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Menschenhändler: Kinder, die wie Ware verkauft werden

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Die zehnjährige Fee (Paraschiva Dragus) wurde nach Deutschland verkauft.  Foto: BR
Das Drama „Operation Zucker“ erzählt von Menschenhändlern, die Kinder wie Ware in Osteuropa kaufen, um sie gewinnbringend zu verschachern. Auch um drei Minuten gekürzt wird der Film viele nachdenklich machen.  Von
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Köln

Wie ein Puppe liegt das blasse Mädchen in einem hübschen roten Kleid auf einem Hotelbett. Und wahrscheinlich würde sich die kleine Fee (Paraschiva Dragus) wünschen, nur ein lebloses Spielzeug zu sein. Nichts regt sich in ihrem Gesicht, als sich ein massiger Mann nähert, der nur ein Handtuch um die Hüften geschlungen hat. Rainer Kaufmann erspart seinen Zuschauern in „Operation Zucker“, was als Nächstes geschieht. Doch die Bilder im Kopf sind vielleicht noch schlimmer.

Regisseur Kaufmann und Drehbuchautor Philip Koch erzählen in ihrem Drama von Menschenhändlern, die Kinder wie Ware in Osteuropa kaufen, um sie gewinnbringend zu verschachern. Trostlos sind die Bilder, die Kameramann Morten Soborg den Zuschauern zumutet. Es ist ein in jeder Hinsicht harter und kalter Film. Kalt und eisig sind die Straßen Berlins, kalt und abgestumpft sind die Augen der Kinder, ernüchternd und ohne Wärme ist aber auch die Polizeiarbeit. Zwar gibt es eine engagierte Polizistin (Nadja Uhl), die die Verbrecher stoppen will, doch eine überforderte Justiz und einflussreiche Pädophile, die Ermittlungen behindern, verhindern Erfolge.

Beklemmendes Ende

Einziger Lichtblick neben der Polizistin ist Staatsanwältin Lessing, die nach anfänglichem Zögern mit so viel Elan an den Fall geht, dass es zwischenzeitlich so aussieht, als könnte die Geschichte – zumindest für Fee und ihren Freund Bran – doch noch gut ausgehen. Glücklicherweise erliegt Kaufmann nicht der Versuchung, mit einem Happy End für Erleichterung beim Publikum zu sorgen. So aussichtslos und beklemmend der Film begonnen hat, endet er auch. Allerdings werden die Zuschauer davon nicht alles zu sehen bekommen. Denn um 20.15 Uhr wird das Erste eine um drei Minuten gekürzte Fassung zeigen. Erst ab 0.20 Uhr strahlt die ARD das Drama in voller Länge aus. Grund ist, dass die Freiwillige Selbstkontrolle den Film für Zuschauer ab 16 Jahren eingestuft hat. Das hoffnungslose Ende könne junge Zuschauer mit 12 oder 13 Jahren überfordern.

Eine zumindest zweifelhafte Entscheidung – vor allem, wenn man bedenkt, was sonst um 20.15 Uhr gezeigt wird. Doch auch um drei Minuten gekürzt, wird dieser Film viele nachdenklich machen.

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