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TV-Tipp: Herr Böhmermann auf der Warmhalteplatte

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Jan Böhmermann, hier beim "Deutschen Fernsehpreis" an der Seite von Charlotte Roche. 
Unser TV-Tipp für Donnerstag, 13. Dezember: Der erfrischend anarchische Jan Böhmermann wirkt in seiner Spätabend-Talkshow wie ein QVC-Verkäufer, der sich in der "Kulturzeit" verlaufen hat.  Von
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Donnerstag, 13. Dezember

Es gibt ihn, den Nachwuchs im deutschen Farbfernsehen. Er ist gar nicht mehr so jung, meistens so zwischen Ende 20 und Mitte 30, und wenn er im öffentlichen-rechtlichen Betrieb ran darf, dann wird er zuverlässig in den dritten Programmen, spät in der Nacht oder auf den diversen Digitalkanälen geparkt.

Sarah Kuttner, Pierre M. Krause, Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt (bisher auch bei ZDFneo, ab Frühjahr 2013 exklusiv bei ProSieben) gehören zu dieser Sorte Fernsehmenschen, und auch Jan Böhmermann ist einer von ihnen. Mit „Die Sparte ist nur eine Warmhalteplatte“ analysierte Böhmermann das eigene Tun unlängst in einem Interview mit dem Branchenmagazin „Journalist“, und heute steht diese Warmhalteplatte beim MDR in Magdeburg, für die Visualisierung der Warmehalteplatte ist EinsPlus zuständig, und das Format, mit dem Jan Böhermann zwei Stunden live auf Sendung geht – die „Lateline-Tour“ (EinsPlus, 23.00 Uhr), ist eigentlich eine Hörfunk-Talkshow, die bereits seit 2010 von montags bis donnerstags von sieben Jugendwellen der ARD ausgestrahlt wird.

Klingt verwirrend? I wo, ist nur die ARD und das, was die für ein Konzept hält. Bis Weihnachten tourt Jan Böhmermann immer wieder donnerstags von ARD-Anstalt zu ARD-Anstalt, macht, vor einer überschaubaren Zahl Studiozuschauern, Radio mit Bildern und ist dabei das, was das deutsche Fernsehen sonst sehr selten ist. Anarchistisch. Albern. Hintersinnig. Ironisch. Verspielt. Hyperaktiv. Mutig. Und zwar meistens alles auf einmal. Jan Böhmermann wird Anrufer in die Sendung stellen lassen, diese dann erst Domian-mäßig einlullen und eine Minute später komplett ignorieren.

Er wird, zusammen mit oder gegen seine Studiogäste, vom Hölzken aufs Stöcksken und selten wieder zurückkommen, und er wird 120 Minuten ohne Unterlass, aber mit Sinn und Verstand über alles Mögliche, Relevantes und Egal-Themen reden: Popkultur, die Top-Stories aus „Bunte“ und „Gala“, den korrekten Sitz seiner Krawatte, das kalte Winterwetter und die soziale Kälte. „Lateline“ mit Jan Böhmermann, das ist wie ein QVC-Verkäufer, der bei der „Kulturzeit“ Station macht, garniert mit geistigem Fingerfood, wie es Harald Schmidt seinerzeit in glorreichen Sat.1-Zeiten (doch, die gab’s mal!) servierte. Eine echte Empfehlung.        

 

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