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Prozess: Sie muss nicht ins Gefängnis

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Die Eifeltherme Zikkurat in Firmenich Foto: Markus Bös
Das Bonner Landgericht bestätigte nun die erstinstanzliche Verurteilung der ehemaligen Betriebsleiterin der Eifeltherme Zikkurat zu einer Bewährungsstrafe. Die vom Amtsgericht auferlegten Sozialstunden wurden jetzt gestrichen.  Von
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Mechernich/Bonn

Gescheitert ist der Versuch der Bonner Staatsanwaltschaft, die ehemalige Betriebsleiterin der Eifeltherme Zikkurat in Firmenich doch noch ins Gefängnis zu bekommen. Von der Berufungskammer am Bonner Landgericht wurde am Freitag die erstinstanzliche Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe bestätigt.

In Euskirchen war die 49 Jahre alte Angeklagte vom Amtsgericht wegen gewerbsmäßiger Untreue zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zwischen 2009 und 2011 hatte sie 264 000 Euro veruntreut. Der tatsächliche Schaden dürfte sogar 533 000 Euro betragen, da die ehemalige Betriebsleiterin eingeräumt hatte, bereits seit 2007 in die Kasse gegriffen zu haben.

Aus prozessökonomischen Gründen hatte die Staatsanwaltschaft allerdings erst die Taten in den letzten beiden Jahren angeklagt.

Keine eiskalte Kriminelle

In seinem Plädoyer vor der Berufungskammer hatte der Staatsanwalt zweieinhalb Jahre Gefängnis für die 49-Jährige gefordert. Es sei trotz des Geständnisses der Angeklagten immer noch nicht geklärt, wo Teile des Geldes geblieben seien. Die ehemalige Betriebsleiterin habe „vier Jahre in Saus und Braus“ gelebt und das Geld „mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen“. In den Augen des Anklägers müsse eine „gewisse generalpräventive Wirkung“ von dem Urteil ausgehen.

Doch die Berufungsrichter kamen zu dem Schluss, dass an der 49-Jährigen kein Exempel statuiert werden muss. „Sie ist nicht die eiskalte Kriminelle, die sich gnadenlos über Jahre bereichert hat“, so der vorsitzende Richter. Ausschlaggebend für die Verhängung einer Bewährungsstrafe seien vor allem die erfolgte Selbstanzeige und das Bemühen um Schadenswiedergutmachung gewesen.

Die vom Amtsgericht auferlegten Sozialstunden wurden jetzt gestrichen, da die 49-Jährige eine neue Arbeitsstelle hat und monatlich 300 Euro – bis zur Pfändungsfreigrenze – an die Stadt zahlt.
Abzuwarten bleibt nun, ob die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Berufungsurteil einlegen wird.

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