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Infopunkt in der alten Schule in Bergheim: Kumpel Anton hält Wacht

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Helmut Vogelsberg /r.) und Mathias Moorkamp vom Förderverein laden für den 8. September zur Eröffnung des Info Punkt ein.  Foto: Jochen Sprothen
Mit viel Fleiß und Geld haben ehrenamtliche Bauarbeiter des Fördervereins Alte Schule Bergheim das Gebäude von Grund auf saniert. Am Sonntag, 8. September, wird dort feierlich ein Infopunkt Bergbau eröffnet.  Von
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Mechernich-Bergheim

Das Gebäude ist ein Hingucker, der Vorplatz sauber und adrett. Aus der alten Schule, die im Laufe der Jahre ziemlich heruntergekommen war, ist mitten im Dorf das Schmuckstück Bergheims geworden.

Im Nachhinein will man gar nicht darüber nachdenken, was daraus geworden wäre, wenn es den Förderverein Alte Dorfschule nicht gegeben hätte. Der eröffnet dort am Sonntag, 8. September, den Infopunkt Bergbau.

Glücksfall für Dorfbewohner

Als die Katholische Pfarrgemeinde Kallmuth das Grundstück vor sechs Jahren zum Verkauf anbot, hätte dort leicht ein architektonisch reizloses, aber Gewinn abwerfendes Geschäftshaus entstehen können.

Dass es dazu nicht gekommen ist, haben die Bergheimer dem Förderverein zu verdanken. Zum symbolischen Preis von einem Euro erwarb der ein Jahr zuvor gegründete Verein am 23. November 2007 das Areal mitsamt Kapelle und Kriegerdenkmal.

Das sollte sich als Glücksfall für alle Dorfbewohner entpuppen. Durch den Grunderwerb war die Gefahr gebannt worden, dass das Filetstück in der Dorfmitte verschandelt werden könnte.

Kein Denkmalschutz

Am 16. Dezember 1868 war die Einweihung der damals neu erbauten Bergheimer Schule, 1965 wurde der Betrieb eingestellt. Ein Jahr später wurde der alte Schulsaal zu einer offiziellen Kapelle geweiht, die 1986 umgebaut wurde.

Seither hatte der Zahn der Zeit kräftig an dem Gebäude genagt, das nie unter Denkmalschutz gestellt wurde. Aufwärts ging es mit dem Gebäude erst wieder, als ein harter Kern von rund zehn ehrenamtlichen Kräften des Fördervereins im Februar 2008 die Renovierung in Angriff nahm.

„Kumpel Anton“ bewacht den kürzlich fertig gestellten Nachbau eines Stützmastes der alten Seilbahn.  Foto: Jochen Sprothen

In Bergheim wohnen gottlob Maurer, Schreiner und andere gelernte Handwerker. Hilfreich war auch, dass der stellvertretende Vereinsvorsitzende Peter Schilles Bauunternehmer ist.

Die Fachkräfte, die notwendig waren, um die Kapelle zu restaurieren, stellten sich unentgeltlich zur Verfügung. Als der Aachener Weihbischof Dr. Johannes Bündgens das kleine Gotteshaus am 4. Dezember 2011 seiner Bestimmung übergab, erstrahlte das Interieur in neuem Glanz.

Aber nicht nur das: Mit einem Zuschuss von 80 000 Euro der NRW-Stiftung hatten die ehrenamtlichen Bauarbeiter das komplette Gemäuer vom Vorplatz bis zum Dach wieder auf Vordermann gebracht. Nur der Infopunkt Bergbau fehlte noch.

Moderne Technik

Rund 50 Quadratmeter standen noch zur Verfügung.

Was lag da näher, als im Bergarbeiterdorf Bergheim den Bleierzabbau „Op Spandau“ zu beleuchten? Bildmaterial wurde den Männern um Vorsitzenden Helmut Vogelsberg und Geschäftsführer Mathias Moorkamp von den Heimatforschern Anton und Peter-Lorenz Könen zur Verfügung gestellt.

Vortrag und Musik

Die Eröffnung des Infopunkts Bergbau wird am Sonntag, 8. September, in Bergheim mit einem Fest gefeiert, das laut Einladungstext von 14 Uhr bis zum Sonnenuntergang dauert.
Den Auftakt macht ein Wortgottesdienst zu Ehren der Heiligen Barbara mit anschließender Einsegnung des Infopunkts. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Förderverein hält Prof. Wolfgang Schumacher, Vizepräsident der NRW-Stiftung, eine Ansprache.

Die Bergkapelle Mechernich wird aufspielen, anschließend gibt es ein gemütliches Beisammensein mit der Band „De Bömmelöms“, Oldies und kölschen Tönen. (jsp)

An modernen Info-Pults mit Touchscreen-Technik und Flachbildschirm können Informationen abgerufen werden. Aber im Infopunkt wird nicht nur die Bergarbeitergeschichte ins rechte Licht gerückt.

Dort wird auch auf den soziologischen und ökonomischen Wandel des Dorfes Bergheim im Laufe der Jahrzehnte eingegangen. Neben zahlreichen Fotos und Urkunden aus dem Dorfleben sind unter anderem zwei Fahnen des Theatervereins aus dem Jahr 1920 zu bewundern.

Mehr dazu

Der Nachbau einer Stahlstütze der früheren Seilbahn ist erst vor wenigen Tagen fertig geworden und wird nun von einer Schaufensterpuppe bewacht, die zum Kumpel Anton umgestylt worden ist. Ein paar tausend Arbeitsstunden haben die Ehreamtler in dem Gebäude verbracht.

Den Wert des Materials, das für den Infopunkt angeschafft wurde, schätzte Moorkamp auf etwa 80 000 Euro. Das Geld kam überwiegend durch Spenden zusammen. Dennoch wird der Eintritt kostenlos sein, die Öffnungszeiten stehen allerdings noch nicht endgültig fest.

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