Machtwechsel im Vatikan
Papst Franziskus ist der Nachfolger von Benedikt XVI.

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Papst Franziskus: Vatikan wettert gegen „linke Elemente“

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Jorge Mario Bergoglio als Priester im Jahr 1973 während der Amtszeit des argentinischen Präsidenten Juan Perón. Die linke argentinische Tageszeitung „Página 12“ veröffentlichte im April 2010 fünf Zeugenaussagen, die Bergoglio als aktiven Helfer der Militärjunta, die das Land von 1976-1982 unterdrückte, bezeichneten. Foto: AP/dpa
Der Vatikan dementiert Vorwürfe gegen den neuen Papst Franziskus, er habe zwei Jesuitenpater seiner Gemeinde vor den Schergen der argentinischen Militärjunta nicht ausreichend geschützt. Die Vorwürfe kämen von „anti-klerikale Elemente“, die die Kirche angriffen.
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Der Vatikan hat Vorwürfe zurückgewiesen, Papst Franziskus habe während der Militärdiktatur in Argentinien zu systematischen Menschenrechtsverletzungen geschwiegen. Dies müsse klar und deutlich verneint werden, sagte der Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, am Freitag. Die Vorwürfe entlarvten „anti-klerikale linke Elemente“, die die Kirche angriffen. Jorge Mario Bergoglio, wie der neue Papst mit bürgerlichem Namen heißt, sei überdies bei der juristischen Aufklärung der Ereignisse nie als Verdächtiger, sondern ausschließlich als Zeuge gehört worden.

Hintergrund ist ein Buch über die Inhaftierung von zwei Jesuiten 1974 in einem Armenviertel von Buenos Aires. Bergoglio soll sich demnach nicht in dem gebotenen Maß für die Freilassung seiner beiden Mitbrüder eingesetzt haben.

Lombardi wies in diesem Zusammenhang auf die jüngste Erklärung eines der beiden Jesuiten hin. Nach einem fünftägigen Verhör sei ihm und seinem Mitbruder versichert worden, dass der Verdacht ausgeräumt worden sei, sie arbeiteten mit der Guerilla zusammen, erklärte Franz Jalics auf der Internetseite der Jesuiten. Anstatt wie angekündigt auf freien Fuß gesetzt zu werden, seien sie „auf eine für uns unerklärliche Weise fünf Monate lang mit verbundenen Augen und gefesselt in Haft gehalten“ worden.

Nachdem Bergoglio später zum Erzbischof von Buenos Aires ernannt worden war, gab es nach Jalics Worten Gelegenheit für ein gemeinsames Gespräch mit ihm über das Geschehene. Im Anschluss an die Begegnung hätten sie gemeinsam öffentlich Messe gefeiert und sich feierlich umarmt. „Ich bin mit den Geschehnissen versöhnt und betrachte sie meinerseits als abgeschlossen“, erklärte der Jesuiten-Pater. (rtr, dpa)

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