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Interview: „Nie ohne meine Tüte Nudelsalat“

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Phillip Willkomm über die Motivation für die Teilnahme am „Ko Bo LT“, die Vorbereitung, sein Scheitern und die neuen Ziele.
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Herr Willkomm, 140,5 km bedeuten eine Menge Schritte. Wie kommt man auf die Idee, an solch einem Event teilzunehmen, und wovor graute es Ihnen dabei am meisten?
Phillip Willkomm: Grauen würde ich es nicht nennen. Natürlich hatte ich eine Menge Respekt vor der Länge des Laufes und vor den vielen Höhenmetern. Auch der Lauf durch die Nacht war nicht unproblematisch, gerade im Bezug auf die niedrigen Temperaturen und die Orientierung. Aber die Idee ist natürlich nicht über Nacht entstanden, sondern in einem mehrjährigen Prozess. Ich habe mit einem Marathon begonnen, und ehe ich michs versah, bin ich beim „Ko Bo LT“ gelandet.
Nun ist Ihr großer Traum geplatzt, der Körper hat Ihnen nicht gestattet, den „Ko Bo LT“ zu bezwingen. Woran lag es?
Willkomm: Am Durchhaltevermögen lag es zumindest nicht, ich habe lange gekämpft, und der „Schweinehund“ ist mir auch nicht begegnet. Von einem bestimmten Zeitpunkt an konnte ich einfach keine Nahrung mehr zu mir nehmen, und ohne neue Energie ging es irgendwann nicht mehr weiter. Knieschmerzen haben den Rest besorgt. Ich wollte meinen Körper nicht länger quälen und habe nach 78 Kilometern abgebrochen. Das ist sehr schade, aber die Motivation, wieder anzugreifen, ist schon wieder da.

Temperatur und Witterung sind Dinge, auf die man sich weniger gut vorbereiten kann. Wie sah Ihre Vorbereitung auf den Ultramarathon aus?
Willkomm: Viele Läufer bereiten sich mit einem Trainingsplan auf solch ein Event vor, ich allerdings zähle nicht zu diesem Schlag, höre lieber auf meinen Körper, vor allem darauf, was er gerade zu leisten in der Lage ist. Vor dem Lauf werden dann noch die Materialien geprüft und die Verpflegung eingepackt.
Sicherlich viele Kohlenhydrate.

Willkomm: Genau. Ich würde nie ohne meine obligatorische Tüte Nudelsalat in solch einen Lauf gehen. Es ist immer wieder ein Genuss für mich, diesen zu verschlingen, aber auch für die Umstehenden, mir dabei zuzusehen, wie ich versuche, ohne Besteck die Nudeln aus der Tüte zu bekommen.
Worin lag Ihre größte Motivation, daran teilzunehmen?
Willkomm: Mein übergeordnetes Ziel war es, genügend Punkte zu sammeln, um am UTMB, also am Ultra-Trail-du-Mont-Blanc teilnehmen zu können. Dazu braucht man sieben Qualifikationspunkte, zwei hatte ich schon vorher gesammelt. Leider fehlen mir jetzt immer noch fünf Punkte, um an der Königsdisziplin der Ultraläufe 2013 teilnehmen zu können.
Also einmal um den Montblanc herum, den höchsten Berg der Alpen?
Willkomm: Wenn man es so darstellt, klingt es schon mächtig. Eine noch längere Strecke zu laufen, mit noch mehr Hindernissen zwischen Start und Ziel, klingt schon nach einer zu großen Aufgabe für mich. Schon beim „Ko Bo LT“ habe ich gemerkt, dass jede Kleinigkeit dazu führen kann, am Ende nicht anzukommen. Aber je größer die Aufgabe, desto größer wird die Genugtuung sein, wenn ich diesmal hoffentlich im Ziel ankomme.

Das Gespräch führte Fabian Schuler

Zur Person
Phillip Willkomm

Phillip Willkomm (34), gebürtiger Freiburger, war in seiner Jugend zweimal badischer Meister im Radrennfahren. Seit 2001 lebt er in Köln und nimmt an Läufen teil, die ihn begeistern.

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