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TV-Tipp: Grandios trotz fehlender Moral

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Mississippi Burning-Regiesseur Alan Parker. Foto: AP
TV-Tipp für Samstag, 16. März: Zum Duell zweier Männer mit dem Ku-Klux-Klan kommt es in „Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses“. Für das Highlight des spannenden Films sorgt Gene Hackman - in einem Frisörsalon.  Von
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Normalerweise heißt es bei einem Duell: Mann gegen Mann, und einer wird garantiert gewinnen. Bei „Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses“ (arte, 23.45 Uhr) ist das dezent anders. Das Prinzip, auf dem der Politthriller aus dem Jahr 1988 basiert, lautet eher: zwei Männer gegen den Ku-Klux-Clan – und wer am Ende wirklich gewonnen hat, ist keinesfalls eindeutig.

Knorrig, zynisch und selbstgerecht gibt Gene Hackman in dem Film, der von der realen Ermordung dreier Bürgerrechtler inspiriert wurde, den Agenten Rupert Anderson, der sich aufgrund seiner harschen und nicht immer legalen Ermittlungsmethoden mit seinem korrekten und idealistischen Vorgesetzten Agenten Alan Ward (mit Zurückhaltung und oft stiller Verzweiflung gespielt von Willem Defoe) zuverlässig in die Haare kriegt. Mit Gesetzestreue und Korrektheit aber ist den Mitgliedern des rassistischen Ku-Klux-Klans in den Südstaaten der 60er Jahre auch im fiktiven Jessup County nicht beizukommen, und als sich der Polizeiapparat als wenig kooperativ und korrupt erweist und auch die „normalen“ Bürger ihren Rassismus offen zeigen, schwenkt Alan Ward um. Widerwillig zunächst, und mit großen Bauchschmerzen – aber in letzter Konsequenz der gerechten Sache dienend.

Klischees umkurvt

„Mississippi Burning“ umkurvt nicht immer zuverlässig Klischees, und um Unrecht zu bekämpfen, werden ungerechte Methoden angewandt und atavistische Rachegelüste geschürt. Kritiker unterstellten dem Film deshalb unter anderem fehlende Moral. Da ist womöglich etwas dran – aber die Szene, in der Gene Hackman in einem Frisörsalon dem Deputy Clinton Bell eine ganz spezielle Rasur verpasst, ist trotzdem grandios.

Kino darf immer das, was der Alltag im echten Leben nicht zulässt. Und spannend ist „Mississippi Burning“ sowieso.

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