Der Cascada-Song „Glorious“, der für Deutschland beim Grand Prix in Malmö ins Rennen geht, ist nach Angaben des NDR kein Plagiat von Loreens „Euphoria“. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das der Sender bei dem Sachverständigen für Plagiatsfragen, Matthias Pogoda, in Auftrag gegeben hatte. Die Bonner Dance-Pop-Band Cascada hatte mit ihrem Song „Glorious“ Mitte Februar den ESC-Vorentscheid gewonnen.
Pogoda arbeitet seit 1992 als Musikgutachter und Sachverständiger für Plagiatfragen und berät Künstler, Musikverlage, Rechtsanwälte, Werbeagenturen und Urheberrechtskammern als bestellter Gerichtsgutachter. „Es lässt sich zusammenfassen, dass Glorious und Euphoria keine urheberrechtlich bedeutsamen Übereinstimmungen aufweisen. Sie sind lediglich stilistisch ähnlich und zeigen nur im Arrangement eine oberflächliche Berührung ohne urheberrechtlichen Belang“, so sein Fazit.
Cascada wird Deutschland beim Eurovision Song Contest in Malmö vertreten. Die Dance-Pop-Band aus Bonn rund um Frontfrau Natalie Horler löste das Ticket für die Teilnahme an dem Musikwettbewerb am 18. Mai in Schweden. Die Gruppe siegte mit dem Titel „Glorious“. Seine Melodie erinnert stark an das ESC-Siegerlied von 2012, „Euphoria“, damals gesungen von der Schwedin Loreen. Nachfolgend weitere Interpreten des Abends.
Foto: dpaDem Song war unterstellt worden, ein Plagiat von „Euphoria“ zu sein, dem Siegertitel des letzten Eurovision Song Contests in Baku.
So hatte die Phonetikerin von der Universität Kiel, Tina John, bei einer Untersuchung der beiden Songs Übereinstimmungen im groben Aufbau gefunden, zum Beispiel bei den Pausen und bei der Atemstilistik der Sängerinnen. „Ich persönlich finde es sehr auffällig.“ Zudem werde es bei beiden Liedern an den gleichen Stellen laut und leise.
Cascada startet in Malmö
Musikgutachter Pogoda urteilte dagegen nun, dass im Notenbild der beiden Songs „keine auffälligen Ähnlichkeiten“ zu finden seien. Für den Plagiatsvorwurf wesentlich sei unter anderem der Melodieschutz. Aber: „Das Melodiewerk beider Musiken ist deutlich verschieden.“
„In seinem Gutachten hat Matthias Pogoda festgestellt, dass beide Songs sich in wesentlichen Punkten unterscheiden. Auch die Geschäftsführung des 'Euphoria'-Musikverlages 'peermusic' kennt das Gutachten und wünscht dem deutschen Beitrag Cascada viel Glück. Deshalb freue ich mich, dass Cascada am 18. Mai beim Eurovision Song Contest in Malmö für Deutschland auf der Bühne stehen werden“, sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. (dpa)



