Sport-Mix
News über Wintersport, Tennis, Boxen, Leichtathletik, Golf und mehr

Vorlesen
1 Kommentare

Doping: Alarmierte die UCI Armstrong?

Erstellt
Lance Armstrong hat ein falsches Spiel gespielt. Foto: dpa
Ex-UCI-Präsident Hein Verbruggen hat schwere Vorwürfe gegen den Radsport-Weltverband erhoben. Der holländische Sportfunktioniert behauptet in einem Interview, dass Lance Armstrong bei erhöhten Blutwerten von der UCI gewarnt worden sei.
Drucken per Mail
Amsterdam

Neue Erkenntnisse im Betrugs-Skandal um Lance Armstrong: Knapp eine Woche nach dem halbgaren Offenbarungseid des wegen Dopings lebenslang gesperrten Ex-Radprofis hat Hein Verbruggen, der schwer belastete frühere Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, mit überraschenden Aussagen für Aufsehen gesorgt.

Laut Verbruggen habe Armstrong wie alle anderen Rennfahrer bei verdächtigen Blutwerten vor einer möglichen Doping-Sperre ein Signal von der UCI erhalten. „Es war sehr hart für mich“, sagte Verbruggen im Gespräch mit der Wochenzeitung Vrij Nederland, „mehr zu wissen, als ich preisgeben darf. Man hat dann natürlich Fragen, die man aber nicht öffentlich machen darf.“ Unmittelbar nach Armstrongs Beichte hatte Verbruggen noch erleichtert reagiert und mit aller Entschlossenheit bekräftigt, dass „nichts jemals vertuscht worden“ war.

Im Gebäude der UCI mit Sitz in Zürich, dies geht anscheinend aus vertraulichen Dokumenten hervor, soll seinerzeit auch UCI-Mediziner Mario Zorzoli über die auffälligen Blutwerte und eine mögliche Strategie aufgeklärt haben. Dadurch hatten die Rennfahrer die Möglichkeit, ihren Konsum anzupassen und so einem positiven Test zu entgehen.

Heute rechtfertigt Verbruggen, der von 1991 bis 2005 dem Verband vorstand, jene äußerst fragwürdige Maßnahmen. „Vielleicht überzeugst du einen, nicht mehr zu dopen. Vielleicht aber auch nicht“, sagte er. Der Weltverband muss sich nicht erst seit Verbruggens Aussagen heftiger Kritik erwehren.

Jörg Jaksche, geständiger Doping-Sünder, ist sich sicher, dass die Funktionäre der UCI bestechlich sind. „Ich bin überzeugt, dass Armstrong mit dem Geld (125.000 Dollar, d. Red.) einen positiven Dopingtest vertuscht hat“, sagte der 36 Jahre alte Ex-Profi der Sport Bild. „Für einen Neuanfang braucht man ein neues UCI-Präsidium. Ich habe kein Vertrauen in Pat McQuaid und den Ehrenpräsidenten Hein Verbruggen“, bekräftigte Jaksche.

Traumquoten für Oprah

Derweil reibt sich US-Talkmasterin Oprah Winfrey vergnügt die Hände, denn das mit Spannung erwartete Interview mit Armstrong bescherte ihrem kriselnden Sender OWN nach langer Zeit mal wieder Traumquoten. 28 Millionen Menschen weltweit hwaren live dabei, als Armstrong binnen weniger Minuten den Gebrauch von Epo, Cortison, Testosteron sowie Blutdoping gestand.

Allein in den USA verfolgten 3,2 Millionen Zuschauer den ersten Teil des 2,5-stündigen Interviews live. Beim bisherigen Rekord sahen im März 2012 3,5 Millionen Zuschauer das Interview mit der Familie der einen Monat zuvor gestorbenen Soul-Diva Whitney Houston. (sid)

Auch interessant
Ist die Bundesliga bereit?
Jason Collins ist der erste Schwule auf dem NBA-Parkett.

Als erster bekennender Homosexueller durfte Jason Collins auf dem NBA-Parkett auflaufen. Ist diese Premiere auch in der Fußball-Bundesliga vorstellbar?

Online-Special

Alles über die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Ein Special von DSHS und ksta.de.

Videos
FACEBOOK
Kleinanzeigen