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Veruntreuung: Ex-Betriebsleiterin soll ins Gefängnis

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Von dem unterschlagenen Geld ist angeblich nichts mehr da. Die Finanzlage der Angeklagten ist, so ihre Anwältin, „desolat“. Foto: Benjamin Jeschor
Die ehemalige Betriebsleiterin der Eifeltherme Zikkurat steht wegen Veruntreuung vor dem Landgericht Bonn. Die Frau wurde schon vom Amtsgericht verurteilt. Doch das Strafmaß gefällt der Staatsanwaltschaft nicht.  Von
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Mechernich/Bonn

Im Gefängnis sehen will der Bonner Staatsanwalt Christian Graßie die ehemalige Betriebsleiterin der Eifeltherme Zikkurat in Firmenich. Seit Montag beschäftigt sich die Berufungskammer am Bonner Landgericht mit dem Fall der heute 49-jährigen Marion K., die jahrelang Gelder der Freizeiteinrichtung veruntreut hatte.

Die Staatsanwaltschaft will die Verurteilung der Angeklagten zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen Untreue durch das Amtsgericht in Euskirchen nicht hinnehmen. In der erstinstanzlichen Verhandlung hatte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten gefordert.

Zwischen September 2009 und März 2011 hatte die Betriebsleiterin 264.000 Euro veruntreut. Sie hatte im Rathaus gefälschte Kopien der Abrechnungsunterlagen vorgelegt. Um sich aus der Kasse bedienen zu können, hatte sie die Besucherzahlen und somit die Einnahmen heruntergerechnet. Vor allem Familienangehörige und Freunde waren von ihr mit hohen finanziellen Spritzen versorgt worden. Im April 2011 hatte sie sich dann selbst angezeigt und ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Bereits seit 2007 hatte sie Gelder veruntreut. Aus prozessökonomischen Gründen waren zuerst die schwerwiegenderen Taten in den letzten beiden Jahren angeklagt worden.

Dass die Angeklagte ein freiwilliges Schuldeingeständnis abgegeben hatte und, seitdem sie eine neue Arbeitsstelle in Köln hat, monatlich 300 Euro an die Stadt zahlt, reicht dem Staatsanwalt offenbar nicht. Doch die Berufungsrichter machten dem Ankläger wenig Hoffnung auf Erfolg. Das Amtsgerichtsurteil sei „vertretbar“, so der vorsitzende Richter.

Nie ganz zu begleichen

Es sei klar, dass die 49-Jährige den Schaden niemals ganz begleichen können wird. „Aber sie bemüht sich“, so der Vorsitzende, und sie sei sogar bereit, monatlich 100 Euro mehr zurückzuzahlen. Die Angeklagte hat zwar die eidesstattliche Versicherung abgegeben. Den verursachten Schaden wird sie allerdings ihr Leben lang abbezahlen müssen. Ihre Anwältin Susanne Haiminger gab zu bedenken, dass ihre Mandantin ihren neuen Job verlieren werde, falls sie ins Gefängnis müsste: „Dann gibt’s gar nichts mehr.“

Die Richter sahen das ähnlich: Aufgrund der von der Verteidigung vorgelegten Dokumente sei die desolate finanzielle Situation der 49-Jährigen klar.

Der Kammervorsitzende merkte zudem an, dass bei einer Gesamtschau auch das Umfeld eine entscheidende Rolle spiele. Hier erwähnte er vor allem die beiden Geschäftsführer der Eifeltherme Zikkurat, die nach Aktenlage „nichts“ getan hätten. Der Prozess wird fortgesetzt.

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