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Haushaltslage in Mechernich: Defizit geringer als eingeplant

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Symbolbild Foto: Archiv
Kaum eine Kommune in Nordrhein-Westfalen ist höher verschuldet als Mechernich. Einer Berechnung zufolge ist jeder Mechernicher umgerechnet mit 3603 Euro verschuldet. Die Kämmerei relativierte die Zahlen.  Von
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Zu den am höchsten verschuldeten Kommunen in ganz Nordrhein-Westfalen gehört Mechernich. Das hat jedenfalls das Landesamt für Information und Technik, kurz IT NRW, errechnet. Jeder Mechernicher ist mit 3603 Euro verschuldet.

„Alles halb so wild“, hieß es am Dienstag im Stadtrat – zumindest vonseiten der Verwaltung.

„Rein rechnerisch stimmen die Zahlen natürlich“
Stefan Mannz, Kämmerei

Stefan Mannz, Teamleiter in der Kämmerei, fiel in Abwesenheit von Mechernichs Kassenwart Ralf Claßen die Aufgabe zu, die Politiker zu beruhigen. „Rein rechnerisch stimmen die Zahlen natürlich“, erklärte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf Anfrage.

Aber das Landesamt sei immer noch der Kameralistik, einem Berechnungssystem früherer Zeiten, verpflichtet, die NRW-Kommunen müssten dagegen nach dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement (NKF) beurteilt werden. Und demzufolge stehe Mechernich vergleichsweise gut da.

Nachhaltige Investitionen

„Wir haben natürlich einen hohen Schuldenstand, aber dem stehen auch entsprechende Werte gegenüber“, sagte der Teamleiter in der Ratssitzung. Die Stadt habe erheblich in die Infrastruktur investiert, zum Beispiel durch den Bau einer zweiten Dreifachturnhalle, die im Übrigen auch von Vereinen anderer Gemeinden benutzt werde.

Auch zukunftsweisende, nachhaltige Investitionen wie der Solarpark in Kalenberg seien mit Mitteln aus dem Mechernicher Haushalt finanziert worden, so Mannz.
Der Verwaltungsfachmann verhehlte zwar nicht, dass die finanzielle Situation der Stadt momentan keinen Anlass zu großer Euphorie biete, aber es gebe auch keinen Grund, sich ernsthafte Sorgen zu machen.

Man sei gottlob bei den Gewerbesteuereinnahmen nicht mehr wie in früheren Zeiten stark abhängig von den zurzeit in Schieflage geratenen Unternehmen MFT in Vussem und Mechatronics in Mechernich. „Es gibt viele kleinere und mittlere Betriebe, die uns 2012 die größte Gewerbesteuereinnahme aller Zeiten beschert haben“, so Mannz.

Verbesserungen erzielt

Er konnte sogar vermelden, dass der Haushaltsjahresabschluss 2012 um einiges günstiger ausgefallen ist, als ursprünglich prognostiziert. Im Etat war ein Defizit von fast zwei Millionen Euro vorgesehen gewesen. Unterm Strich ergab sich jedoch eine Verbesserung von 664 000 auf 1,3 Millionen Euro. Für das laufenden Jahr erwartet die Kämmerei einen Fehlbetrag von 2,2 Millionen Euro.

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Der Mechernicher Verwaltung ist durchaus bewusst, „dass 2013, was die Gewerbesteuer angeht, ein schwieriges Jahr wird“.

Deshalb habe man in dieser Haushaltsstelle bewusst sehr vorsichtig geplant und nicht etwa Einnahmen in Höhe des Vorjahres eingestellt.

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