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WDR: Monika Piel schweigt

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Im Sommer ist Schluss: Die scheidende WDR-Intendantin Monika Piel. Foto: WDR
Die Suche nach einem Nachfolger für Monika Piel läuft. Noch bis zum 9. März läuft die Bewerbungsfrist. Die scheidende WDR-Intendantin selbst hat sich seit der Bekanntgabe ihres Rücktritts vor drei Wochen nicht mehr geäußert.  Von
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Köln

Drei Wochen ist es nun her, dass Monika Piel ihren vorzeitigen Rückzug als WDR-Intendantin verkündet hat. Seitdem ist einiges geschehen. Der Rundfunkrat hat eine Findungskommission gegründet und die Stelle öffentlich ausgeschrieben. Die Zeit drängt. Es seien schon erste Bewerbungen eingegangen, sagt die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nähere Angaben könne sie nicht machen. Man müsse bist zum Ende der Bewerbungsfrist am 9. März abwarten. Danach sehe man weiter.

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Die über den ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor kommunizierte Aussage von Monika Piel, bis mindestens Ende April im Amt zu bleiben, ändere nichts an dem Zeitplan des Rundfunkrats, so Hieronymi. Bis zur Sommerpause soll ein Nachfolger gefunden worden sein.

Viele haben sich seit der Bekanntgabe von Piels Rückzug in die Diskussion über mögliche Gründe für ihre Entscheidung eingeschaltet. Nur eine schweigt beharrlich: die scheidende Intendantin. Nach der Sitzung der ARD-Intendanten ließ sie lediglich über Lutz Marmor ausrichten, „dass es keinerlei dienstliche Gründe für ihren Rückzug gibt“.

Nichts mehr von der Chefin gehört

Selbst die WDR-Mitarbeiter haben abgesehen von den hastig verfassten Zeilen am Abend des Rücktritts nichts mehr von ihrer Chefin gehört. „Ausschließlich persönliche Gründe“ – diese vage Begründung lässt Raum für Spekulationen. Natürlich wird das Thema auf den Fluren der größten ARD-Anstalt mit allein 4500 festen Mitarbeitern diskutiert. Ist es eine Erkrankung? Dagegen spricht für viele, dass Piel sowohl an Weiberfastnacht als auch am Rosenmontag auf Karnevalsfeiern zu Gast war. Viele Mitarbeiter erhoffen sich eine weitere Erklärung für Piels Entscheidung, die sehr überhastet wirkte. Doch je mehr Zeit vergeht, desto geringer sehen sie die Chancen, dass die Intendantin zumindest ein wenig Licht ins Dunkel bringt, war am Freitag zu hören.

Andere mutmaßen, dass Machtkämpfe – sowohl innerhalb der ARD während der Zeit des Vorsitzes, als auch im eigenen Haus – die 61-Jährige so erschöpft haben, dass sie ihre zweite Amtszeit nicht antreten will. Und nicht nur in den Führungsetagen, auch in der Kommunikation mit den Mitarbeitern hat sie für viele zumindest ungeschickt agiert. Die Gesprächskultur sei eisig, Piel schotte sich ab, sei auch in Betriebsversammlungen häufig wenig auskunftsfreudig. Da wundert es nicht, dass mancher im WDR hofft, dass ein neuer Intendant den schwer steuerbaren Tanker mit mehr Geschick führen wird.

Ein Favorit winkt ab

In der Spekulation über mögliche Nachfolger fallen sowohl im Sender als auch in der Presse zahlreiche Namen. Die Ausschreibung der Stelle ist so allgemein verfasst, dass sie den Kreis der Kandidaten kaum einschränkt. Gesucht werde eine Persönlichkeit, „die im Rahmen des WDR-Gesetzes die größte deutsche Rundfunkanstalt nach innen und außen leitet und dabei – im Zusammenwirken mit den Aufsichtsgremien – den öffentlich-rechtlichen Auftrag umsetzt und vermittelt“, heißt es in der Annonce. Als Favorit gilt vielen – auch innerhalb des WDR – Lutz Marmor. Doch der winkte im „Focus“ ab: „Die Frage nach einem Wechsel stellt sich für mich nicht. Ich bin gern NDR-Intendant und habe gerade den ARD-Vorsitz übernommen, beide Aufgaben erfülle ich sehr gern.“

Neben Namen wie Bettina Schausten, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, oder Bettina Reitz, Fernsehdirektorin des Bayrischen Rundfunks, sind auch WDR-Gesichter im Gespräch. So werden immer wieder die Namen des Chefredakteurs Jörg Schönenborn und der Justiziarin Eva-Maria Michel genannt. Ein hausinterner Nachfolger ist bei vielen WDR-Mitarbeitern jedoch nicht die favorisierte Lösung. Sie wünschen sich einen externen Kandidaten. Auch das sagt viel über die Stimmung im WDR.

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