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TV-Tipp „Bittere Ernte“: Hoher Preis für billigen Kaffee

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Kaffee zählt zu den Lieblingsgetränken der Deutschen. In Brasilien führt das zu teilweise schweren Konsequenzen. Foto: dpa
Unser TV-Tipp für Samstag, 1. Juni: Kaffee gehört in Deutschland zu den Lieblingsgetränken, rund 150 Liter konsumiert der Deutsche. Welche Konsequenzen das jedoch für Anbauländer wie Brasilien hat, skizziert der sehenswerte Halbstünder „Bittere Ernte“.  Von
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Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen, rund 150 Liter konsumiert jeder Deutsche pro Jahr. Beim Kaffeetrinken hat es der Bundesdurchschnittsbürger gerne reichlich, und noch etwas ist für die deutschen Verbrauchter wichtig: Kaffee soll nicht viel kosten. Welchen Preis aber zahlen die Menschen in den großen Kaffeeanbaugebieten der Welt dafür, dass deutsche Großröster wie Melitta, Tchibo und Darboven die gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen billig anbieten? Dieser Frage geht der Autor Michael Höft in seiner Reportage „Bittere Ernte – Der hohe Preis des billigen Kaffees“ (ARD, 15.30 Uhr) nach.

Vergiftete Böden, kranke Kinder

In Brasilien, dem größten Kaffeeanbaugebiet der Welt, trifft er Arbeiter, die auf riesigen Kaffeeplantagen regelmäßig Pestizide (die zum Teil in Europa längst verboten sind) verspritzen, damit auf dem Boden zwischen den Kaffeebäumen nichts wächst. Nur so ist gewährleistet, dass man mit schweren Maschinen in einem solchen Anbaugebiet arbeiten kann – und das ist unerlässlich für die Massenproduktion von Kaffee. Etwa eine Million Tonnen Schädlingsbekämpfungsmittel wurden 2012 allein auf brasilianischen Feldern versprüht, und das hat Folgen für Mensch und Umwelt. Die Böden sind oft vergiftet, die Arbeiter trinken aus Flüssen, deren Wasser belastet ist, was sich wiederum auf das Erbgut auswirkt: Kinder dieser Arbeiter leiden zum Beispiel unter Epilepsie. Und sogar davon – perfider geht’s nimmer – profitieren Firmen, die Pestizide herstellen. Sie verdienen einerseits mit dem versprühten Gift – und sie verdienen zugleich auch Geld mit den Medikamenten, die zur Bekämpfung der durch die Pestizide hervorgerufenen Krankheiten eingesetzt werden.

Während seiner Recherchetour durch Brasilien sieht der Autor Landstriche, die durch exzessive Landwirtschaft und Monokultur ausgebeutet sind, lernt aber auch, wie es besser und anders geht: Bio-Kaffeebauern verzichten auf Maschineneinsatz und Pestizide, und können, weil ihr Kaffee doppelt so teuer ist, ihre Arbeiter angemessen bezahlen. Ein so großer Kaffeemarkt wie Deutschland aber bestimmt, was hauptsächlich im Anbauland Brasilien passiert, und wie mächtig Großröstereien wie Tchibo, Melitta und Darboven sind, kann man in „Bittere Ernte“ auch besichtigen: Keine der Firmen ist bereit, sich einem Gespräch mit dem Macher der Reportage zu stellen; was für Graf Dracula das Licht ist, sind für Melitta, Tchibo und Darboven Kameras – diese werden konsequent gemieden. Nach dem sehenswerten Halbstünder ist jedenfalls klar: Kaffee, ja bitte. Aber in Zukunft nicht mehr billig.

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