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„Unsere Mütter, unsere Väter“: Fesselnder Kriegs-Dreiteiler startet

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Muss mit seinem Bruder Wilhelm an die Front: Friedhelm (Tom Schilling). Foto: ZDF, DPA
Faszinierende Figuren, gespielt von beeindruckenden Schauspielern: Der fesselnde und beklemmende Kriegs-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ startet am Sonntagabend mit dem ersten Teil der ZDF-Reihe.  Von
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Köln

Vor 15 Jahren hat Nico Hofmann aufgehört, selbst Filme zu inszenieren. Er gründete die Produktionsfirma teamWorx und konnte auf diese Weise jedes Jahr nicht bloß einen, sondern viele Filme herstellen. Spätestens seit "Stauffenberg" widmet sich die Arbeit des Unternehmens immer wieder der deutschen Zeitgeschichte. Gerade der Nationalsozialismus und seine unmittelbaren Folgen stehen regelmäßig im Mittelpunkt. "Nicht alle waren Mörder" (die Verfilmung der Erinnerungen von Michael Degen), "Dresden", "Die Flucht": teamWorx hat maßgeblich zur Auseinandersetzung vieler Fernsehzuschauer mit dem Vermächtnis ihrer Eltern und Großeltern beigetragen.

Vor diesem Hintergrund ist der an die 15 Millionen Euro teure Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" ein Höhepunkt und aus Hofmanns Sicht so etwas wie ein Abschluss. Er hat sich schon als Filmstudent mit der Verfilmung des väterlichen Tagebuchs ("Der Krieg meines Vaters", 1984) mit dem Thema beschäftigt, das diese Produktion prägt: Im Zentrum der Geschichte, die sich über die Jahre 1941 bis 1945 erstreckt, stehen fünf Berliner Freunde, die sich im Sommer 1941 voneinander verabschieden. Weihnachten, wenn der Krieg gegen Russland gewonnen ist, wollen sie sich wiedersehen.

Faszinierende Figuren

Die beiden Brüder Wilhelm (Volker Bruch) und Friedhelm (Tom Schilling) müssen an die Ostfront, die heimlich in Wilhelm verliebte Charlotte (Miriam Stein) wird Krankenschwester hinter der Front, Sängerin Greta (Katharina Schüttler) lässt sich auf eine Liaison mit dem SS-Offizier Dorn (Mark Waschke) ein, der ihre Karriere befördert und ihrem jüdischen Freund Viktor (Ludwig Trepte) falsche Papiere besorgt.

Die faszinierendsten Figuren sind allerdings die beiden Brüder, denn sie machen einen radikalen Wandel durch: Die Kriegserfahrungen berauben Wilhelm, den begeisterten Offizier, sämtlicher Illusionen; Friedhelm dagegen wird vom Pazifisten zum Elitesoldaten, der schließlich auch kaltblütig Kriegsgefangene erschießt. Viktor wiederum gelingt während der Deportation nach Auschwitz die Flucht, er schließt sich polnischen Partisanen an.

Autor Stefan Kolditz ("Dresden") hat den Stoff seit 2005 entwickelt. Angesichts von gleich fünf gleichwertigen Hauptfiguren blieb ihm vermutlich gar nichts anderes übrig, als die Erlebnisse des Quintetts sehr episodisch zu erzählen. Der Faszination der Filme tut das keinerlei Abbruch, im Gegenteil; dank der Handlungsfülle verfliegen die 270 Minuten im Nu. Großen Anteil daran hat naturgemäß die Inszenierung.

Eine Handlung, die fesselt

Philipp Kadelbach hat für teamWorx bereits die Geschichte des Luftschiffs "Hindenburg" erzählt, aber das wirkt im Nachhinein gemessen am Aufwand von "Unsere Mütter, unsere Väter" wie eine Aufwärmübung. Der epischen Länge zum Trotz gibt es nicht eine Szene, die überflüssig wirkt oder dazu führt, dass die Spannung vorübergehend durchhängt. Die Leistungen gerade der jungen Schauspieler sind ausnahmslos beeindruckend. Wie stets in den "Event"-Produktionen von teamWorx sind selbst kleinste Rollen prominent besetzt, was natürlich die dramaturgische Bedeutung der entsprechenden Figuren betont: Sylvester Groth etwa spielt einen skrupellosen Offizier des Sicherheitsdienstes, der vor Wilhelms Augen ein Mädchen ermordet und damit seinen Sinneswandel in Gang setzt.

Der psychologische Wandel Wilhelms, der Hofmanns Vater nachempfunden ist, war die Basis dafür, dass der Dreiteiler trotz der zum Teil ausgesprochen grausamen Kriegsszenen eine Freigabe ab zwölf Jahren erhalten hat. Gerade die Tonspur (Jörg Krieger) sorgt dafür, dass man sich der Wirkung dieser Bilder nicht entziehen kann: Die Kugeln pfeifen einem regelrecht um die Ohren. Den Rest besorgt die herausragende Bildgestaltung von David Slama. Die Musik (Fabian Römer) und das Szenenbild (Thomas Stammer) sind nicht minder erwähnenswert. Dennoch ist es vor allem die Handlung, die fesselt, zumal nicht eine der Figuren ohne Schuld bleibt.

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