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TV-Tipp: Ein eigenes Zimmer für Barbie

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Im realen Leben wäre Barbie mit ihren Körpermaßen nicht lebensfähig. Eine Doku zeigt, welche Auswüchse die Liebe zur Puppe annehmen kann. Foto: Getty Images
Unser TV-Tipp für Sonntag, 26. Mai: Die RTL-Reportage „Mädchentraum Barbie? Der pinke Wahnsinn“ zeigt, was „Barbie“ mitunter selbst bei erwachsenen Frauen auslöst und schaut neben dem Fantum auch auf die Proteste gegen die alterslose Puppe.  Von
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Unter optischen Gesichtspunkten führen die beiden eine vorbildliche Beziehung. Sie achtet auch im Alter von 54 noch sehr auf ihr Äußeres, und er lässt sich nach mehr als 40 Jahren Beziehung ebenfalls nicht gehen. Ob das Pärchen auch intellektuell noch auf einer Wellenlänge liegt und regelmäßig alles miteinander bespricht, ist in diesem Fall eher sekundär.

Denn dafür sind Barbie und ihr Dauerfreund Ken ja nicht von einer Spielzeugfirma erschaffen worden. Wie und warum kleine Mädchen mit Barbies spielen und was die Model-Puppe bei kleinen Mädchen so alles anrichten kann, dürfte hinlänglich bekannt sein.

In der RTL-Reportage „Mädchentraum Barbie? Der pinke Wahnsinn“ (22.55 Uhr) kann man staunenden Auges sehen, was „Barbie“ mitunter bei großen Mädchen (oder sollte man die auch an dieser Stelle „Frauen“ nennen? Der Gender-Beauftrage der „Vorgezappt“-Redaktion zuckt nur milde mit den Schultern) auslöst.

Bettina Dorfmann ist 52, gelernte Handelskauffrau und leidenschaftliche Barbie-Sammlerin. Sagenhafte 15.000 Puppen besitzt sie, damit steht sie im Guinnessbuch der Rekorde. Und ihre Leidenschaft treibt sie noch weiter, sie lebt ihren Spleen. Für ihre „Barbies“ hat sie in ihrem Haus eigens ein Zimmer eingerichtet, und sie kennt jeder ihrer Puppen mit Namen und kann zu jeder eine Geschichte erzählen.

Bettina Dorfmann hat aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht: Sie „leitet“ die einzige deutsche Barbie-Klinik, veranstaltet Börsen und Ausstellungen und verfasst Artikel für Puppenmagazine. Bei Angela Vollrath äußert sich die Hingabe zur Plastikpuppe nicht ganz so launig; sie, die vor 13 Jahren zur „Miss Barbie“ gewählt wurde, wäre gern das deutsche Ebenbild der Ami-Puppe.

„Barbie ist die perfekte Frau. Wenn eine gute Fee kommen würde, würde ich mir von ihr wünschen genauso auszusehen“, sagt sie. Dauerhaft so auszusehen wie Barbie ist fraglos eine Herausforderung, eine Puppe altert schließlich nicht. Dass Barbie seit Generationen als Schönheitsideal gilt (auf einen realen Körper übertragen wäre sie mit den Maßen 99-46-84 nicht überlebensfähig), findet die Genderforscherin Dr. Stevie Schmiedel nicht gut, deshalb gründete sie die Initiative „Pinkstinks“ und kämpft damit gegen eine einseitige Rollenzuweisung von Mädchenspielzeug.

Zwischen pinkem Wahnsinn und harmlosen Glitzerglitzer zeigt diese Reportage auf alle Fälle eins: Rund um „Barbie“ geht’s nicht immer puppenlustig zu.

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