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Haushaltslage in Mechernich: Die Politik bleibt erstaunlich gelassen

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Symbolbild Foto: Archiv
Die Kämmerei versucht sich angesichts der jüngsten Haushaltszahlen in Schönfärberei. Nicht ganz zu Unrecht. Die dramatischen Entwicklungen der letzten Wochen wurden dabei aber außer Acht gelassen. Ein Kommentar.  Von
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iIn der Eifel wird jemand, der seine aktuelle Situation positiver darstellt, als sie eigentlich ist, mit den Worten „Der kallt sich fruh“ charakterisiert. Diesen Ausdruck hätte man am Dienstag auch im Mechernicher Stadtrat verwenden können, als es um die städtische Finanzlage ging.

Ein Defizit von real 1,3 Millionen Euro 2012 ist, gemessen an den Fehlbeträgen der Nachbarkommunen, durchaus überschaubar und spricht für eine sparsame Kassenführung.

Nachvollziehbaren Zweckoptimismus

Und natürlich hat Kämmerei-Sprecher Stefan Mannz recht damit, dass man die Zahlen des Landesamtes für Statistik und Technik bezüglich der Pro-Kopf-Verschuldung so oder so interpretieren kann. Er entschied sich für die positive Auswertung.

Es erstaunte allerdings bei allem nachvollziehbaren Zweckoptimismus, dass weder von der Verwaltung noch von den Fraktionen die dramatische Entwicklung der letzten Wochen angesprochen wurde.

500 Arbeitsplätze in Gefahr

Immerhin droht der Stadt Mechernich der Verlust von rund 500 Arbeitsplätzen. Knapp 80 sind definitiv weg, weil bei MFT in Vussem alle Rettungsversuche scheiterten. Und ob und wie es bei Mechatronics in Zukunft weitergeht, steht in den Sternen.

Kommentar Hochgürtel
Günter Hochgürtel zur Haushaltslage in Mechernich.

Aller Voraussicht nach werden selbst im Fall einer Übernahme des Unternehmens durch einen Investor etliche Jobs auf der Strecke bleiben.

Was das für die Kaufkraft der Mechernicher Bürger und letztlich auch für die Umsätze der örtlichen Geschäfte und Dienstleister bedeutet, kann noch niemand absehen. Aber Gutes ganz sicher nicht. Insofern erstaunt die allgemeine Gelassenheit im Stadtrat.

Eifetherme bleibt defizitär

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Eifeltherme Zikkurat im kommenden Jahr durch das neue Badeparadies in Euskirchen keine Umsatzeinbußen haben wird, tendiert stark gegen null. Beigeordneter Thomas Hambachs Einschätzung, dass die Eifeltherme auch in Zukunft mit einem jährlichen Minus von einer Million Euro über die Runden kommen dürfte, scheint blauäugig. So blauäugig, wie die Geschäftsführung seinerzeit die wegen Unterschlagung verurteilte Betriebsleiterin kontrolliert hat.

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Aber vielleicht beginnt Hambach ja einfach damit, dass unnötige Defizit von 150 000 Euro im Gastronomiebereich der Therme abzubauen.

Das wäre schon mal ein schöner Anfang.

Fragen? guenter.hochguertel@mds.de

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