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Serie „Köln 50667“: Aus für Dreharbeiten im Kranhaus

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In einem Loft in Kranhaus Nord wurde für die RTL 2-Serie "Köln 50667" gedreht. Ende Januar soll dort die letzte Klappe fallen. Foto: RTL II / Foto: Sonja Calvert
Geschimpfe, Geschreie, Geheule: Die Darsteller von „Köln 50667“ möchte man wahrlich nicht als Nachbarn haben. Im Rheinauhafen soll man sie vor die Tür gesetzt haben, auch an anderen Drehorten rumort es bereits.  Von 
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Köln

Steht die RTL 2-Soap „Köln 50667“ vor dem Aus? Seit über einem halben Jahr wird an unterschiedlichen Schauplätzen in der Stadt gedreht. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung beschweren sich jetzt Anwohner über die Aufnahmen, bei denen es – sieht man sich die Folgen der Serie an –  alles andere als ruhig zugehen kann. Am Nippeser Schauplatz der Serie, einem Mietshaus, sollen sich Bewohner über die lautstarken Dreharbeiten bei der Verwaltung beschwert haben. Im Rheinauhafen fällt für die „Schauspieler“ demnächst die letzte Klappe.

„Filmpool wird nicht mehr im Rheinauhafen drehen“, sagte Karl-Heinz König, der Verwalter des Kranhauses Nord, der Bild. Das Gebäude sei eine hochwertige Immobilie, die nicht in so einer Soap auftauchen solle. Außerdem sollen Dreharbeiten ohne Genehmigung stattgefunden haben.

Kein Rausschmiss

„Ich glaube nicht, dass sie die Immobilie durch die Dreharbeiten abgewertet wird. Wir zeigen Köln mit dem Kranhaus von einer sehr schönen Seite“, konterte der Sprecher der Produktionsfirma Filmpool, Felix Wesseler, im Gespräch mit ksta.de. Das Team werde nicht aus dem Rheinauhafen rausgeworfen. Das Ende der Dreharbeiten in dem Luxusloft mit Domblick war für Ende Januar schon lange geplant – „aus dramaturgischen Gründen.“ Die Aufnahmen gehen wie vorgesehen weiter.

Bei den Drehgenehmigungen hatte es das Filmteam dagegen tatsächlich nicht so genau genommen. Aufnahmen im Flur und im Aufzug des Kranhauses waren nicht abgesegnet worden. „Da ist uns ein Fehler unterlaufen“, gibt Wesseler zu. 5000 Euro zahlt die Produktionsfirma für die nachträgliche Drehgenehmigung - und zeigt künftig freiwillig keine Außenaufnahmen der Gebäude mehr („Um nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen.“).

Belgisches Viertel ist ungern Schauplatz

ksta.de hat am Brüsseler Platz, wo mit dem Café 66 einer der Hauptdrehorte der Serie liegt, nachgefragt: Was sagen die ohnehin schon lärmgeplagten Anwohner im belgischen Viertel zu den lauten Filmaufnahmen?  „Bisher nehmen wir das überhaupt nicht wahr“, sagte Detlef Hagenbruch vom Bürgerbüro Brüsseler Platz. Begeistert ist das Viertel darüber, Schauplatz des vom Boulevard nur noch „Asi-TV“ geschimpften Formates zu sein, aber nicht. „Die Anwohner sind traurig, dass der Brüsseler Platz so oft vorkommt“, so Hagenbruch. „Die Serie ist Anti-Werbung für Köln.“

Dass das Image der Stadt durch „Köln 50667“ in den Schmutz gezogen werde, hatte CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka schon vier Tage nach Sendestart gegenüber ksta.de kritisiert. Wie angekündigt gegen die Macher anzukämpfen, hat der Politiker jedoch aufgegeben. „Ich finde es gut, dass mit dem Rheinauhafen ein Teil von Köln jetzt nicht mehr gezeigt wird“, sagte er am Donnerstag. „Aber sie werden einen anderen finden. Und der Dom steht ja leider immer zur Verfügung.“

AUTOR
Anna Lampert
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