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Tom Buhrow: Der neue Intendant hat viel zu tun

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Der neue WDR-Intendant Tom Buhrow. Foto: dpa
An diesem Montag hat Tom Buhrow offiziell die Nachfolge von Monika Piel als Chef des WDR angetreten. Die Liste der Herausforderungen ist lang. Es gibt drei Bereiche, die Buhrow dringend anpacken sollte. Zum Beispiel mehr Transparenz.  Von
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Köln

Natürlich ist er schon seit seiner Wahl zum neuen WDR-Intendanten regelmäßig in Köln gewesen, aber an diesem Montag hat Tom Buhrow auch offiziell die Nachfolge von Monika Piel als Chef des Kölner Senders angetreten. Die Liste der Herausforderungen ist lang: drei Bereiche, die er dringend anpacken sollte.

Offenere Kommunikation

Tom Buhrow kann sich gut verkaufen. Das hat er etwa bei der Pressekonferenz nach seiner Wahl bewiesen. Freundlich und gut gelaunt trat er auf - und er sagte die richtigen Dinge: Er wolle ein Intendant zum Anfassen sein, auf Augenhöhe kommunizieren. Nun muss er beweisen, dass diese Aussagen nicht nur leere Versprechungen waren. Der WDR war lange Zeit stolz auf seine selbstbewussten Mitarbeiter und seine ausgeprägte Streitkultur. Doch in den vergangenen Jahren ist viel davon zerstört worden. Interne Konflikte und zum Beispiel das Kommunikationsdesaster rund um die Reform von WDR 3 haben gezeigt, dass die Stimmung im Haus schlecht ist. Buhrow hat angekündigt, durchs Land reisen und über die Marktplätze gehen zu wollen. Diesen Anspruch sollte er auch in seinem Haus haben. Natürlich kann ein Intendant nicht mit jedem Mitarbeiter sprechen, aber er kann das Gefühl vermitteln, sich nicht abzuschotten. Und er sollte alles daransetzen, umständliche Entscheidungsprozesse zu vereinfachen und überholte Hierarchien abzubauen. Zudem stehen bald wichtige Personalentscheidungen an. Hörfunk- und Fernsehdirektion müssen neu besetzt werden. Auch da sollte Buhrow neben fachlicher Kompetenz den Punkt Mitarbeiterführung oben auf die Anforderungsliste setzen.

Besseres Programm

Der neue Intendant ist ein Profi im Nachrichtengeschäft. Doch von nun an muss er einen Blick auf das gesamte Programm des WDR haben. Und da ist vieles im Argen. Der Kölner Sender produziert immer noch viel Sehenswertes - etwa das Drama "Der letzte schöne Tag" für das Erste. Doch sein eigenes Fernsehprogramm ist mitunter erschreckend uninspiriert. Besonders die ewig gleichen Rankingshows - "Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in NRW" etc. - braucht niemand, und auch mit Kochshows ist der Zuschauer bestens versorgt. Mit solchen Formaten wird es nicht gelingen, jüngeres Publikum anzusprechen. Führend war der WDR früher im Bereich der Unterhaltung - ein Feld, mit dem Buhrow bisher nur als Konsument zu tun hatte -, doch Innovationen sind rar geworden. Die Produktion einer eigenen Serie wie "Die Lottokönige" oder ein neues Format wie "Anke hat Zeit" sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber es muss mehr passieren. Auch im für ihn fremden Hörfunkbereich muss sich der Neue beweisen.

Mehr Transparenz

Die teils heftig geführten Diskussionen über den neuen Rundfunkbeitrag haben vor allem eins gezeigt. Die Öffentlichkeit ist sensibilisiert, sie will wissen, was ARD und ZDF mit ihren Milliardeneinnahmen machen. Das gilt insbesondere für den WDR. Wie viel Geld fließt in Personalkosten, wie viel ins Programm? Was genau leisten die Töchterfirmen und was kosten sie? Wo spart der Sender und wie viel? Ein öffentlich-rechtlicher Sender ist der Allgemeinheit verpflichtet und darf sich nicht verstecken. Eine transparentere Kommunikation nach außen - den Zuschauern gegenüber oder auch im Streit mit den Verlegern über die "Tagesschau"-App - könnte helfen, den Ruf des WDR zu verbessern.

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