Mein Weg nach Olympia
Serie zu Olympia 2012 in London

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Noch 22 Tage: Günther: „Ich bin dabei, das ist Wahnsinn“

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Leena Günther beim Training. Foto: Rainer Dahmen
Wir sind Staffel-Europameisterinnen geworden, das ist schon cool. Zum Rennen kann ich gar nicht viel sagen, ich habe das nicht so mitbekommen. Ich weiß nur, dass ich vorher megaaufgeregt war und total Angst hatte, einen Fehlstart zu machen.
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Köln

Wir sind Staffel-Europameisterinnen geworden, das ist schon cool. Zum Rennen kann ich gar nicht viel sagen, ich habe das nicht so mitbekommen. Ich weiß nur, dass ich vorher megaaufgeregt war und total Angst hatte, einen Fehlstart zu machen. Das ist nicht passiert, und der Wechsel war sehr gut, mehr weiß ich nicht mehr. Ich bin aber wohl ganz gut gelaufen.

Als ich Anne Cibis den Stab gegeben hatte, habe ich direkt gesehen, dass die Ukraine raus ist. Das wäre unser stärkster Gegner gewesen. Da habe ich mich schon kurz gefreut. Anna und Tatjana Pinto sind auch supergut gelaufen, und als dann Verena Sailer das Holz hatte, da wusste ich: Da geht nichts mehr schief.

Die Deutschen Meisterschaften waren für mich ja katastrophal. In der Woche vorher war ich krank und konnte nicht richtig trainieren, Platz sechs war natürlich überhaupt nicht gut. Ich bin aber vorher zum Glück schon mal eine 11,30 gelaufen. Leider mit zu viel Rückenwind, aber diese Zeit hat mich quasi in die Staffel gebracht. Denke ich mal. Dass ich trotz der schlechten Meisterschaft mit zur EM kann, war relativ schnell klar, aber ich wusste erst nicht, ob ich wirklich laufe. Nur als Ersatz mitfahren - klar ist das auch cool, aber man möchte natürlich schon lieber auch einen Einsatz haben. Yasmin Kwadwo war bei den Deutschen Meisterschaften eine Hundertstelsekunde schneller, ich weiß nicht, warum mein Bundestrainer sich für mich entschieden hat, vielleicht weil sie bei den anderen Wettkämpfen in diesem Jahr immer ein bisschen langsamer war als ich. Aber sie war beim entscheidenden Wettkampf schneller, deshalb hätte ich damit gerechnet, dass sie läuft. Und Inna Weit hat ja ein bisschen eine Blitzkarriere gestartet, deshalb hat sie noch kein Wechseltraining mitgemacht, das war dem Bundestrainer zu unsicher für die Staffel.

Aber die beiden haben sich total mitgefreut, als wir gewonnen haben, die waren genauso aus dem Häuschen wie wir. Die machen das echt gut, die Situation könnte viel schwieriger sein. Sie sind uns echt eine Unterstützung gewesen. Und jetzt die Olympischen Spiele. Ich bin dabei, das ist Wahnsinn. Und dabei hat die Saison so schlecht angefangen. Das ist alles noch gar nicht ganz angekommen bei mir. Das ist ein riesen Ding, was da passier ist. Im Moment freuen wir uns noch sehr über den Europameistertitel, aber nächste Woche geht es schon wieder für zehn Tage ins Trainingslager nach Kienbaum. Dann geht die Olympiavorbereitung richtig los. Auch wenn ich nicht weiß, was unsere 42,51 Sekunden vom Staffelsieg auf Olympianiveau wert sind, der Titel und die Zeit geben ganz viel Selbstvertrauen für London. Wir können da eher keine Goldmedaille gewinnen, aber wir wollen auf jeden Fall ins Finale.

Aufgezeichnet von Susanne Rohlfing

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