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Eifel-Therme: Mit Geld ist nicht zu rechnen

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Es dürfte schwierig für die Stadt Mechernich werden, das in der Eifel-Therme veruntreute Geld von der ehemaligen Betriebsleiterin Marion K. (hier beim Prozess in Euskirchen) oder deren Verwandten zurückzubekommen.  Foto: Joachim Sprothen
Der Rechnungsprüfungsausschuss befasste sich zwei Stunden mit den unlauteren Machenschaften der ehemaligen Eifel-Therme-Betriebsleiterin. Die Chancen, das veruntreute Geld wiederzubekommen, stehen schlecht.  Von
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Zwei Stunden dauerte am Dienstag die Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses und damit weit länger als geplant. Auf der Tagesordnung der nicht-öffentlichen Debatte stand allerdings auch ein heikles Thema: die Vorgänge in der Eifel-Therme, deren ehemalige Betriebsleiterin Marion K. nach eigenem Geständnis rund 533 000 Euro veruntreut und überwiegend an Verwandte und Freunde durchgereicht hatte.
Aus der Sitzung sickerte durch, dass einige Politiker wohl nicht wahrhaben wollten, dass die Chancen der Stadt auf vollen Schadensersatz nicht allzu günstig stehen. Mit der Eigenschadensversicherung hatte die Stadt einen Vertrag abgeschlossen, der lediglich die Verluste von fünf Jahren abdeckt. 125 000 Euro hat die Versicherung gezahlt.

Damit sind angeblich aber nicht einmal die Anwaltskosten zu finanzieren. Die Beratungsgebühren haben dem Vernehmen nach den Schaden von 533 000 auf mittlerweile rund 700 000 Euro erhöht. „Die Stadt hat sich bemüht, Marion K., Kassiererinnen und die bedachten Verwandten zu belangen, aber im Wesentlichen ist es bei den Bemühungen geblieben“, so ein Politiker.

K. hat mittlerweile angeblich ihren neuen Job nicht mehr, sie hat Privatinsolvenz angemeldet, von ihr ist nichts zu holen.

Schwierige Beweislage

Der Zugriff auf die „ungerechtfertigt bereicherten“ Verwandten sei nach Auffassung der Anwälte zwar grundsätzlich möglich, die Beweislage gestalte sich aber schwierig. Denn man müsse in einem Zivilprozess jede Transaktion K.’s mit Datum der Übergabe auf den Cent genau beziffern. Ohne Mitwirkung K.’s sei das unmöglich. Und für die gelte nunmehr wieder die Unschuldsvermutung.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Urteil des Euskirchener Schöffengerichts (zwei Jahre auf Bewährung) eingelegt habe, werde das Verfahren vor dem Bonner Landgericht völlig neu aufgerollt.

Von der Urteilsbegründung der Richter in Bonn hängt nach Einschätzung eines Politikers auch ab, ob der Versuch gemacht wird, von den beiden städtischen Geschäftsführen, darunter der Erste Beigeordnete Thomas Hambach, und der externen Prüfungsgesellschaft Regress zu fordern. Im Ausschuss sei man sich einig gewesen, dass das übliche Vier-Augen-Prinzip auf keiner Ebene funktioniert habe.

Von dem im Euskirchener Amtsgericht beteuerten Willen K.’s, den Schaden wiedergutzumachen, sei jedenfalls nichts zu spüren. Mit ihrer Kooperation sei wohl allenfalls dann zu rechnen, wenn das Bonner Landgericht ihr androhe, anderenfalls „in den Knast zu wandern“.

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