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Talkshow-Moderator: Beckmann hört Ende 2014 auf

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Moderator Reinhold Beckmann will mit seiner Talkshow Ende nächsten Jahres aufhören. Foto: dpa
Er ist der Debatten über den Sinn der vielen Talkshows in der ARD „einfach müde“: Reinhold Beckmann hat angekündigt, Ende nächsten Jahres mit seinem Spättalk aufzuhören. ARD-Intern wird schon länger über einen Abbau der Formate diskutiert.
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Reinhold Beckmann will im kommenden Jahr einen Schlussstrich unter seine ARD-Talkshow ziehen. „Ich bin der Debatten über Sinn oder Unsinn der politischen Talkshows in der ARD einfach müde“, sagte der 57-Jährige der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Deshalb bin ich vor drei Wochen zum Intendanten des Norddeutschen Rundfunks, Lutz Marmor, gegangen, der Programmdirektor war auch dort, und habe meine Entscheidung mitgeteilt“, sagte der 57-Jährige. Die ARD reagierte mit Bedauern.

Er habe den Eindruck, damit „ein ARD-internes Gerangel um zu viel Talk im Ersten“ gelöst zu haben, sagte Beckmann, der seit 1999 mit seinem Abendtalk im Programm präsent ist, in dem Interview weiter. Seit Herbst 2011 gibt es in der ARD fünf Spättalks zwischen Sonntag und Donnerstag. Innerhalb des Senderverbunds wird schon seit längerem über einen Abbau der Formate diskutiert. Am Sonntagabend talkt Günther Jauch, montags Frank Plasberg, dienstags Sandra Maischberger, mittwochs Anne Will und donnerstags Beckmann.

Am Montag werden in Berlin die ARD-Intendanten zu Beratungen zusammenkommen. Das Hauptthema sei aber nicht der „Beckmann“-Talk, sagte eine Sprecherin am Sonntag. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete, die Intendanten wollten über eine neue Talkstruktur beraten, um die Zahl der Sendungen abzubauen. Unter anderem sei auch erwogen worden, Anne Will und Reinhold Beckmann alternierend am Mittwoch auszustrahlen. Dazu wollte die ARD keine Stellung nehmen.

Programmdirektor bedauert Entscheidung

Beckmanns Talk-Vertrag in der ARD läuft bis Ende 2014. Sein Sprecher sagte am Sonntag, der Talkmaster werde bereits im Juli aus der Sommerpause zurückkehren und seinenVertrag erfüllen. Beckmann hat seine Pause bereits jetzt angetreten - die ARD probiert alternativ das bayerische Comedyprogramm „Die Klugscheißer“ auf dem Sendeplatz aus. Einige Medien hatten bereits deswegen über ein vorzeitiges Ende von Beckmanns Talk spekuliert.

Im Jahr 2011 war „Beckmann“ vom Sendeplatz am Montag auf den Donnerstag umgezogen und hatte dadurch viele Zuschauer verloren. Im ZDF-Programm laufen zur gleichen Zeit Maybrit Illners Polittalk und „Markus Lanz“. Beckmann moderiert in der ARD noch die „Sportschau“ und andere Fußball-Ereignisse. Sie sind von seiner aktuellen Entscheidung nicht betroffen. Er kündigte an, künftig fürs „Erste“ und das „dritte Programm“ verstärkt produzieren zu wollen. Olli Dittrichs „Frühstücksfernsehen“ und „Inas Nacht“ entstehen bereits in seiner Firma.

„Dass er jetzt angekündigt hat - nach dann 15 Jahren - seine Talksendung nicht über 2014 hinaus fortsetzen zu wollen, müssen wir akzeptieren, wenn ich persönlich diese Entscheidung auch sehr bedaure“, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres. „In neuen Formaten wird er auch über 2014 hinaus weiterhin seine Gesprächskompetenz ins Erste einbringen. Er bleibt ein prägendes Gesicht des Ersten, im Sport sowieso, aber auch weit darüber hinaus.“

Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant, Lutz Marmor, sagte: „Ich verstehe und respektiere die Entscheidung von Reinhold Beckmann. Es ist völlig nachvollziehbar, dass er nach 15 Jahren etwas Neues für uns machen möchte, zumal er die ständigen Diskussionen über die Talkshows ermüdend findet. Dieses Gefühl teile ich.“ (dpa)

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