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Galopp: Danedream beendet ihre Laufbahn

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Danedream wird nicht mehr an den Start gehen. Foto: dpa
Die Kölner Wunderstute hört auf: Die Galopperkarriere von Danedream ist beendet. Die Vierjährige hat in ihrer Karriere über 3,7 Millionen Euro gewonnen. Höhepunkte ihrer Laufbahn war der Sieg im Prix de l'Arc de Triomphe in Paris 2011.  Von
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Köln

Wäre es nach Galopptrainer Peter Schiergen gegangen, hätte Danedream noch einmal laufen dürfen. Im Frühjahr wollte er Deutschlands erfolgreichstes Galopppferd gern in Dubai an den Start schicken. Teruya Yoshida, japanischer Besitzer der Stute, hat jedoch anders entschieden.

Die Vierjährige wird nicht mehr starten und direkt in die Zucht wechseln. Danedream steht noch in Schiergens Stall Asterblüte in Köln-Weidenpesch, der Trainer geht davon aus, dass sie spätestens Ende Januar nach Japan reisen wird. „Es ist schade, aber die Besitzer haben so entschieden. Mein Job ist nun im Grunde erledigt“, sagt der 47-Jährige und gibt zu, dass er Danedream vermissen wird: „Ein Pferd wie sie werde ich nie wieder trainieren, leider! Wir sind sehr dankbar für das, was wir mit ihr erleben durften. Sie ist nervenstark und verhält sich auch im Rennen ganz ruhig. Ihre Erfolge werden unvergessen bleiben.“

Danedreams Stern war im Oktober 2011 aufgegangen, damals gewann sie mit Jockey Andrasch Starke den Prix de l’Arc de Triomphe in Paris. Sie war Außenseiterin und siegte nach einem imposanten Endspurt mit fünf Längen Vorsprung. Es war der erste deutsche Arc-Triumph seit 1975. Danedreams zweiter internationaler Coup: In diesem Jahr gewann sie mit Starke die King George VI and Queen Elizabeth Stakes in Ascot. Als einzige Stute gewann sie diesen beiden großen Rennen. Insgesamt 3,7 Millionen Euro Preisgeld hat sie in ihrer Karriere eingaloppiert, so viel wie kein anderes deutsches Pferd vor ihr. „Danedream ist mit Abstand das beste Pferd, das ich je geritten habe“, sagte Starke unlängst im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Für mich als Jockey ist es so, dass ich zwei unfassbare Saisons mit Danedream hinter mir habe. Es ist großartig, dass sie in diesem Jahr fast noch das überboten hat, was sie letztes Jahr geschafft hat.“

Danedreams erfolgreiche Karriere

Die Stute, geboren am 7. Mai 2008, wurde im norddeutschen Gestüt Brümmerhof in der Lüneburger Heide gezogen. Ihre Eltern sind Danedrop und Lomitas. Bei 16 Starts feierte sie sieben Siege und schaffte viermal Platzierungsergebnisse. Mit einer Gewinnsumme von 3,7 Millionen Euro ist sie das erfolgreichste deutsche Rennpferd. Ihre größten Erfolge: Sieg beim Prix de l’Arc de Triomphe 2011, King George VI And Queen Elizabeth Stakes 2012, Großer Preis von Baden 2011 und 2012, Großer Preis von Berlin 2011, Oaks d'Italia 2011. Sie wurde zum Galopper des Jahres 2011 gewählt und ist auch in diesem Jahr Favoritin. (cm)

Danedream hätte 2012 noch im November beim Japan Cup in Tokio laufen sollen, Anfang Oktober wurden jedoch alle Pferde der Kölner Rennbahn bis zum Jahresende unter Quarantäne gestellt, da es einen Fall von infektiöser Anämie gegeben hatte. Somit wird Danedreams Sieg beim Großen Preis von Baden, den sie mit Starke am 2. September 2012 feierte, als ihr letztes Rennen in die Historie eingehen.

Danedream ist aber nicht nur wegen ihrer mitreißenden Rennen berühmt geworden, auch ihre Geschichte hat viele Menschen gerührt. Sie ist eine Art Aschenputtel auf Hufen. Die Tochter des erfolgreichen Hengstes Lomitas war ganz klein und unscheinbar, als sie im Frühjahr 2010 auf einer Auktion in Baden-Baden angeboten wurde. Niemand wollte Danedream kaufen, sie ging schließlich für nur 9000 Euro an Helmut Volz – die vermutlich beste Investition, die der Möbelhausbesitzer aus dem badischen Achern jemals tätigte. Züchter Yoshida sicherte sich im Jahr 2011 50 Prozent der Rechte an Danedream, über die Höhe des Preises wurde Stillschweigen vereinbart, er dürfte im siebenstelligen Bereich liegen.

Nun soll sich Danedream in der Zucht bewähren. Wahrscheinlich wird ihr das neue Leben gefallen. Denn künftig wird sie viel Zeit mit anderen Pferden auf der Weide verbringen dürfen (Rennpferde werden in der Regel nicht mehr als zwei Stunden am Tag bewegt) – und sie wird ab und zu einem Hengst begegnen.

In der Zucht des englischen Vollblutes ist nur der sogenannte „Natursprung“ zugelassen, das heißt: Galopphengste steigen nicht auf eine Stuten-Atrappe namens Phantom, sondern auf eine echte Stute. Die im Dressur- und Springsport übliche künstliche Besamung ist nicht erlaubt.

Womöglich wird es in Japan zu einer Star-Verpaarung kommen: Yoshida soll sich Gerüchten zufolge zwei der heiß begehrten 100 Sprünge des gerade pensionierten englischen Erfolgshengstes Frankel gesichert haben, die an externe Züchter verkauft worden sind. Die Rennkarriere des Vierjährigen endete im Oktober nach 14 Siegen in 14 Rennen.

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