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French Open: Haas und Kohlschreiber im Achtelfinale

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Tommy Haas in der dritten Runde des Spieles gegen den Amerikaner John Isner. Foto: dpa
Zum dritten Mal nach 2002 und 2009 steht Tommy Haas im Achtelfinale der French Open. Zum zweiten Mal mit Philipp Kohlschreiber. Haas besiegte Zwei-Meter-Mann John Isner nach sage und schreibe 13 Matchbällen und wehrte selbst einen ab.
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Paris

Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber stehen wie 2009 gemeinsam im Achtelfinale der French Open. Kohlschreiber gewann am Samstag 6:0, 7:6 (7:0), 6:1 gegen den Rumänen Victor Hanescu und erreichte zum zweiten Mal die Runde der letzten 16 in Paris. Der Augsburger trifft nun auf den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien. Haas war zuvor nach 13 eigenen Matchbällen und einem für seinen US-Gegner John Isner mit 10:8 im fünften Satz weitergekommen. Der 35-Jährige tritt am Montag gegen den Russen Michail Juschni an. Angelique Kerber muss bereits an diesem Sonntag gegen Ex-Paris-Siegerin Swetlana Kusnezowa aus Russland spielen.

Nach einem Tennis-Drama mit einem Dutzend vergebener Matchbälle hat Tommy Haas doch noch sein drittes Achtelfinale bei den French Open erreicht. Der 35-Jährige bezwang den amerikanischen Aufschlagriesen John Isner am Samstag 7:5, 7:6 (7:4), 4:6, 6:7 (10:12), 10:8 und wehrte im fünften Satz selbst einen Matchball ab. Die viereinhalbstündige Partie weckte Erinnerungen an das Davis-Cup-Halbfinale 1995 in Moskau: Damals allerdings verlor Michael Stich nach neun Matchbällen das entscheidende letzte Einzel gegen Andrej Tschesnokow.

Haas trifft im Achtelfinale am Montag auf den Russen Michail Juschni. Schon 2002 und 2009 stand er in Paris unter den letzten 16, schied aber jeweils aus, zuletzt vor vier Jahren gegen Roger Federer. Philipp Kohlschreiber begann erst am Abend sein Drittrunden-Match gegen den Rumänen Victor Hanescu, Angelique Kerber spielt an diesem Sonntag im Achtelfinale gegen die Russin Swetlana Kusnezowa.

In der voll besetzten Stierkampfarena sahen die Zuschauer ein faszinierendes Match, in dem Haas am Ende des vierten Satzes der Verzweiflung nahe war. Bei einer 6:5-Führung besaß er die ersten neun Matchbälle gegen den servierenden Isner. Der 2,06 Meter lange US-Boy mit der weißen Basketballkappe bewies eiserne Nerven und donnerte seine ersten Aufschläge konstant auf die Rückhandseite von Haas. Drei Matchbälle wehrte er mit Assen ab.

Der folgende Tiebreak verlief nicht minder unglücklich für den gebürtigen Hamburger. Ein sogenanntes Minibreak gab er wieder ab, verhinderte beim 5:6 aber den Satzausgleich. Zwei weitere Matchbälle konnte Haas nicht verwerten, bei einer 8:7-Führung hatte er endlich die erste Chance bei eigenem Aufschlag - und servierte einen Doppelfehler. Danach gelang ihm ein Ass, doch ein Rückhandfehler machte danach auch die zwölfte Möglichkeit auf den Sieg zunichte.

Anschließend schien der Wahl-Amerikaner mit Kräften und Nerven am Ende. Im fünften Satz geriet Haas schnell 0:3 und 1:4 in Rückstand - und gab trotzdem nicht auf: Zum 3:4 schaffte er im vierten Anlauf das Rebreak, beim Stand von 4:5 wehrte er selbst einen Matchball von Isner ab.

Der 28-Jährige lief nun nicht mehr zu den kurzen Bällen, die Haas taktisch richtigerweise einstreute. Der Dauerbrenner schien trotz seines Alters physisch fitter und war bei der nächsten Breakchance zur Stelle: Zum 9:8 holte sich Haas bei der insgesamt 23. Möglichkeit des Matches sein drittes Break. Als nach 4:37 Stunden eine Rückhand von Isner seitlich ins Aus gesegelt war, schlug sich Haas mit der Faust an die Brust - sein Kampfgeist mit Herz hatte sich doch gelohnt.
Es war im sechsten Vergleich gegen Isner der dritte Erfolg gegen den Weltranglisten-21., der bereits am Freitag fast vier Stunden spielen musste und dabei gegen seinen Landsmann Ryan Harrison ebenfalls einen 0:2-Satzrückstand aufgeholt hatte.

Titelverteidigerin Maria Scharapowa aus Russland erreichte trotz eines 1:4-Rückstandes im zweiten Satz am Ende sicher das Achtelfinale und siegte 6:1, 7:5 gegen die Chinesin Zheng Jie. Nächste Gegnerin ist die an Nummer 17 gesetzte Amerikanerin Sloane Stephens. Australian-Open-Siegerin Victoria Asarenka aus Weißrussland gewann nach verlorenem ersten Satz 4:6, 6:3, 6:1 gegen die Französin Alizé Cornet und trifft auf Ex-Paris-Siegerin Francesca Schiavone aus Italien.
Der siebenmalige Paris-Sieger Rafael Nadal arbeitete sich mit 7:6 (7:5), 6:4, 6:4 gegen den Italiener Fabio Fognini ins Achtelfinale und trifft dort auf Kei Nishikori, der als erster Japaner seit 1938 die Runde der letzten 16 bei dem Turnier erreichte. (dpa)

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