Mercedes

Vorlesen
0 Kommentare

Mercedes-Benz SSK: „Elefantenrennen“ auf dem Nürburgring

Erstellt
Drucken per Mail
Mercedes-Benz Typ SSK 27/170/225 PS (Baureihe W 06, 1928 bis 1930). ADAC Eifelrennen 2011, „Elefanten-Rennen“ am 11. September 2011. Am Steuer der spätere Sieger Roland Asch. Foto: Mercedes-Benz

In der Geschichte von Mercedes gehören die Sportwagen der Typen S, SS und SSK aus den späten 1920er- und frühen 30er-Jahre zu den Fahrzeugen mit einer immensen historischen Strahlkraft.

Diese von Rennsportsiegen, technischer Innovation und exklusiver Ästhetik geprägte Baureihenfamilie ist längst zu einem Mythos geworden – ein Mythos, der im Juni 2013 wieder höchst lebendig wird.

Am 16. Juni 2013 startet Jochen Mass mit einem aus der Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic stammenden Mercedes-Benz SSK beim „Elefantenrennen“ im Rahmen des ADAC-Eifelrennens um den Jan-Wellem-Pokal auf dem Nürburgring. Mit der Nennung des 225 PS (166 kW) starken SSK zum „Elefantenrennen“ erinnert Mercedes-Benz Classic unter anderem an den historischen Sieg von Kompressor-Sportwagen der Marke am 19. Juni 1927 beim Eröffnungsrennen des Nürburgrings. Damals erzielen Rudolf Caracciola und Adolf Rosenberger auf Mercedes-Benz Typ S einen überragenden Doppelsieg und legen den Grundstein für zahlreiche weitere Rennerfolge.

Was 1927 mit dem Typ S – S steht für „Sport“ – beginnt, setzt Mercedes-Benz in den kommenden Jahren durch die konsequente Weiterentwicklung und Optimierung des Sportwagens fort. So erscheint 1928 der leistungsgesteigerte Typ SS – für „Super-Sport“ –, von dem insgesamt ab November 1928 nur 111 Exemplare gebaut werden. Der Löwenanteil mit 101 Einheiten wird bis Ende 1930 fertiggestellt. Bis September 1933 folgen weitere 10 Fahrzeuge. In den Preislisten ist der „SS“ bis Juli 1935 enthalten. Ende 1928 wird der Typ SS noch einmal für Bergrennen modifiziert, dadurch entsteht die legendäre Modellbezeichnung SSK – für „Super-Sport-Kurz“.

Diese Modifikation sieht in erster Linie eine Verkürzung des Fahrgestells eines Typ S auf einen Radstand von 2.950 Millimetern vor. Darüber hinaus erhält das kurze Chassis den neuen 7,1-Liter-Motor. Seiner Herkunft nach hätte der SSK also eigentlich „SK“ heißen müssen; andererseits unterstreicht der hubraumstärkere Motor die Verwandtschaft zum SS und legt die Bezeichnung SSK nahe. Der SSK ist mit dem 42 Millimeter niedrigeren Kühler des Typ S ausgerüstet. Er trägt allerdings, wie schon der SS, die neuere Version des Markenzeichens – einen einzelnen weiß emaillierten Stern innerhalb eines blau unterlegten Lorbeerkranzes.

Die Typen S, SS und SSK bestreiten in der Folgezeit nicht nur einen Großteil des Rennsport-Engagements des Daimler-Benz Werksteams, sondern werden auch von zahlreichen Privatfahrern mit großem Erfolg eingesetzt. Der sicherlich größte Erfolg dieser Epoche ist der Gesamtsieg der Mille Miglia im Jahr 1931 durch den Mercedes-Benz Werksrennfahrer Rudolf Caracciola mit Beifahrer Wilhelm Sebastian auf SSKL, der erneut leistungsstärkeren und leichteren Ausführung des SSK. Caracciola ist der erste nicht aus Italien stammende Sieger des 1.000-Meilen-Rennens von Brescia nach Rom und zurück – und Mercedes-Benz die erste nicht italienische Marke, die das legendäre Straßenrennen gewinnt.

Für die Rennsportwagen des Werksteams mobilisiert Motoren-Konstrukteur Albert Heeß die letzten Reserven des Triebwerks. Mit dem größeren der beiden Wettbewerbskompressoren – hausintern „Elefant“ genannt – werden auf dem Prüfstand 310 PS (228 kW) gemessen. Dieser Lader ist für den Kurzstreckeneinsatz konzipiert, beispielsweise bei Bergrennen. Er kann permanent mitlaufen, während der Kompressor sonst üblicherweise durch volles Durchtreten des Gaspedals über einen Druckpunkt hinaus zugeschaltet wird. Über ein Gestänge, das der Pilot mit einem arretierbaren Hebel unterhalb des Lenkrads betätigt, kann der Kompressor dieser Rennsportausführung eingekuppelt und wieder abgeschaltet werden.

Im Rahmen des ADAC-Eifelrennens hat sich das „Elefantenrennen“ als ein grandioses Revival der Kompressor-Ära etabliert, in welchem Mercedes-Benz mit dem Start originaler Rennfahrzeuge immer wieder Maßstäbe setzt. Im Jahr 2013 führt Markenbotschafter Jochen Mass am Steuer des Mercedes-Benz SSK diese Tradition fort, die bis auf Caracciolas Sieg 1927 zurückgeht.

Mercedes-Benz SSK 27/170/225 PS (W 06), 1928

Von den Sechszylinder-Kompressor-Sportwagen der Mercedes-Benz S-Reihe ist der Typ SSK (W 06) die exklusivste und faszinierendste Ausführung. Die Modellbezeichnung steht für Super-Sport-Kurz; die besondere Sportlichkeit unterstreichen der verkürzte Radstand sowie der leistungs- und hubraumstarke Sechszylindermotor. Im Sommer 1928 gewinnt Rudolf Caracciola mit dem brandneuen SSK auf Anhieb das Gabelbachrennen und die Rennen auf den Schauinsland und den Mont Ventoux. 1930 und 1931 verhilft ihm der SSK zum Gewinn der Europa-Bergmeisterschaft. Die gewichtsreduzierte und nochmals leistungsgesteigerte Version von 1931, auch als SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht) bekannt, erzielt ebenfalls spektakuläre Erfolge. Zu den bedeutendsten zählt der Sieg bei der Mille Miglia: Im April 1931 gewinnt Rudolf Caracciola auf SSKL als erster Nichtitaliener überhaupt. Das erzielte Durchschnittstempo von 101,1 km/h bedeutet einen neuen Rekord.

Technische Daten Mercedes-Benz Typ SSK 27/170/225 PS (W 06) Straßenversion

Produktionszeitraum: 1928-1930
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 7.065 Kubikzentimeter
Leistung: 170 PS (123 kW), mit Kompressor 225 PS (166 kW) bei 3.300/min Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h

Der Fahrer beim „Elefantenrennen“ 2013: Jochen Mass

Geboren am 30. September 1946 in Dorfen bei Starnberg.

Jochen Mass beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagen-Rennen für Alfa Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit (1972) gewinnt er die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel dazu engagiert er sich in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975-1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March).

Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 im Gepäck wird er Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9, siegt Jochen Mass mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schafft die Vizeweltmeisterschaft 1989. Drei Jahre später wechselt Mass in das Team-Management der DTM.

Sir Stirling Moss beschreibt ihn als „einen Fahrer mit einem enormen Gefühl für Rennwagen und mit hohem Sachverstand, der mit der Renngeschichte aller Epochen vertraut ist“. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Jochen Mass bis auf den heutigen Tag für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen am Start ist, so wie beim ADAC-Eifelrennen auf dem Nürburgring. Ob im Silberpfeil W 165 oder im Mercedes-Benz Typ SSK – Jochen Mass kennt und fährt sie alle.

Wussten Sie schon?

Die Geschichte der S-Klasse steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung im Mercedes-Benz Museum vom 18. Juni bis 3. November 2013.

Zur offiziellen Homepage
Service
Wer weiß es?

Seit wann hat Mercedes-Benz das gemeinsame Logo des Sterns und dem Lorbeerkranz?

Verantwortung und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit
Mercedes Benz in Bildern
alle Bildergalerien
Newsletter
Mercedesmodelle
alle Bildergalerien

Impressum

Sonderveröffentlichungen der Zeitungsgruppe Köln

Verantwortlich
Redaktion Marco Morinello
Anzeigen Karsten Hundhausen

Verlag
M. DuMont Schauberg
Expedition der Kölnischen Zeitung GmbH & Co. KG
Neven DuMont Haus
Amsterdamer Straße 192
50735 Köln

Ihre Werbung auf ksta.de - Hier informieren