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Studiengang: Die hohe Kunst der Videospiele

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Cologne Game Lab
Von der eigenen Idee zum Videospiel: Das "Cologne Game Lab" der FH köln bietet ab dem Wintersemester 2010/2011 den Studiengang "Game Devolpment & Research". (Bild: Arton Krasniqi)

Den Rekordumsätzen des 3D-Epos „Avatar“ zum Trotz - die Zeiten des Films als Leitmedium sind gezählt. Jedenfalls hat Gundolf Freyermuth bereits den Nachfolger ausgemacht: Das Videospiel. „Wir erleben gerade den dritten großen Medienumbruch der Neuzeit“, erklärt der Medienwissenschaftler. In Zeiten der Mechanisierung war es die Bühne, in der Epoche der Industrialisierung der Film - mit der Digitalisierung ist es nun das Videospiel, das „aus dem Jahrmarktsbereich in die Hochkultur eindringt“. Für Feyermuth hat das Spiel „Grand Theft Auto 4“ denselben künstlerischen Stellenwert wie der erste, 1912 produzierte Stummfilmwestern „The great train robbery“.

Dass mit der ästhetischen Professionalisierung der Spielebranche ganz neue akademische Berufsbilder entstehen, spiegelt sich nun auch in der Kölner Hochschullandschaft wieder: Im Wintersemester 2010 / 2011 wird die Fachhochschule Köln erstmals den Masterstudiengang „Game Development & Research“ anbieten. Gefördert wird das „Cologne Games Lab“ (CGL) an der FH Köln durch Gelder der NRW-Staatskanzlei, die einen Großteil der Budgetkosten des Instituts übernimmt.

Die Ausrichtung des Studiengangs soll sich von existierenden privatwirtschaftlichen Bildungsangeboten unterscheiden. Die seien zu sehr auf die bloße Vermittlung der aktuell geforderten handwerklichen Fähigkeiten fokussiert, so Freyermuth. „Bei uns soll der Kreativaspekt im Vordergrund stehen“, ergänzt Björn Bartholdy, der die Professur für audio-visuelles Design übernimmt. Ziel sei es, „die Absolventen in die Lage zu versetzen, zukunftsträchtig zu handeln und den weiteren Kunstwerdungsprozess von Games zu unterstützen“. Die Eingangs-Voraussetzungen für einen Studienplatz sind nicht ohne: Neben einer Projektskizze brauchen die Bewerber bereits einen akademischen Grad - zum Beispiel einen Bachelor - und ein Jahr Praxiserfahrung in einem relevanten Bereich. „Das kann sowohl in der Spiele-, Film- oder Fernsehindustrie gewesen sein“, erklärt Freyermuth. Hinzu kommt pro Semester eine Studiengebühr von 3000 Euro - an der Games Academy werden bis zu 5000 Euro verlangt.

Das Agrippina-Rätsel

Neben der Theorie will das neue Institut auch eine Plattform für Entwicklung und Forschung sein: „Mit verschiedenen Workshops sollen auch jene weitergebildet werden, die bereits im Beruf stehen“, so Bartholdy. Auch das erste Forschungsprojekt läuft bereits: Unter dem Arbeitstitel „Das Agrippina-Rätsel“ entwickelt das CGL in enger Zusammenarbeit mit der Kölner Firma RockAByte ein Lernspiel für das I-Phone, bei dem Schulklassen in die römische Vergangenheit Kölns reisen können.

Eine erste Kostprobe der kreativen Energie, die sich ab Herbst in den Räumen am Ubierring ballen könnte, durften Besucher des Games Lab bereits am Wochenende bestaunen: Im Rahmen des „Global Game Jam“ - einem experimentellen Workshop - waren 23 Nachwuchsdesigner angereist um innerhalb des gesetzten 48 Stunden-Zeitlimits eigene Ideen in Spiele um zusetzen.

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