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Dieter Thomas Heck: Schreihals des deutschen Schlagers

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Dieter Thomas Heck - Aufnahme von 1984.  Foto: dpa
15 Jahre lang hat Dieter Thomas Heck die ZDF-"Hitparade" moderiert - so wurde der Schnellsprecher und gelernte Autoverkäufer zu einer deutschen Fernsehlegende. Am Samstag wird Heck 75 Jahre alt.
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Als Schnellsprecher ist er zu einer der Legenden des deutschen Fernsehens geworden: 15 Sekunden, mehr hatte Dieter Thomas Heck nie, um am Ende der ZDF-“Hitparade“ vom Regisseur über den Maskenbildner zu den Kameraleuten im Abspann alle Mitwirkenden seiner Show zu nennen und sich dann auch noch entspannt mit „Auf Wiedersehen“ zu verabschieden. Bis zu 27 Millionen Menschen sahen und hörten Heck regelmäßig zu und liebten ihn für sein rasendes Sprechtempo - dabei hatte er das flüssige Sprechen mühsam erlernen müssen, Heck war als Kind Stotterer.

Carl Dieter Heckscher, so sein wirklicher Name, kam am 29. Dezember 1937 in Flensburg zur Welt und wuchs dann in Hamburg auf. Im Zweiten Weltkrieg erlebte er als Kind die Bombardierungen der Hansestadt und wurde dabei traumatisiert. „Ich war fünf, als ich im Keller verschüttet wurde, hatte einen Schock“, erinnerte sich Heck vergangenes Jahr in einem Gespräch mit „Spiegel Online“. Fortan stotterte er. Von der Sprachstörung befreite er sich durch lautes Vorlesen der Tageszeitung und, nachdem sein Vater ein Tonband gekauft hatte, durch Aufnahmen. „Dies ist die Sendung aus dem Bett...“, fing der junge Heckscher an.

Wäre alles den üblichen Gang der Männer seiner Generation mit über Jahrzehnten stabilen Berufsbiographien gegangen, wäre aus dem Sprecher der Sendung aus dem Bett wohl nie der Moderator von „Hitparade“, „Die Pyramide“ oder „Melodien für Millionen“ geworden. Denn Carl Dieter Heckscher arbeitete nach einer kaufmännischen Lehre von 1957 an vier Jahre lang als Autoverkäufer.

Allerdings hatte ihn schon damals der Rundfunk interessiert, und er profitierte davon, dass die Sender in dieser Aufbruchphase der Unterhaltungsindustrie neue Stimmen und Gesichter suchten. So landete der junge Mann beim SWF, wurde als Sänger in einer Nachwuchssendung von Peter Frankenfeld entdeckt und bekam 1964 einen DJ-Job bei Radio Luxemburg.

Heck in seiner besten Zeit - 1972 im Zett-De-Eff.
Heck in seiner besten Zeit - 1972 im Zett-De-Eff.
Foto: dpa

Seine Hörer gaben ihm auch den zweiten Vornamen - weil schon ein Dieter im Moderatorenteam von Radio Luxemburg war, durften die jugendlichen „Bravo„-Leser abstimmen und machten aus ihm Dieter Thomas Heck. Dieser stieg bald zu einem der wichtigsten Musikansager in Deutschland auf. 1966 moderierte er die neu gestartete „Deutsche Schlagerparade“, die bald eine der beliebtesten Radiosendungen wurde. 1969 ging es dann ins Fernsehen - das ZDF startete die „Hitparade“.

Bis Dezember 1984 moderierte Heck die Sendung 184 Mal. Er hatte alle wichtigen deutschen Sänger und Gruppen in diesen fünfzehn Jahren zu Gast, angefangen von der großen Schlagergeneration um einen Roy Black, Roland Kaiser oder Heino bis zu den Stars der Neuen Deutschen Welle wie Nena oder Trio. Heck moderierte immer flott, flott. „Das musste Tempo haben“, war das Credo des seit seinem Rückzug als Moderator vor fünf Jahren noch vereinzelt als Schauspieler auftretenden Heck.

Und Heck genoss das heitere Leben rund um die „Hitparade“. „Langweilig war es nie“, sagte er „Focus online“ über den Backstage-Bereich. In einer Sendung spielte er mal betrunken und bekam dabei noch in der laufenden Sendung wütende Anrufe. Während er dies als Schauspielerei aufklären konnte, rauchte und trank er aber tatsächlich heimlich während der Shows. Seine Maskenbildnerin stand immer mit einer brennenden Zigarette und einem Bierglas hinter der Bühne - Heck ging auf der einen Seite raus, rauchte und trank und trat dann auf der anderen Seite wieder vor sein Publikum. „Das war schon heavy.“

Dabei wusste Heck um den Schrecken des Alkoholismus. Seine erste Frau war Alkoholikerin, es kam zu dramatischen Szenen auch vor ihren beiden Söhnen. Skandalfrei blieb dagegen die zweite Ehe mit seiner Frau Ragnhild, mit der Heck seit 1976 verheiratet ist und mit der er eine Tochter hat. Die beiden lebten lange zusammen auf einem Schloss im Badischen. Wegen gesundheitlicher Probleme seiner Frau haben sie dies verkauft und sind nach Spanien gezogen - dem Land, das in so vielen „Hitparade“-Schlagern als Land der Sonne besungen wurde. (afp)

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