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Piel-Nachfolge: WDR schreibt Intendanz öffentlich aus

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Der WDR will die Nachfolge von Monica Piel als Intendantin zügig lösen. Foto: ddp images/dapd/Roberto Pfeil
Wer tritt die Nachfolge von Monika Piel als WDR-Intendantin an? Der Rundfunkrat hat in seiner Sitzung am Montagnachmittag beschlossen, die Stelle öffentlich auszuschreiben. Piel äußerte sich auf der Sitzung nicht zu ihren Motiven.  Von
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Köln

Der Rundfunkrat des WDR setzt eine Findungskommission ein, die einen Nachfolger für die scheidende Intendantin Monika Piel suchen soll. Wie die Vorsitzende Ruth Hieronymi am Montag mitteilte, soll die Findungskommission die Stelle öffentlich ausschreiben.

Hieronymi sagte im Anschluss an die Sitzung dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass der Rundfunkrat diese Entscheidung einstimmig getroffen habe. Das Ziel des Gremiums sei es, einen neuen Intendanten vor der Sommerpause zu wählen. Hieronymi betonte noch einmal, dass man ein „klares und transparentes“ Verfahren anstrebe.

„Private Gründe privat sein lassen“

Monika Piel, die in der Sitzung ebenfalls anwesend war, habe sich zu den Gründen für ihren vorzeitigen Rückzug nicht geäußert. „Wir waren alle der Meinung, dass es aufgrund ihrer großen Leistungen für den WDR möglich sein muss, private Gründe privat sein zu lassen, zu respektieren und nicht zu hinterfragen“, sagte Hieronymi. Piel hatte sich vor der Sitzung mit den Gremienvorsitzenden getroffen, doch auch dort soll über die Gründe für ihren überhasteten Rückzug nicht gesprochen worden sein. Der Findungskommission gehören neben Hieronymi die Mitglieder des Vorstands des WDR-Rundfunkrats, Friedhelm Wixforth, Karsten Rudolph, Reiner Hammelrath, Petra Kammerevert, Horst Schröder, Heinrich Kemper, Thomas Sternberg und Martin Hülskamp, sowie das Rundfunkratsmitglied Werner Lohmann und der Verwaltungsratsvorsitzende Ludwig Jörder an. Das WDR-Gesetz regelt zwar, dass der Rundfunkrat für die Wahl des Intendanten zuständig ist, der genaue Weg zur Kandidatenfindung ist darin jedoch nicht festgehalten.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Intendantenposten des WDR öffentlich ausgeschrieben wird. Nach Angaben der WDR-Pressestelle war auch Fritz Pleitgen 1995 auf diese Weise ins Amt gekommen. 2006 hatte der Rundfunkrat einen Wahlvorbereitungsausschuss eingesetzt, der mit Kandidaten Gespräche führte; am Ende von langwierigen Gesprächen blieb nur Hörfunkdirektorin Piel übrig. 2012 wurde die 61-Jährige für eine zweite Amtszeit gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Das hatte dem Gremium viel Kritik eingebracht.

Einen Piel-Nachfolger, der sich aufdrängt, gibt es nicht. War es 2007 noch ein politisches Signal, eine Frau an die Spitze einer ARD-Anstalt zu wählen, dürfte das nun nicht mehr eine solch große Rolle spielen. Aus der zweiten Reihe des eigenen Hauses könnte Justiziarin Eva-Maria Michel eine Kandidatin sein. Auch WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn wird als Kandidat genannt. Gute Chance hätte sicher auch der jetzige NDR-Intendant Lutz Marmor, doch der Kölner ist als ARD-Intendant vermutlich zu eingebunden, um über eine Rückkehr nachzudenken.

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