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Deutscher Ex-Radprofi: Auch Niermann gesteht Epo-Doping

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Der deutsche Radprofi Grischa Niermann im Jahr 2009. Foto: dpa
Nun hat auch der deutsche Ex-Radprofi Grischa Niermann zugegeben, jahrelang gedopt zu haben. Der frühere Rabobank-Profi will Epo aber nur drei Jahre genommen haben. Sein Job als Nachwuchstrainer ruht erst mal.
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München

Durch die Hölle und zurück: Ex-Profi Grischa Niermann hat für einen weiteren prominenten deutschen Dopingfall im Radsport gesorgt. Laut einer Mitteilung des niederländischen Radsport-Verbandes KNWU hat Niermann den Gebrauch von Epo-Doping in den Jahren 2000 bis 2003 gestanden. „Alle weiteren relevanten Informationen werde ich den Anti-Doping-Autoritäten und Kommissionen mitteilen“, wird Niermann zitiert.

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Der 37-Jährige fuhr zwischen 2000 und 2012 für den niederländischen Radrennstall Rabobank und nahm neunmal an der Tour de France teil. Mit Wirkung vom 15. Februar wird Niermann, der seit 1. Januar beim KNWU als Nachwuchstrainer angestellt ist, sechs Monate gesperrt. „Dank der Leute in meiner Umgebung habe ich 2003 gemerkt, dass die Nutzung illegaler Substanzen nicht der Weg ist, den ich gehen möchte“, erklärte Niermann. Deswegen habe er damit aufgehört. In den zehn Jahren danach habe Niermann versucht, für die jungen Rabobank-Fahrer „ein Vorbild“ zu sein, als ein „hart arbeitender und ehrlicher Profi.

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Dass diese dunkle Phase nun zurückkommt, schmerzt mich sehr, aber bestärkt mich in meiner Entscheidung von 2003“, gab Niermann bekannt. Die Absicht zu beichten, hat Niermann offenbar bereits seit einiger Zeit umgetrieben. In den vergangenen Wochen sei er „durch die Hölle und zurück gegangen“, twitterte der Hannoveraner. Letztlich habe er beschlossen, dass eine Doping-Geständnis „der einzig mögliche Weg“ für ihn gewesen sei. Vor einer Woche war Niermann davon noch nicht überzeugt. „Ich habe niemals Doping genommen, und mir ist auch kein Doping angeboten worden“, hatte er der Hannoveraner Tageszeitung „Neue Presse“ gesagt. Niermanns Offenbarung folgt auf eine Reihe von Geständnissen aus dem früheren Team des seit 1996 engagierten Radsport-Großsponsors, der sich im vergangenen Oktober im Zuge der Enthüllungen um Lance Armstrong zurückgezogen hatte.

Aufgrund laufender Verträge finanziert die Rabobank allerdings noch immer die jetzt unter dem Namen Blanco antretende Equipe. Für Blanco, das derzeit auch eine mögliche Verwicklung des spanischen Teammitglieds Luis-Leon Sanchez in die Operacion Puerto untersucht, fahren unter anderem der Magdeburger Robert Wagner und Paul Martens aus Rostock. Erik Zabels Sohn Rick steht im Nachwuchsteam. Zuletzt hatte der Niederländer Thomas Dekker ausgepackt und erklärt, dass bei Rabobank systematisch Doping betrieben und die Fahrer dabei erheblich unter Druck gesetzt worden seien.

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Ein Dutzend anderer Zeugen, die anonym bleiben wollten, berichteten über professionell organisiertes Doping in den Jahren 1996 bis 2012. Auch die niederländischen Ex-Rabobank-Profis Marc Lotz und Danny Nelissen hatten kürzlich Doping eingeräumt. Schon 2007 war Rabobank von einem Skandal erschüttert worden. Der dänische Elitekletterer Michael Rasmussen wurde während der Tour de France suspendiert. Zu dem Zeitpunkt trug er souverän das Gelbe Trikot. Zuvor war bekannt geworden, dass er sich Dopingkontrollen entzogen hatte. Inzwischen fährt Rasmussen für ein dänisches Team und befindet sich noch in rechtlicher Auseinandersetzung mit seinem früheren Arbeitgeber. Das Jahr 2007 hatte auch dem deutschen Radsport eine Dopingwelle beschert.

Nacheinander beichteten die früheren Telekom-Profis Bert Dietz, Erik Zabel, Rolf Aldag und Udo Bölts. Auch Niermann kommentierte dies damals auf seiner Homepage. „Finde ich diese Geständnisse gut? Ich weiß es nicht! Ich finde es gut, dass Zabel und Co. reinen Tisch gemacht haben und ihre Fehler eingestanden haben. Aber ich glaube, der Radsport hat aktuell genug Probleme, die gelöst werden müssen und es dabei nicht weiterhilft, die Vergangenheit aufzurollen“, schrieb Niermann damals. Nun ist er offenbar anderer Meinung. Grischa Niermann galt in seiner Karriere stets als sogenannter Edelhelfer. Eigene große Erfolge hatte er kaum vorzuweisen. Rundfahrt-Siege gelangen ihm 1998 bei der Hessen-Rundfahrt und 2001 bei der Niedersachsen-Rundfahrt. Bei der Tour de France erreichte Niermann seine beste Platzierung im Jahr 2000 auf Platz 24. Wie seit Montag bekannt ist, nicht nur aus eigener Kraft. (sid)

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