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Evi Sachenbacher-Stehle: Die prominente Biathlon-Anfängerin

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Evi Sachenbacher-Stehle Foto: dapd
Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle ist vor ihrem Debüt im Biathlon-Weltcup im slowenischen Pokljuka bescheiden. Biathlon sei eine komplett andere Sportart. Die Athletin war im Spätherbst 2011 das erste Mal am Schießstand.  Von
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Pokljuka/Köln

Sie ist die prominenteste Umsteigerin des Wintersports. Evi Sachenbacher-Stehle wurde innerhalb weniger Monate von einer Ski-Langläuferin zur Biathletin. Als Nachfolgerin der ins Privatleben entschwundenen Heldin Magdalena Neuner wird sie aber nur in der Disziplin Lächeln mit der Vorgängerin mithalten können. Im Zweikampf mit Ski und Gewehr ist sie noch eine Anfängerin. Deshalb werden bei ihrer Premiere im Weltcup am Freitag im slowenischen Pokljuka keine Wunderdinge erwartet, denn am Schießstand hapert es bei der Langlaufolympiasiegerin von 2002 und 2010 noch gewaltig. Arg angespannt war sie bei den Testläufen im zweitklassigen IBU-Cup, und die nun schon mal kalten Finger sind ebenfalls noch ungewohnt. „Eigentlich“, findet Sachenbacher-Stehle, „ist es für mich eine komplett neue Sportart. Weil das Schießen ganz anders ist – und dadurch auch das Laufen anders wird.“

So ist das, und deshalb befiel die zierliche Frau aus Reit im Winkl in den letzten Wochen und Monaten immer wieder leichte Wehmut. „Natürlich denk’ ich mir schon mal: Warum hab’ ich nicht eher mit dem Biathlon angefangen?“, erzählt sie. „Dann wäre vielleicht mehr Zeit geblieben und ich wär’ jetzt nicht so unter Druck, dass es schnell funktionieren muss.“

Kati Wilhelm, die erfolgreichste Umsattlerin im DSV, lief mit 23 zu den Biathleten über, Katrin Apel mit 21, Antje Misersky mit 22. Mit Skijägern zumindest unterwegs war auch Evi Sachenbacher-Stehle – sogar schon vor geraumer Zeit: 2004 schloss sie sich in der Vorbereitung den schwedischen Biathleten an. Aber weder deren damaliger Trainer, der Ruhpoldinger Wolfgang Pichler, noch sie selbst kamen auf die Idee, sie könne es spaßeshalber mal mit der Skijägerei probieren. Zu erfolgreich war die Bayerin damals noch im Laufen ohne Gewehr.

Im Spätherbst 2011 das erste Mal am Schießstand

Dank DSV-Coach Ricco Groß, der sie im Spätherbst 2011 in Nordfinnland zum ersten Mal mit an den Schießstand schleppte, änderte sie ihre Pläne. Evi Sachenbacher-Stehle trainiert nun eifrig am Stützpunkt in Ruhpolding – und macht dazu Trockenübungen vor dem Fernseher: Bei den Weltcup-Übertragungen aus Östersund und Hochfilzen achtete die Neu-Biathletin wie ein Luchs auf alle erdenklichen Details. Zum Beispiel auf die Atemfrequenz von Top-Athletinnen wie Tora Berger zwischen zwei Schüssen – oder auf ihr taktisches Verhalten auf der Strecke.

„Von mir selbst kann man zu diesem Zeitpunkt keine Wunderdinge erwarten“, warnt Sachenbacher-Stehle die sieggewohnte deutsche Biathlongemeinde vor der eigenen Feuertaufe in Pokljuka, betont mit Blick auf Olympia 2014 aber auch: „Eine komplette Rückkehr in den Langlauf wird es für mich nicht geben.“ Stattdessen gibt es nun ihren persönlichen Fahrplan zum Biathlon-Glück. „Das erste Jahr“, erklärt Evi Sachenbacher-Stehle, „ist zum Lernen da. Aber für das nächste Jahr habe ich dann schon so meine Ziele – als Biathletin.“

Beim letzten Training am Donnerstag machte die Novizin auf der Schießanlage einen starken Eindruck. Bei strahlendem Sonnenschein und optimalen Bedingungen fiel auf der slowenischen Hochebene eine Scheibe nach der anderen. „Heute war es echt gut. Das Schießen hat zuletzt eh ganz gut funktioniert. Ich hoffe, dass es auch unter Wettkampfbedingungen genauso geht“, meinte die Bayerin optimistisch.

Die Strategie der früheren Langläuferin gegen Druck von innen und außen ist ganz einfach: „Ich versuche, mich von dem ganzen Drumherum nicht rausbringen zu lassen und mein Rennen zu machen. Wenn ich das schaffe, bin ich schon sehr glücklich. Über Ergebnisse mache ich mir gar keinen Kopf“, sagte sie. Weltmeisterin und Olympiasiegerin Andrea Henkel, mit 34 Jahren die Erfahrenste und Erfolgreichste im Team, gibt Evi Sachenbacher-Stehle vor ihrer Premiere (14.20 Uhr/ARD und Eurosport) nur einen Tipp: „Sie soll einfach locker bleiben.“ Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das leichter gesagt als getan. (mit dpa)

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