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Moderation: WDR will Roth sehen

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Thomas Roth, hier noch in New York Foto: Archiv
Wer soll künftig die „Tagesthemen“ moderieren? Neben Caren Miosga gilt Ingo Zamperoni als gesetzt. Beide kommen vom NDR. Doch auch der mächtige WDR will ein Wörtchen mitreden. Er schickt Thomas Roth ins Rennen - doch der wohnt in New York.
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Köln

Die ARD ist ein Verbund, der sich aus neun einzelnen Stationen zusammensetzt. Ein gewachsenes föderales System, das auf die 1920er Jahre zurückgeht, als Württemberg, Bayern, Sachsen und Preußen eigene Landesrundfunkanstalten etablierten. Die Struktur der Öffentlich-Rechtlichen soll Programmvielfalt und Qualität garantieren. Natürlich bringt ein solche Konstruktion Probleme mit sich, häufig gibt es Kompetenzgerangel zwischen den einzelnen Sendeanstalten. Bei der Entscheidung über neue Formate etwa haben allerlei Verantwortungsträger Mitspracherecht, von dem freilich auch rege Gebrauch gemacht wird. Wer sich am Ende durchsetzt, hat nicht selten mit der Größe und damit auch mit der Macht des Senders zu tun.

Derzeit verhandeln WDR und NDR, zwei Schwergewichte im ARD-Verbund, darüber, welcher Mann - oder besser welche Männer - nach dem Abgang von Tom Buhrow neben Caren Miosga künftig neben die "Tagesthemen" moderieren darf. Ingo Zamperoni ist bereits gesetzt, kommt aber wie Miosga vom Norddeutschen Rundfunk. Das will der WDR als mächtigster Sender bei der ARD offenbar nicht so einfach hinnehmen. Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, soll nun auch WDR-Urgestein Thomas Roth regelmäßig das spätabendliche Nachrichtenjournal moderieren. Der 61-jährige Roth ist journalistisch sicherlich eine hervorragende Wahl. Er leitete das ARD-Büro in Moskau, war Chef des Hauptstadtbüros in Berlin und ist seit 2008 als Korrespondent in New York tätig.

Der Job im Big Apple gefällt ihm dem Vernehmen gut, er möchte nicht darauf verzichten. So hat man laut "Tagesspiegel" nun eine Lösung gefunden, mit der Sender und Moderatoren einverstanden sein könnten, die dem Gebührenzahler vermutlich aber aufgrund der neuen Zwangsabgabe und den angekündigten Sparmaßnahmen bei den Öffentlich-Rechtlichen schwer vermittelbar sein dürfte. Roth soll demnach für seine Moderationen aus der US-Metropole nach Hamburg eingeflogen werden. Billig ist das sicher nicht.

Ein ähnliches Modell wird vom ZDF bereits praktiziert. Claus Sievers, hauptamtlich Israel-Korrespondent mit Sitz in Tel Aviv, moderiert das "heute-journal", wenn Claus Kleber und Marietta Slomka im Urlaub sind.

Ob Roth den Job übernehmen wird, ist noch unklar. Am 16. Juni moderiert Tom Buhrow zum letzten mal sie "Tagesthemen", dann wird der neue WDR-Intendant endgültig nach Köln wechseln. Am 25. Juni wollen die ARD-Intendanten über die neue Besetzung entscheiden. (ksta)

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