ein Angebot der SpVg Wesseling-Urfeld an.

Es sollte seine letzte Station als Fußballer sein. Ohne Schmerzmittel ging zuletzt gar nichts mehr. Dem Verein will er jedoch treu bleiben – in welcher Funktion, ist aber nicht entschieden. „Ich möchte dem Klub gerne etwas zurückgeben. Ob es dann eine Trainerposition wird oder eine Aufgabe im organisatorischen Bereich, werden wir sehen. Erstmal muss das Knie in einen alltagstauglichen Zustand gebracht werden“, erklärt Denkewitz, dem voraussichtlich ein weiterer Eingriff bevorsteht. Sport wird er weiterhin ausüben, allerdings nur gelenkschonenden. Schwimmen oder Fahrrad fahren wird er in Zukunft häufiger. Ganz ohne Ballsport geht es dann aber offensichtlich doch nicht. „Vielleicht fange ich mit Rollstuhl-Basketball an. Das würde ja auch zu meiner beruflichen Zukunft passen“, sagt Denkewitz, der nach seinem Abschluss an der Sporthochschule ein Studium der Sonderpädagogik nachlegen will.

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