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Tatort aus Leipzig: Kaum ein Klischee ausgelassen

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Die Leipziger "Tatort"-Kommissare Andreas Keppler (Martin Wuttke, l-r), Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Kriminaltechniker Wolfgang Menzel (Maxim Mehmet). Foto: dpa
Die Drehbuchautoren waren im Leipziger Tatort „Schwarzer Afghane“ sichtlich um die Vermeidung von Klischees bemüht – ohne dabei eines auszulassen. Doch der Krimi hatte auch positive Seiten: Simone Thomalla war verhältnismäßig selten zu sehen.  Von
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Die gute Nachricht zuerst: Eva Saalfeld hielt sich in diesem Leipziger „Tatort“ ein wenig im Hintergrund. Das hatte zwei Vorteile. Man sah Simone Thomalla seltener und Martin Wuttke als Andreas Keppler häufiger.

Dabei verlangte ihr neuer Fall vollen Einsatz. Denn wie konnte es geschehen, dass ein junger afghanischer Student mitten auf einem Feld plötzlich in Flammen aufgeht? Warum hatte er die Lagerhalle des deutsch-afghanischen Freundschaftsvereins angezündet? Und wer war dieser zwielichtige Typ, der am Tatort und bei wichtigen Zeugen rumschnüffelte?

Wenig Überraschendes 

Weil es im „Tatort“ ja schon seit einiger Zeit nicht mehr so sein darf, dass jemand aus einem gängigen Motiv – Eifersucht, Gier, Neid – zum Mörder wird, war auch in „Schwarzer Afghane“ schnell klar, dass alles natürlich anders war, als es zunächst schien. Und das alles, und das ist viel wichtiger, viel gefährlicher war als gedacht.

Und weil Terror und nationale Sicherheit ganz oben auf der Hitliste der beliebtesten Themen der „Tatort“-Drehbuchautoren stehen, war auch die Wendung im neuen Leipziger Fall (Drehbuch: Holger Jancke, Regie: Thomas Jahn) wenig überraschend.

Spätestens als die Ermittler erfuhren, dass die gesamte Familie von Arian Bakhtari in Afghanistan von einer fehlgeleiteten Rakete getötet worden war, lag der Schluss nahe: Mit dem scheinbar harmlosen Studenten stimmte was nicht. Wie es ihm gelang, vier amerikanische Raketen zu stehlen, ohne bemerkt zu werden?

Showdown sorgt für Spannung

Das wurde nicht aufgeklärt. Dafür gab es eine ziemlich krude Verwechslungsgeschichte. Dass das Erste auf seiner Homepage Kostja Ullmann in der Doppelrolle Arian/Deniz ankündigte, war allerdings nicht besonders geschickt, legte es doch offen, dass die beiden nicht nur flüchtige Bekannte waren. 

Ärgerlich an diesem „Tatort“ war, dass er zwar forderte, Klischees zu vermeiden, selbst aber kaum eines ausließ. Der Hausmeister ist fremdenfeindlich, die Hochschuldozentin eine naive Toleranz-Prophetin. Wer Hilfsgüter nach Afghanistan fliegt, schmuggelt Drogen nach Deutschland. Und der traumatisierte afghanische Junge wird natürlich zum skrupellosen Terroristen.

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Zudem hatten die Figuren keine Tiefe, über das Innenleben der handelnden Personen erfuhr man wenig bis nichts, richtig warm wurde man mit keinen. Der Showdown am Ende ließ es noch mal richtig krachen, das sorgte für Spannung.

Auch wenn die Frage zu beantworten wäre, wie es Arian gelingen konnte, die Bomben noch zu zünden, obwohl er vorher von schätzungsweise 50 Kugeln aus nächster Nähe niedergestreckt worden war.

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