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Rundfunkrat: WDR will Piel-Nachfolge zügig klären

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Der WDR will die Nachfolge von Monica Piel als Intendantin zügig lösen. Foto: ddp images/dapd/Roberto Pfeil
Zur Stunde berät der WDR-Rundfunkrat, wer die Nachfolge von Monika Piel als Intendantin antreten soll. Die Vorsitzende Ruth Hieronymi schlägt die Einsetzung einer Findungskommission vor. Auf den Nachfolger von Piel kommt eine Menge Arbeit zu.  Von
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Köln

Bis Freitagabend deutete nichts darauf hin, dass die 545. Sitzung des WDR-Rundfunkrats an diesem Montag eine besondere werden würde. Doch seit Monika Piels Ankündigung, ihr Amt als Intendantin frühzeitig niederzulegen, ist alles anders.

Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des Rundfunkrats, muss am Montagnachmittag mit den Mitgliedern des Gremiums klären, wie die Wahl des neuen Intendanten ablaufen soll. „So zügig wie möglich, so gründlich wie nötig“, sei dabei ihr Motto, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Sie wolle den Beratungen des Gremiums nicht vorweggreifen, doch ihre Prioritäten seien klar: „ Ich befürworte die Einsetzung einer Findungskommission. Darüber werden wir beraten. Dann sollte es eine Ausschreibung geben. Wichtig ist ein klares und transparentes Verfahren“, so Hieronymi.

Große Herausforderungen für Nachfolger

Wer auch immer das Amt in Zukunft ausführen wird, er oder sie steht vor großen Herausforderungen. Während der vergangenen zwei Jahre war Piel durch ihren zusätzlichen Job als ARD-Vorsitzende stark eingebunden. Vieles wollte die 61-Jährige nun angehen.

Kurz vor Weihnachten hatte sie im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ diverse Projekte angekündigt. In Arbeitsgruppen solle ein Programmvergewisserungsprozess stattfinden. Alle Formate, egal ob Hörfunk oder Fernsehen, wollte die Intendantin daraufhin überprüfen, ob sie noch den öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen und somit der Medienlandschaft angepasst sind.

Auch die Technikprozesse Digitalisierung und Vernetzung seien kostspielig und aufwendig. Außerdem hatte die Intendantin wiederholt betont, dass der WDR weiterhin sparen müsse. 50 Millionen Euro jedes Jahr seien eine Herausforderung, die von Mal zu Mal schwieriger werde.

Wunsch nach anderem Führungsstil

Zuletzt hatte Piel in der Diskussion über einen öffentlich-rechtlichen Jugendkanal eingelenkt, obwohl sie lange kein Fan eines solchen Senders war. Für ihren Nachfolger wird unter anderem entscheidend sein, auch im Hauptprogramm des WDR wieder junges Publikum anzusprechen.

Die einst so innovative Unterhaltungssparte hat in den vergangenen Jahren von einigen Ausnahmen abgesehen nichts Spannendes hervorgebracht. Das Scheitern der vom WDR federführend betreuten ARD-Vorabendsendung „Gottschalk live“ hatte Piel zudem viel Häme eingebracht.

Und auch im Streit mit den Verlegern über die „Tagesschau“-App und das grundsätzliche Auftreten der Öffentlich-Rechtlichen im Internet ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Piel hatte den Konflikt als ARD-Vorsitzende nicht lösen können. Den neuen WDR-Intendant wird auch dieses Thema weiter beschäftigen.

Nicht zuletzt wird es der Wunsch vieler WDR-Mitarbeiter sein, dass ein neuer Intendant einen anderen Führungsstil prägen wird. Besonders der Streit über die Reform von WDR 3 hatte deutlich gemacht, dass es zwischen Intendanz und Mitarbeitern erhebliche Kommunikationsprobleme gibt. Der Umgang sei weder kollegial noch auf Augenhöhe, ist aus dem WDR zu hören.

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