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TV-Tipp: Frauen als Opfer und Täterinnen

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Kein herzlicher Umgang, sondern Sklavenhandel: Die ARD zeigt die Doku „Ware Frau“ — es geht um Zwangsprostitution in Deutschland.  Foto: dpa
Unser Tipp für Montag, 25. März: Sie wollen in eine bessere Zukunft doch dann entpuppt sich das vermeintliche Wunderland Deutschland als Alptraum. In der Doku „Ware Frau“ deckt die ARD auf, wie Zwangsprostituierte ausgebeutet werden.  Von
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Leider erinnern wir uns immer noch an „Willkommen in Hamburg“, den ersten „Tatort“ mit Til Schweiger. Bei Schweigers Krimi-Debüt am Sonntagabend ging es um Zwangsprostitution, der Mime mit den zweieinhalb Gesichtsausdrücken ballerte rum wie die Taschenbuchausgabe von Bruce Willis und spielte zwischendurch, indem er sich an der Zubereitung eines weichen Frühstückeis’ versuchte, noch ein bisschen „Kokowääh“ nach.

Das war selbst für ein fiktionales Unterhaltungsformat allzu flunderplatt, und erfreulicherweise zeigt die ARD in der Doku „Ware Frau - Als Zwangsprostituierte in Deutschland“ (22.45 Uhr) am Beispiel von Frauen aus Nigeria, wie seriös und erhellend man sich diesem traurigen Thema nähern kann.

Frauenhandel kontrolliert von Frauen

Angelockt vom Reichtum Europas, drängen viele nigerianische Familien ihre Töchter, ins vermeintliche finanzielle Wunderland zu gehen. Tatsächlich geraten diese Frauen jedoch oft in die Fänge brutaler Menschenhändler, werden durch Voodoo-Rituale eingeschüchtert und gefügig gemacht und schließlich durch diverse Manipulationen dazu genötigt, hohe „Schulden“ durch Sex abzuarbeiten.

„Ware Frau“ deckt auf, wer die Verbrecher in dem Fall sind: An der Spitze des perfiden und menschenverachtenden Handels stehen sogenannte „Madames“ – skrupellose nigerianische Zuhälterinnen mit deutschen Pässen, die den nigerianischen Frauenhandel zum einzigen organisierten Verbrechen weltweit machen, das von Frauen kontrolliert wird.

Eine Kronzeugenregelung, die den Opfern nach einer Aussage einen sicheren Verbleib in Deutschland ermöglicht, gibt es nicht. Auch deshalb, so die Autoren Katrin Eckert und Lukas Roegler, ist es schwierig, diesen „modernen Sklavenhandel“ zu unterbinden. Sehenswertes Fernsehen, bei dem eine Erkenntnis bleibt: Der Traum von einem besseren Leben, den viele nigerianische Frauen hegen, ist nichts als ein Albtraum.

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