Medien
Nachrichten aus dem Medienbereich und TV-Kritiken

Vorlesen
1 Kommentare

Krimi: Matula zieht die Lederjacke aus

Erstellt
Claus Theo Gärtner Foto: dpa
In 300 Folgen von „Ein Fall für zwei“ hat Claus Theo Gärtner den Frankfurter Privatdetektiv Josef Matula verkörpert. Jetzt nimmt Claus Theo Gärtner Abschied von „Ein Fall für zwei“: Am Freitagabend hat Josef Matula seinen letzten Fall gelöst.  Von
Drucken per Mail

Karfreitag ist ein guter Tag zum Sterben. Auch für eine Fernsehserie. Am Freitagabend, so gegen 21.14 Uhr, wird Josef Matula seinen letzten Fall gelöst haben. In 300 Folgen von „Ein Fall für zwei“ hat Claus Theo Gärtner jenen Frankfurter Privatdetektiv verkörpert, der an der Seite mehrerer Anwälte die Drecksarbeit machen musste, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Mit der letzten Episode hängt Matula seine Lederjacke an den Haken. Nicht ganz freiwillig.

Auch wenn Gärtner, der im April 70 wird, erklärt hat, irgendwann sei es auch mal genug, fällt die Serie eher der Verjüngungskur beim ZDF zum Opfer. Dabei war die Zuneigung der Zuschauer für das Duo vom Main bis zuletzt ungebrochen. Mit der 299. Folge erreichte „Ein Fall für zwei“ am vergangenen Freitag mit satten 18,4 Prozent Marktanteil sogar den Tagessieg. Doch die Fans der Serie sind fast so alt wie Claus Theo Gärtner. Und da das ZDF sich nicht länger als Kukident-Sender verspotten lassen möchte, gehen nicht nur für den „Landarzt“ und „Forsthaus Falkenau“, sondern auch für den Dino des Freitags-Krimis die Lichter aus. Nach 32 Jahren.

Vier Rechtsanwälte hatte Matula im Laufe der Jahre an seiner Seite: Dieter Renz (Günter Strack), Rainer Franck (Rainer Hunold), Johannes Voss (Mathias Herrmann) und zuletzt Markus Lessing (Paul Frielinghaus). Die Partner kamen und gingen, die Büros und die Frankfurter Skyline wurden moderner, doch der Schnüffler mit Gerechtigkeitssinn blieb sich über all die Jahre treu. Matula trug nie etwas anderes als Jeans und Lederjacke, war notorisch knapp bei Kasse, ging keiner Prügelei aus dem Weg, hielt drei Jahrzehnte lang seine Günther-Netzer-Gedächtnis-Frisur in Form und fuhr immer Alfa Romeo.

Eine Anekdote besagt, dass es einige Überredungskunst brauchte, um Claus Theo Gärtner nach den ersten erfolgreichen Folgen der Serie seine Zustimmung zu weiteren Episoden abzuringen. „100 Folgen, o.k. CTG“, soll der Mime schließlich auf ein abgerissenes Stück Papier notiert haben. Schließlich hatte der Schauspieler damals anderes im Sinn, als in einer Krimi-Serie den ewigen Josef zu geben. Nach seiner Schauspielausbildung gehörte der gebürtige Berliner mehreren Theater-Ensembles an. Auch beim Film war der Mann mit der markanten Stimme bald ein gefragter Typ.

In ihrer letzten, durchaus spannenden Folge geraten der Detektiv und Anwalt Lessing noch einmal gehörig in Turbulenzen. Wie das Ganze ausgeht und ob Matula das Finale überlebt, wird hier natürlich nicht verraten. So viel Respekt vor einer Krimi-Legende muss sein. Matulas letztes Wort, so viel sei gesagt, lautet jedenfalls schlicht „Klasse“. Er wolle jetzt erst mal Urlaub machen und demnächst vielleicht wieder Theater spielen, hat Claus Theo Gärtner zu seinem Abschied von „Ein Fall für zwei“ erklärt. Aber wer weiß. Der fast 75-jährige Götz George will sich ja demnächst auch noch mal die Schimi-Jacke anziehen.

Auch interessant
TV-Programm
Kino oder Film suchen
Suchen
Kinofilm, Schauspieler oder Regie
Kino, PLZ oder Ort

Kinoprogramm

Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute:
Kleinanzeigen
FACEBOOK